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TV-Begriffe: Wirbel um Google-Treffer mit leichtbekleideten Kindern

Bei Suche nach TV-Begriffen  

Wirbel um Google-Treffer mit leichtbekleideten Kindern

21.04.2020, 19:41 Uhr
TV-Begriffe: Wirbel um Google-Treffer mit leichtbekleideten Kindern. Google: Die Suchmaschine lieferte bei einer zunächst unverfänglich anmutenden Bildersuche eine Galerie von Mädchen in Bikinis. (Quelle: imago images)

Google: Die Suchmaschine lieferte bei einer zunächst unverfänglich anmutenden Bildersuche eine Galerie von Mädchen in Bikinis. (Quelle: imago images)

Google-Suchergebnisse mit pädophilenfreundlichen Ergebnissen auf dem Silbertablett? Eine Trefferliste mit Bildern löst Empörung aus. Ein Faktencheck, wie es dazu gekommen ist.

Irgendwer hatte es in der Nacht zum Dienstag entdeckt, seither verbreitet es sich wie ein Lauffeuer: Was ist da mit Google los, fragen sich Nutzer angesichts der Ergebnisse bei einer Bildersuche: Wer "tv television and film" eingibt, sah zumindest am Dienstag als erste Treffer eine Galerie eindeutig minderjähriger Mädchen in Bikinis. Im Google-Hilfeforum wurde umgehend die Frage gepostet: "Was zur Hölle! Wie kann diese Kinderpornografie möglich sein?"

Die Erklärung liegt zum einen darin, dass die angezeigten Inhalte der Mädchen in Badebekleidung nicht verboten sind. Auch wenn die Zusammenstellung naheliegt, dass die Sammlung Menschen mit pädophilen Neigungen anspricht, handelt es sich nicht um kinderpornografisches Material. Verbotene Inhalte werden bei den großen Seiten weitgehend automatisiert ausgefiltert. Der andere Grund ist die Funktionsweise der Suchmaschine: Sie sucht nach Bildern, die mit den eingegebenen Suchbegriffen idealerweise vielfach eng verknüpft sind.

Googles Suchergebnisse für "tv television and film": Es tauchen Fotos auf, die in einem 4chan-Board mit genau diesem Namen hochgeladen wurden. Aus Sicht der Software sind die Bilder von Kindern in Bikinis deshalb die besten Treffer.  (Quelle: Screenshot)Googles Suchergebnisse für "tv television and film": Es tauchen Fotos auf, die in einem 4chan-Board mit genau diesem Namen hochgeladen wurden. Aus Sicht der Software sind die Bilder von Kindern in Bikinis deshalb die besten Treffer. (Quelle: Screenshot)

Treffer führen zu Seite mit Name der Suche

In einem Imageboard gibt es eine entsprechende Unterseite mit dem Namen "/tv television and film", der genau diese Suchwörter in dieser Reihenfolge enthält. Die Suchtreffer der leichtbekleideten Kinder führen alle zu einer archivierten Version des Boards. Die Software schließt daraus, dass diese Treffer dem Suchwunsch am besten entsprechen. Im Laufe des Tages veränderte sich die Google-Trefferliste, weil nun dort auch Beiträge zu dem Thema auftauchten.

Es ist aber unklar, wieso in dem Board mit Beiträgen auf mehr als 30.000 Seiten gerade diese Bilder bei Google angezeigt werden. In der Szene dieser Seiten gab es auch in der Vergangenheit schon mehrfach erfolgreiche Versuche, Suchmaschinenergebnisse, Abstimmungen oder Darstellungen auf Google Maps zu manipulieren. Von Google hieß es auf t-online.de-Anfrage, man kümmere sich um den Fall. Eine Erklärung gab es zunächst nicht.

Verbreitet durch Naidoo-Umfeld 

Fahrt nahm die Entdeckung in Deutschland auf, nachdem sie in einem Telegram-Kanal aus dem Umfeld von Xavier Naidoo gepostet wurde. Dort dient das Google-Ergebnis manchen Menschen als Beleg für die im Dunstkreis der QAnon-Bewegung verbreitete Theorie, "Eliten" in Filmbranche und Politik seien Teil eines globalen Kinderschänder-Netzwerks. Angeblich hätte über Ostern auch die Befreiung Hunderttausender Kinder abgeschlossen werden sollen und es zu Massenfestnahmen "der Elite" kommen sollen.

Am häufigsten gesucht wurde die Wortkombination öffentlich verfügbaren Google-Daten zufolge in der Folge in Sachsen, dann in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und im Saarland.    

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen

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