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IFA: Mit diesen Tipps werden Sie zum Router-Profi

Fachbegriffe leicht erklärt  

Was Sie schon immer über WLAN-Router wissen wollten

Von Ali Vahid Roodsari

08.09.2019, 11:08 Uhr
IFA: Mit diesen Tipps werden Sie zum Router-Profi. Ein Mann schließt einen Router an: Wer einen Router kaufen will, sollte verschiedene Dinge beachten.  (Quelle: Getty Images/simpson33)

Ein Mann schließt einen Router an: Wer einen Router kaufen will, sollte verschiedene Dinge beachten. (Quelle: simpson33/Getty Images)

Ein Router steht heutzutage in so gut wie jeder Wohnung. Dabei gibt es eine Vielzahl von Modellen der Geräte. Was müssen Nutzer beim Kauf beachten – und wofür steht Wi-Fi 6? Ein Ratgeber.

Auf der IFA 2019 präsentieren Hersteller wie AVM oder TP-Link ihre neuen Routermodelle. AVM zeigt beispielsweise Fritz!Boxen, die den neuen WLAN-Standard Wi-Fi 6 unterstützen oder 5G-fähig sind. Auch TP-Link hat Wi-Fi-6- und Mesh-Fähige Geräte im Angebot.

Doch was nutzt Wi-Fi 6? Was bedeutet Mesh? Und was sollten Nutzer beim Routerkauf beachten? t-online.de hat auf der IFA mit Experten die wichtigsten Fragen geklärt.

Was ist generell wichtig beim Routerkauf?

Das kommt auf Ihre Ansprüche an. Achten Sie darauf, dass der Router die Geschwindigkeit Ihres Tarifs erreichen kann. Das ist vor allem bei alten Geräten wichtig. Auch gibt es Router, die kein WLAN oder Dualband unterstützen. Und wenn Sie nur mit dem Kabel ins Internet wollen, achten Sie darauf, dass das Gerät genug LAN-Anschlüsse hat. Es macht zudem einen Unterschied, ob Sie Festnetz- oder Internettelefonie nutzen wollen. Hier muss der Router die entsprechenden Schnittstellen besitzen. Wenn Sie ein schnurloses Telefon verwenden, sollte der Router vermutlich DECT-fähig sein.

Dualband? Dect? Was bedeutet das alles?

Anbei übliche Begriffe, auf die Sie beim Routerkauf stoßen können:

  • Wi-Fi 6 (auch: 802.11ax): Das ist die neueste WLAN-Generation. Die soll theoretische Datenraten von bis zu 11 Gigabit pro Sekunde schaffen. Voraussetzung dafür sind auch passende Geräte und ein entsprechender Tarif.
  • WLAN AC: Hierbei handelt es sich um eine Bezeichnung für Wi-Fi 5 (auch 802.11ac). 802.11n steht für Wi-Fi 4. Ein Router mit WLAN AC + N ist beispielsweise Wi-Fi-4- und Wi-Fi-5-fähig.
  • Dualband (Frequenzband 2,4 Ghz/5 Ghz:): WLAN wird über 2,4 Gigahertz oder 5 Gigahertz-Frequenzbänder übertragen. 2,4 Ghz strahlt dabei weiter, 5 Ghz erlaubt höhere Geschwindigkeiten. Um diese nutzen zu können, müssen Geräte wie Smartphones aber auch auf die 5Ghz-Frequenz zugreifen können. 2,4 Ghz werden dabei auch von Geräten wie Mikrowellen genutzt, sodass hier eventuell Störungen auftreten können.
  • Mesh: Mesh-Systeme bestehen aus mehreren Funkstationen, die miteinander kommunizieren. Im Gegensatz zu Repeatern wird dabei nicht das Signal vom Router verstärkt, sondern die Geräte erzeugen selbst WLAN-Signale. Dadurch sollen Geräte im gesamten Bereich des Mesh-Systems stets volle Signalstärke haben.
  • Dect: Dect steht für "Digital Enhanced Cordless Telecommunications". Dabei handelt es sich um schnurlose Telefone, die Sie mit dem Router verbinden können.
  • LAN-Anschluss: Dabei handelt es sich um einen Anschluss, mit dem der Router per Kabel mit beispielsweise einem PC verbunden werden kann.

Warum sollte ich überhaupt einen Router kaufen? Reicht nicht das Gerät vom Provider?

Generell reicht ein Gerät von Ihrem Provider. Achten Sie aber auch darauf, dass der Hersteller den Router regelmäßig mit Sicherheitsupdates versorgt. Am besten klären Sie vorab, wie lange Updates gewährleistet werden. Hersteller wie AVM versprechen beispielsweise für fünf Jahre Updates.

Für viele Provider-Geräte müssen Sie zudem eine monatliche Gebühr zahlen. Diese beträgt für gewöhnlich etwa fünf Euro. Bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten sind das etwa 120 Euro in zwei Jahren. Hier kann es sich lohnen, ein eigenes Gerät anzuschaffen. Der Vorteil: Das müssen Sie nach Vertragsende nicht an den Provider zurückschicken und können es weiterverwenden.

