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Impfzentrum packt 1.494 EmpfÀnger sichtbar in Absagemail

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 16.03.2021Lesedauer: 3 Min.
Impfzentrum Ennepe-Ruhr: Nach dem Aussetzen der Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin mussten fĂŒr 1.449 BĂŒrger Termine abgesagt werden. Alle fanden sich im Adressfeld der Benachrichtigungs-E-Mail.
Impfzentrum Ennepe-Ruhr: Nach dem Aussetzen der Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin mussten fĂŒr 1.449 BĂŒrger Termine abgesagt werden. Alle fanden sich im Adressfeld der Benachrichtigungs-E-Mail. (Quelle: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis)
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Nach dem Impfstopp mit dem Wirkstoff von Astrazeneca mussten die Impfzentren in Windeseile die betroffenen Impfkandidaten informieren. Im sĂŒdlichen Ruhrgebiet ist das schiefgegangen.

Hat jemand auf "Allen antworten" geklickt? Das Impfzentrum Ennepe-Ruhr hat am Montag eine Mail an 1.494 EmpfĂ€nger verschickt – alle standen sichtbar im "An"-Feld der E-Mail. Einer der EmpfĂ€nger machte die Datenschutzpanne im Netzwerk Jodel öffentlich.

Großes Ärgernis ist, dass in Ennepetal zumindest bis kommenden Sonntag nur Menschen ĂŒber 80 geimpft werden können. Pro Tag wurden zusĂ€tzlich 250 bis 280 Termine fĂŒr Personal von Kitas und Grundschulen und an weitere Berufsgruppen vergeben, die in der ImpfprioritĂ€t vorgezogen worden sind. Kreisverwaltung und Impfzentrum hatten sogar ein Video produziert, um unter diesen Menschen fĂŒr den ungeliebten Astrazeneca-Impfstoff zu werben. Termine waren abgesagt worden oder Impfkandidaten nicht erschienen.

"Sammelmails ĂŒber Buchungssystem"

Nun musste das Impfzentrum seinerseits die Astrazeneca-Impftermine absagen – und tat das mit der peinlichen Mail. Alle EmpfĂ€nger haben jetzt alle Adressen. Ein Sprecher der Kreisverwaltung bestĂ€tigte t-online das Missgeschick: Beim BemĂŒhen, die Betroffenen schnell zu informieren, habe eine Mitarbeiterin die Adressen ins falsche Feld kopiert.

ZunĂ€chst habe der Versand mit einem anderen Mailprogramm nicht funktioniert, beim Wechsel zum anderen sei der Fehler unterlaufen. "Das ist passiert, das soll nicht passieren, und wir können nur um Entschuldigung bitten." Aus der Verwaltung heißt es, die Panne sei ausgerechnet einer Mitarbeiterin passiert, die sich bei dem Thema sehr stark engagiere. Landrat Olaf Schade (SPD) dazu: "Ohne ihren unermĂŒdlichen Einsatz, ihre Ideen und ihre Kenntnisse stĂŒnde das Impfzentrum heute nicht da, wo es steht. Wo an sieben Tagen in der Woche so engagiert gearbeitet wird, da passieren leider auch mal Fehler."

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Absage-Mail: 1.494 Adressen finden sich im Adressfeld.
Absage-Mail: 1.494 Adressen finden sich im Adressfeld. (Quelle: Screenshot)

Der Kreis ist zustĂ€ndig fĂŒr die organisatorischen AblĂ€ufe im Impfzentrum. Er hatte auch mit dem Unmut von Senioren zu kĂ€mpfen, die durch das Buchungssystem der KassenĂ€rztlichen Vereinigung dutzendfach zu Terminen erschienen, die lĂ€ngst vergeben waren.

Bußgeld bei VerstĂ¶ĂŸen möglich

Nun geht es um die Adressen: Das Nutzen offener E-Mail-Verteiler kann einen Verstoß nach der Datenschutz-Grundverordnung darstellen. Bereits 2013 hatte der Bayerische Datenschutzbeauftragte ein Bußgeld gegen die Mitarbeiterin eines Handelsunternehmens verhĂ€ngt. Die Frau hatte eine Mail verschickt, die ausgedruckt zehn Seiten lang war – neuneinhalb Seiten davon waren E-Mail-Adressen. Die Behörde kĂŒndigte damals an, kĂŒnftig auch gegen die Unternehmensleitung ein Bußgeld zu verhĂ€ngen – da die fĂŒr das Thema offenbar nicht ausreichend sensibilisiert hatte.

Das Bcc-Feld hilft
Personenbezogene E-Mail-Adressen dĂŒrfen bei mehreren EmpfĂ€ngern ohne deren Einwilligung nicht in die Felder "An" oder "Cc" eingegeben werden. DafĂŒr sollte das "Bcc"-Feld ( Blind Carbon Copy, also Blindkopie) genutzt werden. Das gilt nicht, wenn die EmpfĂ€nger sich etwa kennen und gemeinsam an einem Projekt arbeiten.

Der aktuelle Fall dĂŒrfte die Landesdatenschutzbehörde von NRW (LDI) noch beschĂ€ftigen. "Nach Vorliegen aller relevanten Informationen sowie der Stellungnahme der verantwortlichen Stelle werden wir entscheiden, welche Maßnahmen zu treffen sind", erklĂ€rte ein Sprecher t-online.

Kein Bußgeld bei Behörden

Der Versand von E-Mails mit offenen Verteilerlisten ist dort immer wieder ein Thema, wie es im Jahresbericht 2019 hieß. "Ursache waren zumeist IrrtĂŒmer oder NachlĂ€ssigkeiten von Mitarbeitern, also menschliche Fehlhandlungen." Die datenschutzrechtliche Bewertung sei vom Einzelfall abhĂ€ngig, so der Sprecher. "In der Regel weisen wir Verantwortliche auf den vorliegenden Datenschutzverstoß hin, sanktionieren jedoch nur in AusnahmefĂ€llen." Gegen Behörden können nach dem Bundesdatenschutzgesetz auch keine Bußgelder verhĂ€ngt werden.

Dabei kann Fehlverhalten auch Folgen fĂŒr Privatleute haben: Ein Mann, der an einen Verteiler von Hunderten EmpfĂ€ngern im Adressfeld wĂŒtende Mails geschickt hatte, wurde vom Datenschutzbeauftragten von Sachsen-Anhalt fĂŒr mehrere FĂ€lle zu 2.628,50 Euro Bußgeld verdonnert.

Der Text wurde mit dem Zitat des Landrats und einer Stellungnahme der Datenschutzbehörde NRW sowie dem Hinweis aktualisiert, dass gegen Behörden keine Bußgelder verhĂ€ngt werden.

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