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Mindesthaltbarkeitsdatum: So lange halten Lebensmittel wirklich

Mindesthaltbarkeitsdatum  

Wie lange Lebensmittel wirklich haltbar sind

03.05.2020, 09:13 Uhr | sah, t-online, dpa

Mindesthaltbarkeitsdatum: So lange halten Lebensmittel wirklich. Mindesthaltbarkeitsdatum: Es ist kein Verfallsdatum. Ob beispielsweise ein Joghurt noch gut ist, erkennen Sie auch am Geruch. (Quelle: dpa/Andrea Warnecke)

Mindesthaltbarkeitsdatum: Es ist kein Verfallsdatum. Ob beispielsweise ein Joghurt noch gut ist, erkennen Sie auch am Geruch. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa)

Der Saft ist seit einer Woche offen, die angebrochene Ketchupflasche längst abgelaufen. Wir erklären, welche Lebensmittel Sie noch genießen können – obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist.

Allgemeingültige Fristen, wie lange angebrochene oder abgelaufene Lebensmittel noch genießbar sind, gibt es nicht. Denn zu viele Faktoren beeinflussen die Haltbarkeit. Orientieren können Sie sich aber

  • am Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD),
  • dem Verbrauchsdatum,
  • am Geruch,
  • Geschmack,
  • an der Konsistenz und
  • dem Aussehen der Produkte.

Was ist das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Mindesthaltbarkeitsdatum: Es ist ein Qualitätsversprechen vom Hersteller. Aber auch abgelaufene Waren sind oft noch genießbar. (Quelle: Florian Schuh/dpa-tmn)Mindesthaltbarkeitsdatum: Es ist ein Qualitätsversprechen vom Hersteller. Aber auch abgelaufene Waren sind oft noch genießbar. (Quelle: Florian Schuh/dpa-tmn)

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (englisch: best before date) ist kein Verfallsdatum. Es garantiert, dass ein ungeöffnetes Lebensmittel bei richtiger Lagerung mindestens bis zum aufgedruckten Datum Qualität, Farbe, Aroma und Konsistenz beibehält. Der Stempel ist aber lediglich eine Qualitätsgarantie des Herstellers und sagt nichts über die Genießbarkeit aus.

Meist gehen die Hersteller beim MHD zudem auf Nummer sicher und geben ein frühes Datum an, sodass viele Lebensmittel auch nach Ablauf des MHDs noch ohne Bedenken gegessen werden können.

Tipp: Häufig führt ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum zu Verunsicherung und zu Lebensmittelverschwendung, weil noch genießbare Waren weggeworfen werden. Das können Sie aber leicht vermeiden: Achten Sie bei abgelaufenen Lebensmitteln einfach auf Ihre Sinne. Nur wenn sie ungewöhnlich aussehen, komisch riechen oder verdorben schmecken, sollten Sie die Nahrungsmittel entsorgen.

Wichtig: Auf das Verbrauchsdatum achten

Verbrauchsdatum: Es befindet sich zum Beispiel auf Salatpackungen. (Quelle: Robert Günther/dpa-tmn)Verbrauchsdatum: Es befindet sich zum Beispiel auf Salatpackungen. (Quelle: Robert Günther/dpa-tmn)

Anders verhält es sich hingegen beim Verbrauchsdatum, das nicht mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum verwechselt werden darf. Denn das Verbrauchsdatum muss streng eingehalten werden. Es findet sich auf Verpackungen von schnell verderblichen Lebensmitteln wie:

  • frischem Geflügelfleisch
  • Fleisch und Hackfleisch
  • geräuchertem Fisch
  • Vorzugsmilch
  • Feinkostsalaten
  • bereits geschnittenen Salaten

Statt "Mindestens haltbar bis" steht beim Verbrauchsdatum die Überschrift "zu verbrauchen bis", kombiniert mit dem jeweiligen Stichtag oder dem Hinweis, wo er zu finden ist. Dazu kommt eine Beschreibung, wie das Lebensmittel aufzubewahren ist. Die empfohlene Kühltemperatur sollten Sie unbedingt einhalten.

Lebensmittel mit einem Verbrauchsdatum sollten tatsächlich nur bis zum aufgedruckten Datum verzehrt werden. Daran sollten Sie sich unbedingt halten – auch wenn beispielsweise das Fleisch noch gut aussieht. Denn ob sich bereits krankmachende Bakterien darauf ausgebreitet haben, ist nicht immer erkennbar.

