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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Schnee auf dem Dach wird schnell zur Gefahr

dpa-tmn, t-online, rw

Aktualisiert am 28.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Schneelast auf Dach: Sie belastet die Hausstatik und gefÀhrdet Passanten sowie parkende Autos. (Symbolfoto)
Schneelast auf Dach: Sie belastet die Hausstatik und gefÀhrdet Passanten sowie parkende Autos. (Symbolfoto) (Quelle: imagebroker/imago-images-bilder)
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Klirrende KĂ€lte und dicke Schneedecken auf HĂ€userdĂ€chern: Was zunĂ€chst schön aussieht, kann schnell lebensgefĂ€hrlich werden. Die Verantwortung tragen der HauseigentĂŒmer oder die Mieter. So sorgen Sie fĂŒr Sicherheit.

Das Wichtigste im Überblick


  • Hausbesitzer haften bei UnfĂ€llen
  • Kritische Stellen schon vorbeugend sichern
  • Welche Schneefangsysteme gibt es?
  • Ab welcher Menge wird's gefĂ€hrlich?

Schneebedeckte DĂ€cher sind im Winter nichts Außergewöhnliches. Aber: Bei lang anhaltender KĂ€lte und starken SchneefĂ€llen sollten Hausbesitzer regelmĂ€ĂŸig das Dach kontrollieren. Das gilt vor allem, aber nicht nur fĂŒr EigentĂŒmer in Regionen, in denen es eher selten und wenig schneit – und die weiße Pracht oft unterschĂ€tzt wird.


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Liegt viel Schnee auf dem Dach und achten Hausbesitzer nicht auf Warnzeichen, können erhebliche Strafen drohen. Und zwar fĂŒr den Fall, dass Dritte durch Dachlawinen oder herabfallende Eiszapfen zu Schaden kommen. Der EigentĂŒmer ist hier fĂŒr die sogenannte Verkehrssicherungspflicht verantwortlich.

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Hausbesitzer haften bei UnfÀllen

Diese Pflicht legt fest, dass der Hausbesitzer alle vorhersehbaren Gefahren fĂŒr Dritte vermeiden beziehungsweise umgehend beseitigen muss, sobald sie eintreten. Dazu zĂ€hlt auch, Passanten bei akuter Gefahr von abgehenden Dachlawinen rechtzeitig zu warnen. Zum Beispiel mit einem Warnschild auf dem Gehweg.

DarĂŒber hinaus muss das Dach von Schnee und Eis befreit werden. Aus SicherheitsgrĂŒnden sollte eine solche SchneerĂ€umung nur ein professioneller Dachdecker durchfĂŒhren. Kommt ein Hausbesitzer seinen Pflichten nicht nach, muss er fĂŒr die daraus entstandenen SchĂ€den haften. Vor allem bei UnfĂ€llen mit Personenschaden kann das sehr teuer werden.

Ein Vermieter kann Teile seiner Verkehrssicherungspflichten allerdings auf die im betreffenden GebĂ€ude lebenden Mieter ĂŒbertragen. Entsprechende Regelungen sollten genau im Mietvertrag festgehalten werden. Dennoch: Kommen Mieter ihren Pflichten nicht nach, kann im Schadensfall der Vermieter mithaften. Der Grund: Er hat als EigentĂŒmer weiterhin eine Kontrollpflicht.

Dicke Schneeschicht: Sie kann fĂŒr die Dachkonstruktion des Hauses gefĂ€hrlich werden. (Symbolfoto)
Dicke Schneeschicht: Sie kann fĂŒr die Dachkonstruktion des Hauses gefĂ€hrlich werden. (Symbolfoto) (Quelle: Meike Engels/imago-images-bilder)

Kritische Stellen schon vorbeugend sichern

An sicherheitsrelevanten Bereichen des Daches – etwa ĂŒber EingĂ€ngen, frei zugĂ€nglichen Wegen oder VerkehrsflĂ€chen – sollten vorbeugend Schneefangsysteme montiert werden. Diese halten den Schnee auf dem Dach und minimieren die Gefahr abgehender Dachlawinen.

