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Holz beizen: So geht es richtig – Anleitung, Tipps und Tricks

So geht's richtig  

Holz beizen: Diese typischen Fehler sollten Sie vermeiden

01.03.2020, 09:00 Uhr | dpa-tmn, t-online.de, ron

Holz beizen: So geht es richtig – Anleitung, Tipps und Tricks. Holz beizen: Experten raten beim Beizen von Holzmöbeln von der Verwendung eines Pinsels ab. (Quelle: imago images/Westend61)

Holz beizen: Experten raten beim Beizen von Holzmöbeln von der Verwendung eines Pinsels ab. (Quelle: Westend61/imago images)

Neuer Look für alte Möbel – ohne die natürliche Holzstruktur zu verändern oder zu verdecken: Beizen macht's möglich. Wie Sie Schritt für Schritt ihre Lieblingsmöbel ganz leicht verschönern.

Das Beizen eignet sich sowohl für antike Möbel – wie Omas altes Büffet – als auch für robustere Hölzer im Innen- und Außenbereich. Selbst verwitterte Gartenmöbel aus vergrautem Tropenholz wirken mit Beize wieder wie neu.

Das passiert beim Beizen

Das Besondere: Beim Beizen bleiben die natürlichen Strukturen nicht nur erhalten, sie werden sogar hervorgehoben. Wenn die Beize tief in die Poren des Holzes eindringt, kommen Jahresringe, Maserungen und Kontraste stärker zum Vorschein. Im Handel sind Beizen in verschiedenen Holztönen erhältlich. Sogar bunte Farben gibt es. Zudem sind die meisten im Handel erhältlichen Beizen umweltverträglich, zum Beispiel Holzbeizen auf Wasserbasis.

Holz vorher abbeizen mit Hausmitteln

Bevor Sie Ihre Möbel beizen, sollten Sie zuvor – wenn notwendig – alte Farbanstriche abbeizen beziehungsweise ablösen und aufweichen, damit sich diese entfernen lassen.

Info
Beachten Sie aber, dass das Abbeizen gefährlich sein kann – sowohl für Ihre Gesundheit als auch für das Möbelstück selbst und die Umwelt. Der Grund: die teilweise sehr aggressiven und giftigen Inhaltsstoffe der alten Farben.

Mögliche Hausmittel zum Möbelabbeizen sind Soda, Essig oder hochkonzentrierter Alkohol (Isopropylalkohol). Bei allen Hausmitteln entsteht während des Einwirkens eine sogenannte Schlämme, die Altfarbe und Beizmittel enthält. Diese muss immer in altem Stoff oder Papier (Zeitungen) aufgefangen werden und unbedingt als Sondermüll entsorgt werden.

Tipp 1: Metallteile entfernen

Vor dem Beizen sollte das Holz sauber, staubfrei, geschliffen oder glatt gebürstet sein. Zudem dürfen sich keine Leimrückstände daran befinden. Holz lässt sich optimal mit weichen Drahtbürsten aus weniger harten Materialien wie Kupfer oder Messing säubern.

Vor dem Beizen Holz abschleifen: Sie können das Material mit Schleifpapier oder mit Schleifgeräten bearbeiten. (Quelle: dpa/DIY-Academy/Bosch)Vor dem Beizen Holz abschleifen: Sie können das Material mit Schleifpapier oder mit Schleifgeräten bearbeiten. (Quelle: DIY-Academy/Bosch/dpa)

Außerdem sollten alle Metallbeschläge entfernt werden, da diese mit der Beize chemisch reagieren und so Farbunterschiede hervorrufen können. Auch beim Werkzeug ist Vorsicht geboten: Es sollten keine Pinsel verwendet werden, bei denen Metall verarbeitet ist.

Tipp 2: Holz wässern und schleifen

Besonders aufnahmefähig wird das Holz, wenn es vor einem letzten Schleifen kurz mit einem Schwamm gewässert wird. Nach dem Trocknen schleift man die Oberfläche dann noch einmal ab. Dafür eignet sich ein 100er- oder 120er-Schleifpapier. Auch ein feines 200er-Papier lässt sich einsetzen. Bei einem so feinen Schliff dringt die Beize später aber nicht sehr tief ein.

Holztisch schleifen: Dafür eignet sich ein spezielles 100er- oder 120er-Schleifpapier. (Quelle: imago images/Westend61)Holztisch schleifen: Dafür eignet sich ein spezielles 100er- oder 120er-Schleifpapier. (Quelle: Westend61/imago images)

Der entstehende Holzstaub muss vor dem Beizen sorgfältig entfernt werden. Bevor es an das Beizen größerer Flächen geht, sollten nicht nur Anfänger eine Probe an einer Stelle des Holzes machen, die nicht so sehr im Blickfeld liegt. Denn die Beize hat nicht immer den gleichen Effekt bei der Verarbeitung: Je nach Holzart  – wie Eiche, Nussbaum oder Kiefer – entsteht ein anderer Farbton.

Tipp 3: Schutzutensilien nutzen

Beize ist sowohl in Flüssig- als auch in Pulverform erhältlich und wird jeweils in Wasser angerührt. Achten Sie bei der Verwendung darauf, dass Beize Peroxid erhält. Die chemische Verbindung wirkt bleichend – und zwar nicht nur auf Holz, sondern auch auf Haut und Kleidung.