Dürfen Lebensmittel nach Ablauf des MHDs verkauft werden?

Da Lebensmittel nicht automatisch verdorben sind, wenn das MHD überschritten ist, dürfen sie auch im Handel noch verkauft werden. Allerdings haftet in diesem Fall nicht mehr der Hersteller, sondern der Händler. Er muss darauf achten, dass die Ware weiterhin einwandfrei ist.

Nach Ablauf des Verbrauchsdatums dürfen Lebensmittel dagegen natürlich nicht mehr verkauft werden.

Wie lange sind Lebensmittel nach Ablauf des MHDs genießbar?

Viele Lebensmittel sind auch nach Ablauf des MHDs noch mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate haltbar. Aus unserer Übersicht entnehmen Sie, welche Produkte wie lange genießbar sind und wann Sie sie entsorgen sollten.

LebensmittelWie lange nach MHD genießbar?Wann entsorgen?
Eieretwa zwei Wochen; bei Speisen mit rohen Eiern muss das MHD eingehalten werdenbei fauligem Geruch
Biermehrere Monatebei Schimmel
Tiefkühlgerichtemehrere Monatebei ranzigem Geschmack
Joghurtmehrere Wochenbei Schimmel, schlechtem Geschmack
Fleisch, FischVerbrauchsdatum einhaltenbei Überschreiten des Verbrauchsdatums
Honigmehrere Monatebei Gärung
Schokolademehrere Monatebei schlechtem Geschmack
Buttermehrere Wochen bis Monatebei ranzigem Geschmack
Essig und Ölmehrere Monatebei Trübung
Konservenungeöffnet mehrere Jahrebei Schimmel, saurem oder metallischem Geschmack und Beschädigung der Dose (verbeult, undicht, rostig)
Fruchtsaftmehrere Wochen bis Monatebei Schimmel oder Gärung
Mehl, Backpulvermehrere Wochen bis Monatebei Schädlingsbefall, muffigem Geruch
Reis, Nudelneinige Jahrebei Schädlingsbefall, säuerlichem Geruch nach dem Kochen

Wie lange sind angebrochene Lebensmittel haltbar?

Das A und O für die Haltbarkeit angebrochener Lebensmittel ist sorgfältige Hygiene und richtige Aufbewahrung zu Hause. Auch die Qualität der verarbeiteten Lebensmittel beeinflusst, wie lange sie nach Anbruch haltbar sind. Ob bei verderblichen Lebensmitteln womöglich die Kühlkette zwischen Produktion, Transport und Verkauf unterbrochen war, darauf haben Verbraucher allerdings keinen Einfluss. Deshalb gilt: Sehen, riechen und schmecken Sie, ob sich das Lebensmittel verändert hat.

Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten jedoch kein Risiko eingehen und Angebrochenes im Zweifel lieber wegwerfen statt verzehren.

Vorsicht bei H-Milch

Haltbarkeit von Milch: Viele glauben, dass H-Milch auch geöffnet lange haltbar ist – ein Irrtum. (Quelle: Getty Images/RossHelen)Haltbarkeit von Milch: Viele glauben, dass H-Milch auch geöffnet lange haltbar ist – ein Irrtum. (Quelle: RossHelen/Getty Images)

Frische Milch ist ungeöffnet noch einige Tage nach dem MHD genießbar. Außerdem ist unverkennbar, wann sie schlecht geworden ist: Sie kommt dickflüssig aus der Packung, riecht und schmeckt sauer.

Trügerisch ist dagegen H-Milch. Ungeöffnet ist sie zwar noch einige Wochen nach dem Verfallsdatum genießbar. Viele glauben aber, dass sie auch geöffnet lange haltbar ist – ein Irrtum. Ebenso wie Frischmilch muss sie innerhalb von drei bis vier Tagen aufgebraucht werden, da sich sonst Keime stark vermehren können. Wenn H-Milch verdorben ist, wird sie weder dick noch sauer, weil die Milchsäurebakterien beim Herstellen der H-Milch abgetötet werden. Sie bemerken allenfalls einen leicht bitteren Geschmack oder Flockenbildung im Kaffee.

Haltbarkeit von Saft

Saft hält sich nach Ablauf des MHDs noch mehrere Wochen bis Monate. Nach dem Öffnen sollten Sie Fruchtsaft sofort wieder verschließen. Außerdem sollten Sie nicht direkt aus der Flasche oder der Packung trinken, denn durch den Mundkontakt gelangen häufig Bakterien ins Getränk, die das Produkt gären lassen.

