• Home
  • Digital
  • Internet & Sicherheit
  • Internet
  • Sexuelle Bel├Ąstigung: So wehren Sie sich gegen Penisbilder


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextUrlaubsflieger von Kampfjets abgefangenSymbolbild f├╝r ein VideoLuxus-Wolkenkratzer brennt in MoskauSymbolbild f├╝r einen TextVermieter dreht zeitweise Warmwasser abSymbolbild f├╝r einen TextPassagierjet fliegt mit Loch im RumpfSymbolbild f├╝r einen TextBekannter Pralinenhersteller ist pleiteSymbolbild f├╝r einen TextZinnbauer erkl├Ąrt Russland-WechselSymbolbild f├╝r einen TextMann ertrinkt nach JunggesellenabschiedSymbolbild f├╝r einen TextChristian Eriksen wechselt zu TopklubSymbolbild f├╝r einen TextUlla Kock am Brink hat abgenommenSymbolbild f├╝r einen TextCarmen Geiss wurde beraubtSymbolbild f├╝r einen TextFP├ľ droht Werder Bremen mit KlageSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserSarah Engels bangt um ihren EhemannSymbolbild f├╝r einen TextSo beugen Sie Geheimratsecken vor

So wehren Sie sich gegen unerw├╝nschte Penisbilder

Von dpa
Aktualisiert am 04.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Auberginen haben einen besonderen Geschmack und k├Ânnen in der K├╝che f├╝r vielerlei Speisen verwendet werden.
In Chatprogrammen wird der Penis h├Ąufig durch ein Aubergine-Emoji umschrieben. (Quelle: /imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Penisbilder ├╝ber Dienste wie Whatsapp oder Snapchat: Wer ein solches Bild ungefragt zugeschickt bekommt, muss das nicht einfach hinnehmen. Das Versenden sogenannter Dickpics ist strafbar.

Nein, es ist keine Gurke, keine Banane und auch keine Aubergine - pl├Âtzlich ist in den Direktnachrichten oder im Messenger-Chatverlauf etwas zu sehen, was gerne mit solchen Emojis jugendfrei umschrieben wird, aber besser in der Hose geblieben w├Ąre.

Wie viele Fotos m├Ąnnlicher Genitalien ohne Bitte gesendet werden, ist nicht bekannt. Doch viele Frauen kennen das Problem aus dem Internet.

Es geht um Machtaus├╝bung

"Die wenigsten Frauen ber├╝hrt das gar nicht, so was ist ja schon ein sehr, sehr ├╝bergriffiges Verhalten", erkl├Ąrt die Psychologin und Kriminologin Sandra Schwark, Expertin f├╝r sexualisierte Gewalt. Viele f├╝hlten sich bel├Ąstigt, seien angeekelt oder besch├Ąmt.

Wie belastend die Situation sei, habe unter anderem damit zu tun, ob man schon schlimme Vorerfahrungen mit sexualisierter Gewalt hatte. Dann k├Ânne der Empfang eines Penisbildes auch retraumatisierend sein.

"In vielen F├Ąllen geht es nicht um die Anbahnung von sexuellen Kontakten, sondern es ist wie sexuelle Bel├Ąstigung auf der Stra├če ein Zeichen von Machtaus├╝bung. So: 'Guck mal, ich kann das gerade hier machen, ich kann dich in eine Situation bringen, die f├╝r dich unangenehm ist, und es hat f├╝r mich im Zweifelsfall ├╝berhaupt keine Konsequenzen'", sagt Schwark.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Die Lage in Deutschland ist ein Skandal
Obdachloser in D├╝sseldorf: Immer mehr Menschen leben in Armut.


Studien zu sexueller Gewalt und Bel├Ąstigung seien "alle ziemlich deutlich zu dem Ergebnis gekommen, es geht um diesen Machtfaktor, um Machtaus├╝bung ├╝ber eine andere Person".

├ťbergriffig und strafrechtlich verfolgbar

Die Autorinnen einer bekannten Studie zu sogenannten Dickpics, also Penisbildern, gehen davon aus, dass viele M├Ąnner, die Penisbilder versenden, zwar nicht bewusst von Feindseligkeit oder Sexismus motiviert sind, aber diesen mit dem Versenden trotzdem verst├Ąrken.

