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Boom der Chipindustrie: Siltronic geht optimistisch ins Jahr

Von dpa
02.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Der Siltronic-Standort im sÀchsischen Freiberg.
Der Siltronic-Standort im sÀchsischen Freiberg. (Quelle: Siltronic AG/dpa./dpa)
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MĂŒnchen (dpa) - Die weltweiten Chip-EngpĂ€sse sorgen beim Waferhersteller Siltronic weiter fĂŒr RĂŒckenwind. Insgesamt sei von einem guten Start in das Jahr 2022 auszugehen, teilte das SDax-Unternehmen am Mittwoch bei der Vorlage vorlĂ€ufiger Zahlen fĂŒr 2021 mit.

Am Dienstag war zuvor bekannt geworden, dass die geplante Übernahme von Siltronic durch den taiwanischen Konzern Globalwafers gescheitert ist. Das Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Klimaschutz hatte die bis Ende Januar notwendige Genehmigung nicht erteilt.

UnabhĂ€ngig davon sieht Siltronic-Chef Christoph von Plotho das Unternehmen aber gut aufgestellt. Zwar dĂŒrften deutlich steigende Kosten infolge der Inflation das Ergebnis belasten, erklĂ€rte das Unternehmen. Doch bleibe das Marktumfeld positiv, und die Verkaufspreise dĂŒrften weiter deutlich anziehen. Die Nachfrage sei unverĂ€ndert hoch. In diesem Umfeld sind die von Siltronic hergestellten Wafer - dĂŒnne Scheiben aus Silizium, die die Grundlage fĂŒr Elektronikchips sind - bei Chipkonzernen heiß begehrt.

Im abgelaufenen Jahr steigerte Siltronic den Umsatz auf Basis vorlĂ€ufiger Zahlen um 16 Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) legte um gut 40 Prozent auf 466 Millionen Euro zu. Das entspricht einer operativen Marge von 33 Prozent. Analysten hatten im Durchschnitt deutlich weniger Gewinn auf dem Zettel. Die endgĂŒltigen Resultate sollen am 9. MĂ€rz veröffentlicht werden.

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Starke Nachfrage

Das abgelaufene Jahr sei von starker Nachfrage der Kunden geprÀgt gewesen, berichtete Siltronic weiter. Als Ursachen nannte das Unternehmen Nachholeffekte aus dem Jahr 2020, anhaltend hohe Investitionen in Digitalisierung und die Verwendung von Halbleiterbauteilen in immer mehr Anwendungen. Allerdings hÀtten höhere Energie- und Frachtkosten einen Teil der positiven Entwicklung aufgezehrt. Mit solchen Problemen haben derzeit fast alle Unternehmen zu kÀmpfen. Allerdings schlagen Strompreise bei energieintensiven Herstellern wie Siltronic besonders stark zu Buche.

Um das fĂŒr die kommenden Jahre erwartete Nachfragewachstum bedienen zu können, hatte Siltronic vergangenen Sommer den milliardenschweren Bau einer weiteren Fabrik in Singapur sowie eine Erweiterung des Produktionsstandorts im sĂ€chsischen Freiberg angekĂŒndigt.

Ganz vom Tisch ist das Thema Übernahme aber nicht. So sucht der Siltronic-GroßaktionĂ€r Wacker Chemie weiter einen KĂ€ufer fĂŒr seinen 31-Prozent-Anteil an dem MĂŒnchner Halbleiter-Zulieferer. Allerdings sieht Wacker-Chemie-Chef Christian Hartel dabei keinen Zeitdruck.

FĂŒr mögliche Interessenten könnte es teurer werden

Mögliche Interessenten mĂŒssen allerdings eventuell tiefer in die Tasche greifen. Globalwafers hatte den AktionĂ€ren von Siltronic 145 Euro je Aktie geboten. Von Plotho zeigte sich in einem Interview in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag) jedoch selbstbewusst, dass dies im aktuellen Umfeld wohl nicht mehr reichen wĂŒrde.

"Wafer sind knapp, und Preise steigen", sagte der Manager. "Wir bauen eine Riesenfabrik in Singapur. Wir haben mit Kunden LiefervertrĂ€ge ĂŒber mehrere Milliarden abgeschlossen. Wir werden Hunderte Millionen Anzahlungen erhalten. Die Finanzierung steht." Mit der neuen Fabrik könne das Unternehmen seine Marktanteile steigern. "Siltronic stehe besser da als zuvor. Ein unverĂ€ndertes Angebot ist aus heutiger Sicht wenig attraktiv." Außerdem habe sich die geopolitische Lage massiv verĂ€ndert.

FĂŒr die Siltronic-Aktien zeichnete sich am Mittwochmorgen im vorbörslichen Handel ein Plus von fast drei Prozent ab. Damit dĂŒrfte ihr Kurs an die Erholung der beiden vergangenen Tage anknĂŒpfen. Zuvor war er - als sich das Scheitern des Globalwafers-Deals abzeichnete - von um die 140 Euro bis auf rund 110 Euro abgerutscht.

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