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Angeschaut und ausprobiert - Libratone Air+: Die dänische Design-Delikatesse

Angeschaut und ausprobiert  

Libratone Air+: Die dänische Design-Delikatesse

27.09.2021, 04:29 Uhr | dpa

Angeschaut und ausprobiert - Libratone Air+: Die dänische Design-Delikatesse. Die Konstruktion von Ohrstöpseln und Ladekästchen ist bei den Air+ gut gelungen.

Die Konstruktion von Ohrstöpseln und Ladekästchen ist bei den Air+ gut gelungen. Sie lassen sich leicht entnehmen und wieder einlegen - und alle Flächen lassen sich reinigen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa/tmn) - Auferstanden aus der Insolvenz: Der dänisch-chinesische Audiospezialist Libratone ist zurück. Erstes neues Produkt ist die zweite Generation der Track Air-Ohrstöpsel. Air+ heißen die kleinen Bluetooth-Knöpfe in Blau und Weiß für 200 Euro. Zeit für einen genauen Blick.

- Das Gerät:Eine kleine blaue oder weiße Kunststoffdose mit metallenem Logo, ein flötender Vogel. Drinnen Ohrstöpsel mit Silikonpassstück, Mokkabohnen-großen Gehäuse für Chips, Töner und Batterie und Anbauten für Mikrofone und Ladekontakte. Erster Eindruck: Schönes Design, sieht man sonst nicht so.

In der Transportbox steckt noch ein Akku zum Nachladen. Sie sollen knapp sechs Stunden durchhalten, der Akku gibt laut Hersteller drei weitere Ladungen. Aufgeladen wird per USB-C oder drahtlos. Die integrierte aktive Geräuschunterdrückung (ANC) soll Umgebungsgeräusche um bis zu 30 dB dämpfen.

- Verbindung:Die Air+ müssen nach dem Druck auf den Koppelknopf über das Bluetooth-Menü verbunden werden. Außerdem braucht man noch die Libratone-App und ein Benutzerkonto. Das ist laut Hersteller nötig, damit Nutzer zum Beispiel die korrekten Updates angezeigt bekommen. Eine Sammlung von Nutzerdaten soll es nicht geben.

- Passform/Komfort:Die Air+ stecken - zumindest in den Testerohren - bequem und fest drin. Wegen der flügelförmigen Stäbchen an der Seite sitzen sie sicher und wackeln kein bisschen.

Zur Auswahl des korrekten Silikonpassstückes gibt es in den App-Einstellungen einen Passtest. Er ermittelt, ob sie dicht sitzen.

- Bedienung:Schwierig. Einerseits lassen sich eine Unzahl von Kommandos auf Wunsch einstellen. Die ruft man dann mit doppeltem oder dreifachem Fingertipper auf den rechten oder linken Ohrhörer auf. Das ist gut. Die Empfindlichkeit der Sensorflächen könnte aber noch besser sein. Gelegentlich werden die Kommandos einfach nicht erkannt. Tippt man dann stärker, dröhnt es unangenehm.

- Der Klang:Gut abgestimmt, nuanciert und voller Details. Was den Air+ im Vergleich zu Airpods Pro oder Galaxy Buds 2 ein wenig fehlt, ist die Fülle. Es klingt gut, man hat aber nicht diesen Wow-Effekt, wenn bekannte Songs plötzlich nochmal eine neue Hördimension erhalten. Die Libratones klingen immer gleich (gut).

In den Einstellungen gibt es noch vier Modi für neutralen Klang, mehr Bass, mehr Höhen und einen dynamischen Modus. Er soll die Ohrstöpsel an die jeweilige Musik anpassen. Der neutrale Modus ist im subjektiven Tester-Gefühl meist am besten.

Weitere Funktionen: Die Libratone Air+ können zwischen drei verschiedenen gekoppelten Geräten hin- und herwechseln. Das Umschalten geschieht aber nicht automatisch, wie etwa bei Apples Airpods Pro, sondern per Tipp-Kommando auf die Ohrstöpsel.

Darüber hinaus haben die Libratone Air+ drei Betriebsmodi:

 - Transparenzmodus:Hier werden Umgebungsgeräusche durchgeleitet, sodass man nicht den Kontakt zur Umgebung verliert. Klappt bei den Libratones besser als bei manchem Mitbewerber. Apples Airpods Pro schaffen es im Vergleich aber besser.

- Komfortmodus:Das Herzstück der Air+. Hier passt sich die Geräuschunterdrückung automatisch an die Umgebungsgeräusche an. Je nach Geräuschniveau wird die aktive Geräuschunterdrückung stärker oder schwächer eingestellt. Der Komfortmodus ist klar die Stärke der Air+. Ist er eingeschaltet, klingen sie am besten.

- Manuell: Hier können Nutzerinnen und Nutzer das Niveau der Geräuschunterdrückung zwischen 0 = aus und 30 = maximal einstellen.

Der Haken: Die Air+ sind elegant, funktional und klingen gut. Doch ein Problem steckt im Detail: Durch ihr Design gibt es beim Fahrradfahren unheimlich laute Windgeräusche. Aktiviertes ANC blendet sie gut aus, man verliert aber den Hörkontakt zur Umwelt. Richtig sicher radeln lässt sich so nicht. Gesprächspartner am Telefon beklagten häufiger schlechte Verständigung.

Wer braucht das: Die Libratone Air+ sind Ohrstöpsel ohne große Schwächen. Sie klingen ziemlich gut und tragen sich angenehm. Ihr Bedienkonzept erfordert ein wenig Gewöhnung, dafür haben Nutzerinnen und Nutzer etliche Einstellungsmöglichkeiten, die es bei anderen Modellen nicht gibt. Positiv: Die Air+ funktionieren unter Android und iOS gleich gut, das Wechseln zwischen Geräten unterschiedlichster Hersteller ist praktisch und das Design sehr elegant.

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