Unser Tipp
Verwenden Sie unbedingt Schutzbrille, Handschuhe und Mundschutz.

Tipp 4: Farb- und Lackreste entfernen

Es gibt Farbstoffbeizen auf Wasserbasis und lösungsmittelhaltige Produkte. Wasserlösliche Beizen werden in drei Varianten angeboten:

  • reines Pulver
  • Gemisch mit Wasser
  • Alkohol-Wasser-Basis.

Bei den wasserlöslichen Beizen dringen die Farbpigmente ins Holz ein und verleihen ihm einen klaren Farbton. Die Oberfläche des Holzes muss entweder roh oder frisch abgeschliffen sein. Alle alten Farb- oder Lackreste sind vollständig zu entfernen. Wichtig: Jeder Fremdkörper hinterlässt Flecken und unschöne Spuren auf dem gebeizten Holz.

Lackreste auf einer Holzoberfläche: Bevor Sie beizen, müssen Sie alle alten Farbreste beseitigen. (Quelle: imago images/imagebroker/strigl)Lackreste auf einer Holzoberfläche: Bevor Sie beizen, müssen Sie alle alten Farbreste beseitigen. (Quelle: imagebroker/strigl/imago images)

Einfacher ist lösungsmittelhaltige Beize zu handhaben. Hier treten die Strukturen des Holzes etwas rustikaler hervor. Wirbel und Äste sind besser zu sehen. Kleine Reste von altem Lack werden eher toleriert und kaschiert.

Tipp 5: Mit Lappen oder Schwamm auftragen

Beim Beizen kommt es darauf an, die Fläche möglichst in einem Arbeitsgang vollständig zu bestreichen und nicht zwischendurch abzusetzen. So bilden sich keine Ansätze.

Der häufigste Anfängerfehler ist, dass zuviel Flüssigkeit aufgetragen wird – und das auch noch unregelmäßig. Deshalb empfiehlt sich statt eines Pinsels ein Lappen oder Schwamm. So lässt sich die Beize dünner und gleichmäßiger auftragen. Bei wasserlöslicher Beize kann es sogar sinnvoll sein, eine Spritze mit feiner Düse zu verwenden.

Tipp 6: Nach dem Beizen: Lasieren oder lackieren

Beizen schützt aber nicht vor äußeren Einflüssen wie UV-Strahlung. Im Außenbereich benötigt Holz eine zusätzliche Schutzschicht, etwa eine Lasur oder einen Klarlack.

Holz lasieren: Der häufigste Anfängerfehler ist, dass mit dem Pinsel zuviel Flüssigkeit aufgetragen wird. (Quelle: imago images/Westend61)Holz lasieren: Der häufigste Anfängerfehler ist, dass mit dem Pinsel zuviel Flüssigkeit aufgetragen wird. (Quelle: Westend61/imago images)

Heimwerker sollten bedenken, dass diese weitere Schicht das Erscheinungsbild des Holzes noch einmal verändert. Während die Beize eine natürliche raue Oberfläche hinterlässt, wird diese mit Lasieren oder Lackieren etwas glatter und glänzender.

Was ist der Unterschied zwischen Beize, Lasur und Lack?

  • Beize dringt tief ins Holz ein – enthält aber keinen Holzschutz und braucht daher immer einen schützenden Überzug, zum Beispiel eine Lackschicht.
  • Lasur dringt nicht ins Holz ein, sondern lagert sich auf dessen Oberfläche ab. Das Ergebnis ist eine nicht deckende, aber schützende Schicht. Ein weiterer Holzschutz wie eine Lackschicht ist daher bei Lasuren unnötig.

Tipp 7: Zwei-Komponenten-Lack nutzen

Wasserlösliche Beize stellt die Fasern auf, daher wird das Holz rauer. Bevor es nach dem Beizen lackiert werden kann, muss es daher noch einmal mit einem feinen Schleifpapier zwischenbehandelt werden.

Für Tische oder Stühle empfiehlt sich ein sogenannter Zwei-Komponenten-Lack. Der Grund: Mit ihm sind oft beanspruchte Oberflächen von Esstischen und Sitzmöbeln optimal geschützt. Die beiden Komponenten werden erst kurz vor dem Auftragen miteinander vermischt. Das Härtemittel macht den Lack besonders resistent.

Ein Ein-Komponenten-Lack bewahrt das schöne Holzbild besser, weil die Maserung offener bleibt. Dafür ist er aber sehr empfindlich.

Tipp 8: Holz weiß oder farbig beizen

Deko-Beize gibt es in vielen Farbtönen, auch in Weiß. Damit erhält das Holz eine transparente Färbung, ohne die Maserung zu verlieren. Zudem wird die natürliche Porenstruktur des Holzes zusätzlich betont.

Wenn Sie ein Möbel weißlich schimmern lassen möchten, ist auch eine Lasur empfehlenswert. Der Vorteil: Die Pigmente verbleiben auf der Holzoberfläche, lassen sich relativ einfach abschleifen – überdecken die Holzmaserung aber nicht.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Hausjournal: "Holz abbeizen – mit einem sanften Hausmittel beginnen"
  • Selbermachen: "Beizen oder Holzlasuren"
  • Stiftung Warentest: "Farbentfernung – ohne Gift geht's kaum"
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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