Wie lange kann ich einen Router verwenden?

Theoretisch, so lange er funktioniert. In der Praxis sollten Sie aber auch darauf achten, dass das Gerät weiterhin Sicherheitsupdates erhält. Auch sollte es die Geschwindigkeiten Ihres Tarifs erreichen. Hier finden Sie einen Speedtest, mit dem Sie Ihre aktuelle Verbindungsgeschwindigkeit prüfen können.

Welche Rolle spielt die Wohnungsgröße beim Routerkauf?

Bei einer zu großen Wohnung oder einem Haus kann das WLAN-Signal nicht in alle Ecken des Heims reichen. Auch bauliche Gegebenheiten wie eine Fußbodenheizung können den Funkempfang stören.

Kann ich das WLAN-Signal verbessern, wenn ich die Tür offen lasse?

Das kommt auf die Tür an: Bei einer offenen Metalltür kann sich das Signal verbessern. Eine Holztür sollte aktuelle Geräte aber nicht stören.

Wo sollte ich den Router am besten hinstellen?

Für ein gutes WLAN-Signal raten Experten zu erhöhten Positionen – wie auf einer Anrichte. Grundsätzlich gilt: Verstecken Sie das Gerät nicht unter dem Sofa oder hinter Schränken. Das kann das WLAN-Signal beeinflussen. Mehr Tipps zum Funkloch im Heimnetzwerk finden Sie hier. Eventuell kann es auch helfen, Antennen am Router in die entsprechende Richtung auszurichten.

Mein WLAN-Signal in der Wohnung/im Haus ist immer noch schlecht: Was kann ich tun?

Nutzen Sie einen Repeater oder eine Powerline-Verbindung. Mit beiden Geräten können Sie die Reichweite Ihres WLAN erhöhen. Bei einer Powerline-Verbindung wird dabei die Stromleitung genutzt. Das ist besonders sinnvoll, wenn Sie auch eine Funkverbindung in einem besonders abgelegenen Teil des Hauses herstellen wollen.

Sollte ich das WLAN des Routers nachts ausschalten?

Sie können mithilfe einer Zeitschaltefunktion in den Einstellungen des Routers das WLAN ausschalten. Das kann dabei helfen, Strom zu sparen. Ob sich das lohnt, hängt von Ihrem Router ab. Bei einer Fritz!Box können Sie die Zeitschaltung so aktivieren:

  1. Geben Sie in die Adressleiste des Browsers http://192.168.178.1 ein. Mit dieser IP lassen sich auch bei vielen anderen Geräten die Einstellungen öffnen. Alternativ versuchen Sie bei Ihrer Fritz!Box folgende Adresse: http://fritz.box
  2. Suchen Sie die Einstellung "WLAN" und in diesem Menü "Zeitschaltung"
  3. Aktivieren Sie "Zeitschaltung für das WLAN-Funknetz verwenden" und bestimmen Sie, zu welchen Zeiten das WLAN abgeschaltet werden soll.

Ich habe Angst, in den Einstellungen etwas kaputtzumachen.

Mit dieser Furcht sind Sie nicht allein. Eine aktuelle Umfrage von Kaspersky zeigt, dass viele Nutzer schon bei der Routereinrichtung überfordert sind. Doch der Router lässt sich mit wenigen Handgriffen auf Werkeinstellungen zurücksetzen: Für gewöhnlich müssen Sie dafür für zehn Sekunden die Reset-Taste des Geräts gedrückt halten. Wenn Sie das tun, werden aber auch Einstellungen wie ein individuelles WLAN-Passwort gelöscht.


Muss ich das vorgegebene WLAN-Passwort des Geräts ändern?

Aktuelle Geräte sollten einzigartige Passwörter besitzen, die sicher sein sollten. Wenn Sie das Passwort ändern wollen, können Sie das in den Einstellungen tun. Auch das Zugangspasswort des Geräts sollten Sie ändern. Das ist besonders sinnvoll, wenn es sich um ein Standardpasswort wie "1234" handelt. Tipps für starke Kennwörter finden Sie hier.

Welche Einstellungen lassen sich noch vornehmen?

Das kommt auf Ihr Gerät an. Beispielsweise können Sie ein Frequenzband aktivieren oder deaktivieren. Auch lässt sich ein Gast-WLAN einrichten, oder bestimmte Seiten blockieren. So können Nutzer im Netzwerk nicht mehr auf die entsprechenden Websites zugreifen. Bei einer Fritz!Box geht das so:

  1. Geben Sie in die Adressleiste des Browsers http://192.168.178.1 ein. Mit dieser IP lassen sich auch bei vielen anderen Geräten die Einstellungen öffnen. Alternativ versuchen Sie bei Ihrer Fritz!Box folgende Adresse: http://fritz.box
  2. Wählen Sie im Menü "Internet", "Filter", dann auf "Listen".
  3. Klicken Sie hier auf den Link "bearbeiten"
  4. Hier können Sie eine Internetadresse eingeben, die Sie blocken möchten. Verzichten Sie dabei auf das Präfix "http" oder "https".
Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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