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Zu preisbewusst?: Wenn Kunden keinen neuen Stromanbieter finden


Zu preisbewusst?
Wenn Kunden keinen neuen Stromanbieter finden

Von dpa
17.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Wer den Energieversorger wechselt, kann Geld sparen.Vergr├Â├čern des BildesWer den Energieversorger wechselt, kann Geld sparen. Wer zu oft wechselt, hat mitunter aber Probleme einen neuen Anbieter zu finden. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn./dpa)
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Berlin (dpa/tmn) - Wer seinen Stromanbieter wechselt, kann mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. Laut Berechnungen des Vergleichsportals Check24 gibt eine Familie mit einem Durchschnittsverbrauch von 4250 kWh im Schnitt 360 Euro weniger im Jahr aus, wenn sie aus der Grundversorgung zum g├╝nstigsten Alternativversorger wechselt.

Wer allerdings zu oft wechselt, erlebt mitunter eine Abfuhr. Die Verbraucherzentralen erreichen nach eigenen Angaben vermehrt Beschwerden von Verbrauchern, deren Wechselantrag ohne Angabe von Gr├╝nden abgelehnt wurde. "Betroffen sind vor allem Kunden, die jedes Jahr ihren Lieferanten wechseln", so der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin. Der Verdacht liege nahe, dass Energielieferanten bewusst Kunden ausschlie├čen, die zum Ende der Mindestvertragslaufzeit k├╝ndigen.

Anbieter k├Ânnen Kunden ausw├Ąhlen

Das Recht ist auf der Seite der Stromanbieter. Sie m├╝ssen nicht jeden Kunden akzeptieren, sondern k├Ânnen einen neuen Vertrag ohne jegliche Begr├╝ndung ablehnen. Ob das allerdings kundenfreundlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

"Wir raten Verbrauchern generell, regelm├Ą├čig ihre Vertr├Ąge zu pr├╝fen und gegebenenfalls zu einem g├╝nstigeren Anbieter zu wechseln", sagt Leonora Holling, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Energieverbraucher in Unkel am Rhein. "Aber wer das konsequent macht, muss jetzt unter Umst├Ąnden erleben, dass er daf├╝r bestraft wird." Sie vermutet, dass das Gesch├Ąftsmodell vieler Anbieter, mit Bonuszahlungen um neue Kunden zu werben, zu diesen Reaktionen f├╝hrt.

Neukundenbonus l├Ąuft nach einem Jahr aus

Meist wird ein Neukundenbonus angeboten. "Dabei handelt es sich um einen Rabatt, den die Stromanbieter am Ende des ersten Belieferungsjahres auszahlen oder mit der Jahresabrechnung verrechnen", erkl├Ąrt Lundquist Neubauer vom Vergleichsportal Verivox, das Kunden bei der Suche nach einem neuen Stromanbieter hilft.

Diesen Bonus gibt es allerdings meist nur dann, wenn der Kunde in den letzten sechs Monaten keinen Vertrag mit dem entsprechenden Stromanbieter abgeschlossen hatte. Manche Stromlieferanten bieten einen Sofortbonus an, der bereits vier bis zw├Âlf Wochen nach Lieferbeginn gezahlt wird. Auch hier ist es meist Bedingung, dass im vergangenen halben Jahr kein Vertragsverh├Ąltnis mit dem Anbieter eingegangen wurde.

Vergleichsportale sehen keine Probleme

"Wir k├Ânnen kein Problem mit Stromwechslern feststellen", so Neubauer. Auch Steffen Suttner, Gesch├Ąftsf├╝hrer f├╝r den Energiebereich beim Vergleichsportal Check24 kann nicht best├Ątigen, dass h├Ąufige Wechsler abgelehnt werden.

"Da die Energieversorger keinen Grund f├╝r ihre Ablehnung angeben, kann man da nur spekulieren", sagt Leona Holling. Ihr Verein habe Testwechsler vorgeschickt, die seit Jahren regelm├Ą├čig auf neue Tarife umgestiegen waren. "In der Vergangenheit ging das problemlos, jetzt kamen einige Ablehnungen."

Unangenehme Folgen f├╝r Kunden

F├╝r die Verbraucher kann eine Ablehnung unangenehme Folgen haben. "Sie m├╝ssen l├Ąnger recherchieren, bis sie ein passendes Angebot finden. Schlie├člich ├Ąndern die Versorger ihre Preise nahezu t├Ąglich. Klappt der Wechsel nicht bis zum Ende der K├╝ndigungsfrist, bleiben die Kunden in ihrem alten Vertrag h├Ąngen oder landen erst einmal in der teuren Grundversorgung", sagt Lundquist Neubauer.

Kunden, die noch in der Stromgrundversorgung sind, k├Ânnen mit einer Frist von zwei Wochen ihren Stromanbieter wechseln. Bei Alternativtarifen kommt es auf die Laufzeit an. "Wir empfehlen, Tarife maximal mit einer Laufzeit von zw├Âlf Monaten abzuschlie├čen", sagt Steffen Suttner. Der Wechsel selbst ist einfach: Die meisten Stromanbieter bieten ein Online-Formular f├╝r den Vertragswechsel an.

Alte Daten l├Âschen lassen

Um k├╝nftigen Ablehnungen vorzubeugen, sollten Verbraucher ihre Daten nach einem Lieferantenwechsel beim ehemaligen Energieversorger l├Âschen lassen, r├Ąt der Verbraucherzentrale Bundesverband. Zur Kontrolle k├Ânnen Kunden Datenschutzausk├╝nfte bei den ehemaligen Energielieferanten und Wirtschaftsauskunfteien beantragen.

Die Stiftung Warentest hat dazu einen kostenlosenMusterbriefin Netz gestellt. Damit sollte sichergestellt sein, dass der Stromlieferant nicht erkennt, dass der Kunde schon einmal beim ihm einen Vertrag hatte, falls er sp├Ąter wieder zu ihm wechseln will.

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