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Das erste eigene Haus: Ab welchem Alter lohnt sich eine Immobilie?


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Ab welchem Alter lohnt sich eine Immobilie?

Von dpa
Aktualisiert am 02.03.2020Lesedauer: 3 Min.
ImmobilienkĂ€ufer sind im Durchschnitt ĂŒber 30 Jahre alt.VergrĂ¶ĂŸern des BildesImmobilienkĂ€ufer sind im Durchschnitt ĂŒber 30 Jahre alt. Wer schon in jungen Jahren ĂŒber einen Kauf nachdenkt, kann schon mal anfangen, Eigenkapital aufzubauen. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn./dpa)
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Bremen (dpa/tmn) - Der Traum vom Eigenheim: Wer jung ist, denkt meist noch nicht daran. Wie auch, wenn man mit Mitte 20 vielleicht erst ein paar Arbeitsjahre hinter sich hat oder nach der UniversitÀt am Anfang der Karriere steht. Kein Wunder also, dass ImmobilienkÀufer meist nicht mehr zu den Twens zÀhlen.

In der Regel sind KĂ€ufer in Deutschland zwischen 30 und 50 Jahre alt. Das zumindest hat der Finanzdienstleister Dr. Klein auf Grundlage eigener Daten ermittelt. Der Durchschnitt beim ersten Erwerb einer eigenen Immobilie liegt demnach bei 39 Jahren.

Doch muss man wirklich so lange warten, um in die eigenen vier WÀnde zu ziehen? Nicht unbedingt, denn wer jung finanziert, hat lÀnger etwas von der eigenen Immobilie.

FrĂŒh Eigenkapital aufbauen

Wer nicht bis Ende 30 warten will, sollte sich vorbereiten. Das nötige Geld mĂŒsse da sein, sagt Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen. Will heißen: Ohne eigene Mittel geht es nicht. "Als Faustregel gilt ein Eigenkapital von mindestens 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises."

Max Herbst von der FMH Finanzberatung rĂ€t deshalb: So frĂŒh wie möglich anfangen, zu sparen. Eine Möglichkeit fĂŒr junge Verbraucher können börsengehandelte Fonds (ETF) sein. "Da habe ich so gut wie keine GebĂŒhren und bleibe flexibel", erklĂ€rt der Finanzexperte. Auf diese Weise lĂ€sst sich mit ein wenig Weitsicht Eigenkapital aufbauen.

ETFs sind Fonds, die einen Aktienindex nachbilden und damit an dessen Wertentwicklung gekoppelt sind. Da die Kurse an den Börsen schwanken, sind ETFs vor allem lÀngerfristig interessant. Denn je mehr Zeit Anleger haben, desto geringer ist das Verlustrisiko.

Ein breit gestreutes Aktienportfolio im Deutschen Aktienindex Dax brachte bei einem 20-jÀhrigen Anlagehorizont historisch im Mittel 8,9 Prozent Rendite pro Jahr, erklÀrt das Deutsche Aktieninstitut (DAI).

Der richtige Zeitpunkt zum Einsteigen

In Zeiten, in denen oft von steigenden Immobilienpreisen und ĂŒberteuerten Mieten die Rede ist, stellt sich fĂŒr viele die Frage: Wann sollte ich in den Markt einsteigen? Wer jetzt baut oder eine Immobilie erwirbt, sollte langfristig denken, findet Sylvie Ernoult vom Bundesverband deutscher Banken. "Angesichts des niedrigen Zinsniveaus sollte man eine langfristige Zinsbindung von mindestens zehn Jahren, besser noch 15 oder 20 Jahren wĂ€hlen."

Das sieht Max Herbst Àhnlich: "Je mehr an die Belastungsgrenze finanziert wird, umso lÀnger muss die Zinsbindung sein", sagt Herbst. Zwar kosten Kredite mit einer Laufzeit von 15 oder 20 Jahren etwas mehr Zinsen. Aber KÀufer haben die Gewissheit, dass die ZinssÀtze sich in dieser Zeit nicht Àndern.

Laut FMH liegt der durchschnittliche Zinssatz fĂŒr Immobilienkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren bei 0,69 Prozent. Bei einer Laufzeit von 15 Jahren zahlen Kunden im Durchschnitt 0,98 Prozent Zinsen, bei 20 Jahren Zinsbindung sind es 1,20 Prozent.

Angebote vergleichen

Entscheiden sich junge KĂ€ufer mit wenig Erspartem dennoch fĂŒr eine Immobilienfinanzierung, sollten sie mit"spitzem Bleistift"rechnen, um ein Scheitern zu verhindern, erklĂ€rt Mai. Die Kreditrate sollte auch bei sinkendem Einkommen problemlos verkraftbar sein, etwa wenn man den Job wechselt oder sich ein Kind ankĂŒndigt.

Um eine passende Finanzierung zu finden, ist es wichtig, Angebote von mehreren Banken einzuholen, erlĂ€utert Ernoult. Als VergleichsgrĂ¶ĂŸe dient der effektive Jahreszins. Damit diese Zahl allerdings aussagekrĂ€ftig und vergleichbar ist, sollten die Laufzeiten und Zinsbindungszeiten der unterschiedlichen Angebote gleich sein.

Auch der Finanzierungszeitraum sollte passend gewÀhlt werden. "So lange wie die Bank mitmacht", rÀt Herbst. Das könnten bei jungen Menschen auch bis zu 40 Jahre sein. Wichtig sei, dass man im Immobilienmarkt dabei ist.

Junge ImmobilienkÀufer sollten deshalb nicht auf Biegen und Brechen versuchen, ihr Traumhaus zu finden. Stattdessen könne das Objekt auch der aktuellen Lebenslage entsprechen und spÀter einmal verkauft oder vermietet werden.

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