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Frage um geplanten Technik-Verfall ist geklärt

t-online, jhof

Aktualisiert am 16.02.2016Lesedauer: 3 Min.
Viele Elektrogeräte werden schon nach wenigen Jahren durch neue ersetzt. Für die Umwelt ist das alles andere als gut.
Viele Elektrogeräte werden schon nach wenigen Jahren durch neue ersetzt. Für die Umwelt ist das alles andere als gut. (Quelle: dpa-bilder)
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Die Spekulationen über manipulierte Fernseher und Drucker haben ein Ende. Nach jahrelangen Studien haben Forscher jetzt die Arbeitsweise von Samsung, HP und Co. offengelegt. Heraus kam eine Studie, die zeigt, wie sich die Lebensdauer von Elektrogeräten vergrößern und die Wegwerfmentalität von Konsumenten verändern ließe.

Das Ergebnis der 2013 vom Umweltbundesamt (UBA) angestoßenen und vom Öko-Institut e.V. und der Universität Bonn durchgeführten Studie zur Produktlebensdauer – der sogenannten Obsoleszenz – dürfte viele ernüchtern: Die Forscher fanden keine Beweise, dass Hersteller gezielt Mängel in ihren Produkten einbauen.

Die Gerüchte, wonach Elektrogeräte wie Staubsauger und Fernseher, Notebooks und Wasserkocher, auf kurze Produktlebensdauer getrimmt seien, sind laut Siddharth Prakash, Leiter der Studie am Öko-Institut, nicht mehr haltbar. Nichtsdestotrotz gibt es Versäumnisse seitens der Industrie – und der Verbraucher.

Produktzyklen verkürzen sich rapide

Zwei Erkenntnisse liefert die Studie. Erstens: Verbraucher tauschen Produkte nach immer kürzerer Zeit aus. Die Lebensdauer von großen Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Wäschetrocknern und Kühlschränken verkürzte sich zwischen 2004 und 2012 im Schnitt von 14,1 auf 13 Jahre. Bei Notebooks sank sie zwischen 2005 und 2012 von 6 auf 5,1 Jahre. Diese Zahlen hatte das UBA bereits im März vorigen Jahres bekannt gegeben.

Zweitens: Konzerne planen natürlich die Lebensdauer ihrer Geräte. Die Unternehmen schauen dabei auf die durchschnittlichen Zeiten, die ein Verbraucher ein Gerät verwendet, bevor er es austauscht. Dies passiert in erster Linie, weil es entweder technisch überholt ist oder der Wunsch nach einem besseren Gerät besteht.

"Diffuses Bild der Lebensdauer"

Das Märchen der geplanten Obsoleszenz basiert beim Verbraucher auf einem "sehr diffusen Bild der Lebensdauer", wie die 315 Seiten starke Studie (PDF) darlegt. Als Beispiel nennen die Forscher den "programmierten Druckertod". Hintergrund ist, dass beobachtet wurde, dass manche Tintenstrahldrucker kurz nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist melden, dass der Drucker von einem Kundendienst gewartet werden müsse oder nicht mehr weiterbetrieben werden sollte.

Nüchtern betrachtet dient diese Funktion als Schutzvorrichtung, um den Druckerkopf vor Folgeschäden wie etwa Verschmutzung zu bewahren. Jedoch kritisierten die Forscher, dass der Auslaufschutz technisch auch anders realisiert werden könne – ohne gleich die Funktion des ganzen Geräts stillzulegen.

Die Hersteller von Elektrogeräten sind schon heute nach Angabe der Forscher bemüht, "Produkte so zu gestalten, dass sie so lange wie nötig und nicht so lange wie möglich halten." Aus Sicht der Hersteller ist diese Produktstrategie verständlich; aus Sicht der Kunden problematisch. Denn Verbraucher wissen nicht, wie lange ihr Gerät schlussendlich halten wird.

Funktionalität auf Zeit

Die UBA-Präsidentin Maria Krautzberger (SPD) fordert ein Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektrogeräte. "Eine optimale Lebensdauer von elektronischen und elektrischen Produkten ist mit Blick auf die Umwelt von zentraler Bedeutung", sagt die oberste Umweltschützerin. Vor allem der steigende Anteil von Geräten, die in den frühen Phasen der Nutzung ausgetauscht werden, müsse künftig verhindert werden.

Verschleiß als Klimakiller

"Strategien gegen Obsoleszenz sind vielfältig", sagt auch der Umweltforscher Siddharth Prakash. "Zum einen müssen Verbraucher sich auf eine bestimmte Mindestlebensdauer verlassen können. Zum anderen sollten sie mehr Bereitschaft zeigen, hochwertigere und langlebigere Produkte zu erwerben und damit einen Beitrag zum Ressourcenschutz leisten."

Die Forscher vom Öko-Institut haben erste Vorschläge entwickelt, damit bei der Produktion weniger Treibhausgase freigesetzt und die Lebensdauer von Elektrogeräten planbarer wird:

  • Mindestanforderungen sind zu definieren, anhand denen sich Qualität und Haltbarkeit von kritischen Bauteilen und Komponenten messen lassen.
  • Zudem könnte die Entwicklung von modularen Software-Lösungen vorangetrieben werden, um Geräte wie beispielsweise Drucker und Scanner nicht nach einem Wechsel des Betriebssystems verschrotten zu müssen.
  • Generell sollten die Hersteller für eine leichtere Reparierbarkeit sorgen. Nötig wäre dafür ein freier Zugang zu Ersatzteilen sowie die Modularität und Austauschbarkeit von Komponenten wie zum Beispiel dem Akku. Auch mit Pflichtvorgaben zur Vorhaltung von Ersatzteilen wollen die Wissenschaftler die Industrie in die Pflicht nehmen.
  • Politische Vorgaben, wie lange Produkte mindestens fehlerfrei funktionieren müssen, sind über die Ökodesign-Richtlinie der Europäischen Union denkbar. Beispielsweise verpflichtete die EU-Kommission bereits 2013 die Hersteller von Notebooks zu genaueren Angaben über die Anzahl der möglichen Ladezyklen des Akkus.

Strategien gegen Obsoleszenz lassen sich nach Angaben der Umweltexperten keineswegs von einem Tag auf den anderen umsetzen. Vielmehr sind sie als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe im Zusammenspiel zwischen Politik, Herstellern, Wissenschaft und Verbrauchern zu verstehen.

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  • Jan Moelleken
Von Jan Mölleken
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