  • Gerichtsurteil: MĂŒssen ParkplĂ€tze vom Schnee gerĂ€umt werden?

Die Installation derartiger Systeme ist oft sogar in den kommunalen Bauordnungen vorgeschrieben – vor allem im schneereichen SĂŒden Deutschlands. DĂ€cher mit einer Neigung von ĂŒber 45 Grad mĂŒssen generell mit Schneefangsystemen ausgerĂŒstet sein.

Welche Schneefangsysteme gibt es?

Im Handel sind verschiedene Systeme erhÀltlich: Schneefanggitter oder in Haken eingehÀngte Rundhölzer, die an der Dachkante angebracht werden, halten den Schnee auf dem Dach, wenn er ins Rutschen kommt. Damit das gar nicht erst passiert, sind vor allem in schneereichen Regionen auch sogenannte Schneestopper empfehlenswert.

Das sind MetallbĂŒgel, die in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden auf dem Dach installiert werden. Schneestopper verhindern, dass der Schnee in Richtung Dachkante abrutscht, sodass die Traglast gleichmĂ€ĂŸig auf das gesamte Dach verteilt bleibt. Wegen dieses Effekts helfen Schneestopper sogar beim Energiesparen, denn eine gleichmĂ€ĂŸige Schneedecke isoliert sehr gut.

Ab welcher Menge wird's gefÀhrlich?

Ob das Dach die Schneelast dauerhaft aushalten kann, hĂ€ngt nicht allein von der Schneedicke auf dem Dach ab. Auch die Zusammensetzung der weißen Schicht ist wichtig. Darauf weist Horst Lenz, PrĂ€sident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz in Mainz, hin. Besonders schwer ist sehr nasser, schon etwas angetauter Schnee. Zehn Zentimeter Nassschnee könnten bis zu 40 Kilogramm pro Quadratmeter wiegen, Eis sogar 90 Kilogramm.

Die maximale TragfĂ€higkeit können Hausbesitzer im sogenannten Standsicherheitsnachweis ihres Daches nachlesen. Sind diese Unterlagen verloren gegangen, erteilt auch das örtliche Bauamt AuskĂŒnfte. SpĂ€testens wenn die zulĂ€ssige Schneelast erreicht ist, sollte das Dach gerĂ€umt werden. Lenz betont aber, wegen der Unfallgefahr solle man sich dafĂŒr beim professionellen Dachdecker oder der Feuerwehr Hilfe suchen.

Deutschland hat drei Schneelastzonen

Einen Hinweis auf die Traglast geben auch die Schneelastzonen, in die Deutschland eingeteilt ist. GrundsĂ€tzlich lĂ€sst sich sagen: Je höher der Standort eines GebĂ€udes liegt, umso mehr schneit es normalerweise im Winter in der Region. Und umso höher sind die vorgeschriebenen Grenzwerte fĂŒr die Schneelast.

Aber ĂŒberraschenderweise haben auch die KĂŒstenregionen Mecklenburg-Vorpommerns den höchsten GefĂ€hrdungsgrad Zone 3. Ein Großteil des flachen Norddeutschlands liegt in der zweithöchsten Zone 2a, wĂ€hrend einige Regionen Bayerns in Zone 1 liegen. Das liegt daran, dass es in der Vergangenheit im Norddeutschen Tiefland besonders schlimme Winterwitterungen gab und solche seltenen FĂ€lle berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen.

DasBundesamt fĂŒr Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe(BBK) gibt online einen groben Deutschland-Überblick, die Schneelastzonen der einzelnen Landkreise kann man ĂŒber die Seite desDeutschen Instituts fĂŒr Bautechnikrecherchieren.

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Im konkreten Fall sind beide Informationen jedoch nur bedingt etwas wert, denn man muss auch das Gewicht des Schnees kennen. Dieses lÀsst sich aber nicht einfach anhand der Schneehöhe bestimmen, es ist auch abhÀngig von der Schneeart.

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