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re:publica 2018: Mit Zivilcourage gegen den Hass im Netz


re:publica 2018
Mit Zivilcourage gegen den Hass im Netz

Von dpa
Aktualisiert am 03.05.2018Lesedauer: 2 Min.
Internetkonferenz re:publica 2018Vergrößern des BildesInternetkonferenz re:publica 2018: Eine Marionette wird durch die Besucher über die Internetkonferenz re:publica geführt. (Quelle: Britta Pedersen/dpa-bilder)
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Was tun gegen Hate Speech? Hat sich der Hass im Netz gewandelt? Und wie kann die Zivilcourage im Internet gestärkt werden? Diese Fragen wurden intensiv auf der Internetmesse re:publica diskutiert.

"Für mich hat sich der Hass insofern in den letzten Jahren geändert, als dass er viel klüger geworden ist", sagte die deutsch-türkische Netz-Aktivistin Kübra Gümüsay. Der Hass sei vielleicht leiser geworden - aber diejenigen, die den Shitstorm orchestrierten, hätten das Publikum genau erkannt.

"Es werden scheinbare Mehrheitsmeinungen gebildet, die sich auf die tatsächliche Meinungsbildung massiv auswirken", sagte Hannes Ley, der vor zwei Jahren die Facebook-Gruppe #ichbinhier ins Leben gerufen hat. Sie hat inzwischen mehr als 40 000 Nutzer, die sich den Hasskommentaren entgegenstellen. Er glaube immer noch an die liberale Mehrheit, aber die gelte es zu schützen. Deshalb müssten mehr Menschen einschreiten, "wenn Grenzen des Anstands überschritten sind".

"Die pluralistische Gesellschaft soll eingeschüchtert werden", sagt auch Gerald Hensel. Der Werber rief 2016 die Initiative #KeinGeldFürRechts ins Leben. Damit will er Werbetreibende dafür sensibilisieren, keine Werbung auf extremen Seiten zu schalten.

Hensels Aufruf rief im Netz extreme Anfeindungen hervor. "Das waren zwei Wochen in meinem Leben, die das Ausscheiden bei meinem ehemaligen Arbeitgeber und Morddrohungen ergeben haben", berichtet der Werbe-Experte. "Da waren schon eine sehr organisierte digitale Wellen dahinter". Der Druck auf Leute, die sich engagieren, oder darüber nachdenken, sei gestiegen. Ihnen werde vermittelt, "bloß nicht den Mund aufzumachen".

Digitalkompetenz wird wichtiger

Aber was kann getan werden, um den Hass im Netz einzudämmen? Ley und seinen Mitstreiter besuchen Schulen und üben direkt mit den Jugendlichen den Diskurs. "Wir wollen Menschen beibringen, wie man im digitalen Raum sachlich und einigermaßen mit Anstand diskutiert."

Gümüsay sprach sich auch für eine bessere Digitalkompetenz aus: "Wir müssen beispielsweise älteren Menschen beibringen, dass sie es nicht immer mit echten Menschen zu tun haben, sondern durchaus auch mit Trollen und Bots." Ihrer Erfahrung nach würden sich die Programme, die sich im Netz als menschliche Person ausgeben, immer weiter verbessern. "Sie lernen ja durch uns und die Art und Weise wie wir reagieren und werden sich noch besser kaschieren." Irgendwann würden auch Experten diese nicht mehr erkennen.

Verwendete Quellen
  • dpa
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