Bei Zimmertemperatur aufbewahrt ist die Flüssigkeit dann bis zu sieben Tage genießbar. Kommt der Saft nach dem Einschenken stets sofort wieder in den Kühlschrank, könnten es sogar bis zu 14 Tage sein. Geruchssinn und Augen reichen, um zu bemerken, ob der Saft verdorben ist. Dazu wird er am besten in einer Glasflasche aufbewahrt.

Schimmel siedelt sich an der Oberfläche der Flüssigkeit an. Bilden sich im Getränk Bläschen, gärt das Getränk. Ein trüber Bodensatz im klaren Saft oder umgekehrt ein klarer Bodensatz im trüben Saft sind ebenfalls schlechte Zeichen. Auch wenn der Saft anders als sonst riecht, ist er höchstwahrscheinlich verdorben. Grundsätzlich verderben Gemüsesäfte wegen ihres geringeren Säuregehalts schneller als Obstsäfte.

Haltbarkeit von Wurst und Käse

Ungeöffnet sind Wurst und Schinken noch einige Tage nach dem MHD genießbar. Wie lange angebrochene Wurst haltbar ist, hängt unter anderem von der Zubereitungsart ab. Leberwurst und Aufschnitt sollten Sie innerhalb von vier Tagen verzehren. Geräuchertes oder Gepökeltes kann hingegen noch bis zu zwei Monate genießbar sein. Allerdings kann die Wurst am angeschnittenen Ende trocken werden. Ungenießbare Wurst wird grau-grünlich und schmierig, riecht faulig oder schmeckt bitter.

Bei Käse gilt: Je höher der Wassergehalt, desto schneller verdirbt er. Ungeöffnet ist Weichkäse noch mehrere Tage bis Wochen nach dem MHD genießbar – Hartkäse sogar mehrere Monate. Frischkäse bleibt geöffnet allerdings kaum mehr als drei Tage frisch. Dagegen hält sich geöffneter Hartkäse wie Parmesan bis zu drei Wochen. Schimmelt Weichkäse, sollten Sie ihn entsorgen. Achten Sie bei Käse zudem auf den Geruch: Riecht er muffig oder gärig, ist er ungenießbar.

Haltbarkeit von Marmelade und Sauerkonserven

Süß oder sauer Eingemachtes, also Konfitüre, Gelee, Gewürzgurken und sonstige Sauerkonserven im Glas halten sich nach der Öffnung bis zu zwei Monate. Voraussetzung ist, dass Sie zum Entnehmen sauberes Besteck benutzen – also den abgeleckten Marmeladenlöffel kein zweites Mal ins Glas stecken. Ungeöffnet ist Marmelade sogar mehrere Monate bis Jahre nach dem MHD genießbar.

Wenn sich auf der Marmelade Schimmel zeigt oder sich im Gurkenglas Schlieren oder Bläschen bilden, ist der Inhalt schlecht. Wenn Sie Reste aus Konservendosen übrig haben, füllen Sie diese in ein fest verschließbares Glas oder einen Kunststoffbehälter um. So bleiben sie ihm Kühlschrank ein bis zwei Tage haltbar. Alternativ können Sie Konservenreste auch einfrieren.

Haltbarkeit von Pesto, Ketchup und Mayonnaise

Ein Glas Pesto wird selten auf einmal leer. Laut Etikett ist der Rest innerhalb von drei bis vier Tagen zu verbrauchen. Üblicherweise sind in reichlich Öl eingelegte Lebensmittel noch länger haltbar. Aber bei Pesto kommt es auf die Zusammensetzung an. Wenn es Käse enthält, verdirbt es schneller. Am besten prüfen Sie vor dem Verzehr, ob es unangenehm säuerlich riecht oder schmeckt.

Ketchup, Mayonnaise, Currypaste oder Tomatenmark sind länger haltbar – wenn sie Konservierungsstoffe enthalten. Dann halten sie bis zu drei Monaten im Kühlschrank, ohne Konservierungsstoffe lediglich wenige Tage. Senf und Meerrettich enthalten von Natur aus Substanzen, die das Bakterienwachstum hemmen, und können gut verschlossen und gekühlt bis zu einem halben Jahr aufbewahrt werden.

Verwendete Quellen:

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