82 Prozent der befragten M├Ąnner, die Genitalbilder unverlangt versendet hatten, hofften bei der Untersuchung des Teams um Flora Oswald (2019), die Empf├Ąngerin oder den Empf├Ąnger damit sexuell zu erregen.

Jeder Zweite (50 Prozent) gab an, der Empf├Ąnger oder die Empf├Ąngerin sollte sich durch das Bild selbst attraktiv f├╝hlen. Und etwa gleich viele erhofften sich als Antwort "sexy Bilder" (51 Prozent), wollten den anderen erregen (53 Prozent) oder so das eigene sexuelle Interesse signalisieren (49 Prozent).

Ein Problem: "Je eher man das Gef├╝hl hat, dass das Verhalten keine negativen Konsequenzen hat, desto eher wird es wiederholt", erkl├Ąrt Psychotherapeut Jonas Kneer. "Deshalb ist es gut, so etwas strafrechtlich zu verfolgen und deutlich zu machen, dass es ├╝bergriffig ist.

Klar ist aber: "Die Verantwortung liegt immer beim T├Ąter, niemals beim Opfer." Kneer arbeitet im Pr├Ąventionsprojekt "I Can Change" (Deutsch: Ich kann mich ├Ąndern) an der Medizinischen Hochschule Hannover mit Menschen, die f├╝rchten, ihre sexuellen Impulse nicht mehr kontrollieren zu k├Ânnen. So sollen ├ťbergriffe im Voraus verhindert werden.

Man kann sich gegen die Bilder wehren

Recht einfach k├Ânnen Betroffene eine Anzeige ├╝ber die Homepage Dickstinction.com vorbereiten. Dort bekommen sie Tipps, wie man den Vorfall am besten dokumentiert (mit einem Screenshot, der neben dem "Dickpic" auch Datum und Uhrzeit der Nachricht sowie den Namen des Absenders enth├Ąlt), und werden mit Fragen zum Vorfall durch die Anzeige-Erstellung gef├╝hrt. Die fertige Anzeige kann ausgedruckt und an die Polizei geschickt oder dort abgegeben werden.

Denn das Versenden von "Dickpics" ist strafbar: "Wer einen pornografischen Inhalt an einen anderen gelangen l├Ąsst, ohne von diesem hierzu aufgefordert zu sein, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft", hei├čt es im Strafgesetzbuch (Paragraf 184).

Erschwert werden Ermittlungen aber etwa, wenn der Betroffene den Absender nicht kennt und auch aus dem Profilnamen nicht hervorgeht, um wen es sich handelt, sagt Dickstinction-Mitgr├╝nder Stefan Bieliauskas.

Verbesserungspotenzial bei Strafverfolgungsbeh├Ârden

Bei der Entscheidung, ob man Anzeige erstatten m├Âchte oder nicht und bei der Frage, wie man die Situation sonst bew├Ąltigen kann, k├Ânnen auch die Frauennotrufe und -beratungsstellen helfen.

Kerstin Demuth, die sich beim entsprechenden Bundesverband unter anderem mit digitaler Gewalt besch├Ąftigt, sieht bei Strafverfolgungsbeh├Ârden noch Verbesserungspotenzial: "Teilweise fehlt leider das Wissen zu geschlechtsspezifischen Komponenten von Gewalt, Hierarchie und Machtstrukturen und der Digitalisierung.

Wenn zum Beispiel nicht verstanden wird, warum es keine Option ist, das Social-Media-Konto zu schlie├čen oder die E-Mail-Adresse zu l├Âschen." F├╝r manche Betroffene bildbasierter sexueller Gewalt sei eine Anzeige so eine zus├Ątzliche Belastung.

Damit sich dauerhaft etwas ├Ąndert, m├╝sse in der Gesellschaft mehr ├╝ber Konsens gesprochen werden, ├╝ber Gewalt und Geschlechterbilder, findet Psychologin Schwark. Auch Psychotherapeut Jonas Kneer sieht Potenzial durch Lernen: "Viele Menschen haben ein schlechtes Gef├╝hl f├╝r eigene sexuelle Bed├╝rfnisse und die anderer - das beg├╝nstigt sexuelle Grenz├╝berschreitungen.

Es ist wichtig, zu lernen, die Bed├╝rfnisse anderer zu erfragen und ein Gef├╝hl zu entwickeln, wie man sexuell aktiv sein kann und dabei Grenzen wahrt."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Jan Moelleken
Von Steve Haak, Jan M├Âlleken

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website