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Nistkästen selbst bauen und aufhängen: Das sind die Tipps

Praktische Anleitung  

Nistkasten selbst bauen und anbringen: So funktioniert's

25.03.2020, 14:17 Uhr | dpa-tmn, t-online.de, ron

Nistkästen selbst bauen und aufhängen: Das sind die Tipps. Blaumeise fliegt aus einem Nistkasten: Vögel nutzen Nisthilfen nur, wenn das Einflugloch passgenau ist. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Blaumeise fliegt aus einem Nistkasten: Vögel nutzen Nisthilfen nur, wenn das Einflugloch passgenau ist. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Wer den Singvögeln und seinem Garten etwas Gutes tun will, sollte einen Nistkasten aufhängen. Doch was tun, wenn kein Vogel die Nisthilfe annimmt? Darauf sollten Sie beim Selbstbauen und Anbringen achten.

Die Zahlen sprechen für sich: Ein Meisen-Pärchen mit Nachkommen vertilgt im Jahr rund 70.000 Raupen und 20 Millionen Taginsekten. Das heißt, Vögel sorgen nicht nur mit ihrem Gesang für gute Laune, sie vertilgen auch große Mengen an Schädlingen.

Doch bei Drossel, Fink und Star herrscht Wohnungsnot. Die Gründe: Der Wald ist häufig "aufgeräumt", Hecken verschwinden und landwirtschaftliche Flächen werden als Monokulturen genutzt, sagt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Nistkästen können helfen, zum Beispiel in Gärten und auf Balkonen. Sie bieten Ausweichmöglichkeiten für brütende Tiere, die kaum noch alte oder morsche Bäume zum Nestbau finden. 

Bester Zeitpunkt: Wann sind Nistkästen anzubringen?

Bei milder Witterung beginnen die ersten Vögel, wie etwa Stare oder Meisen, bereits im Februar mit dem Nestbau. Das heißt, dass Sie im zeitigen Frühjahr spätestens den Nistkasten anbringen sollten.

"Aber grundsätzlich gibt es keinen Monat, in dem man das nicht machen sollte. Die Vögel brüten nämlich nicht nur in den Nist­kästen, sondern schlafen darin auch gern", sagt Heinz Kowalski vom Natur­schutz­bund Deutsch­land (NABU) im Interview mit Stiftung Warentest.

Natürliche Eigenschaften: Wie sollten Nistkästen konstruiert sein?

Natürlich und atmungsaktiv sollte der Vogelunterschlupf sein. Am besten sind Kästen, deren Vorderwand leicht abnehmbar ist. Kann man nur das Dach öffnen, gestaltet sich nämlich die Reinigung recht schwierig.

Unser Tipp
Von maschinell ausgehöhlten Holzstämmen ist abzuraten. Diese lassen sich oft von nur unten öffnen. Dann besteht die Gefahr, dass das Nest samt Jungvögel herausfällt.

Richtiges Material: Holz, Plastik oder Metall?

Nisthöhlen aus Holz, Holzbeton oder Bimsbeton haben sich besonders bewährt, sind langlebig und sehr praxistauglich. Doch Finger weg von Nistkästen aus Plastik oder Metall. Auch wenn einige Modelle schön aussehen: Weder Plastik noch Metall sind atmungsaktiv. Das Material hält die Wärme nicht ab und lässt die Luft nicht zirkulieren. Im schlimmsten Fall droht den kleinen Piepmätzen in solchen Nistkästen der Erstickungstod.

Nistkasten selbst bauen: So funktioniert es

Wer gerne selber bastelt, kann Nistkästen gut in Eigenregie bauen. Laut NABU sollte der Boden des Kastens mindestens eine Fläche von zwölf mal zwölf Zentimetern bieten. Das Dach sollte zudem einen möglichst breiten Überstand haben, denn das schützt die Tiere besser vor Fressfeinden.

Material: 

  • Senkkopfschrauben
  • zirka 20 Millimeter dicke, ungehobelte sowie unbehandelte Bretter aus Eichen-, Robinien- oder Lärchenholz
  • auch Kiefern- oder Fichtenbretter sind empfehlenswert.

Info
Von Buchenholz im Außenbereich ist abzuraten, da es unbeständig ist. Sperrholz oder Spanplatten sind nicht witterungsbeständig und deshalb ungeeignet.

Werkzeug: 

  • Holzbohrer
  • Schraubhaken
  • Schraubenzieher
  • Stichsäge
  • Anschlagwinkel
  • Zollstock 
  • Bleistift
  • Schleifpapier

Nistkasten selbst bauen: Wer den Vögeln eine Nisthilfe bastelt, tut Gutes und hat weniger Schädlinge im Garten. (Quelle: imago images/Westend61)Nistkasten selbst bauen: Wer den Vögeln eine Nisthilfe bastelt, tut Gutes und hat weniger Schädlinge im Garten. (Quelle: Westend61/imago images)

Anleitung: 

  • Sägen Sie zuerst die Bretter zu: zwei angeschrägte Seitenwände (15 x 28 bzw. 24 cm) für die Dachneigung, Rückwand (17 x 28,5 cm), Vorderseite (13 x 25 cm), Dach (20 x 23 cm), Boden (13 x 13 cm).
  • Glätten Sie die Außenflächen von Dach, Boden und Wände mit Schleifpapier.
  • Bohren Sie in die Vorderseite ein kreisrundes Einflugloch. Wichtig: Dessen Unterkante sollte mindestens 17 Zentimeter über dem Kastenboden liegen, auch zum Schutz vor Feinden.
  • Bohren Sie vier circa fünf Millimeter breite Löcher in den Boden des Nistkastens. Das schützt vor Feuchtigkeit und Pilzbefall.
  • Verschrauben Sie jetzt alle Holzteile (außer das Dach). Verwenden Sie dabei pro Kante jeweils zwei Senkkopfschrauben. Wichtig: Die Vorderseite erhält nur eine Schraube auf jeder Seite, etwa auf Einflugloch-Höhe. Ansonsten lässt sich die Frontseite später nicht aufklappen.
  • Befestigen Sie das Dach des Nistkastens an der Rückwand sowie an den Seitenwänden.
  • Um zu vermeiden, dass sich die Frontseite versehentlich öffnet, sollten Sie Folgendes tun: Bohren Sie zwei Zentimeter von der Unterkante der beiden Seitenwände jeweils ein Loch und drehen Sie jeweils einen rechtwinkligen Schraubhaken ein. Einerseits sichert das die Frontseite, andererseits lässt sich der Nistkasten zum Reinigen aufklappen, nachdem man die Haken um 90 Grad verdreht hat.
  • Streichen Sie die Außenwände gegebenenfalls mit Leinöl oder umweltfreundlichen, lösungsmittelfreien Farben auf Wasserbasis. Das schützt den Nistkasten vor Nässe und Feuchtigkeit.


Einflugloch bohren: Wie groß sollte es sein?

Besonders wichtig ist bei Nistkästen die Größe des Einfluglochs: 28 Millimeter Durchmesser sind etwa gut für Blau- und Tannenmeisen, 30 Millimeter für Feldsperlinge und 32 Millimeter für Kohlmeise, Haussperling, Kleiber und Trauerschnäpper. Für diese Vögel ist ein rundes Loch besser. Für den Gartenrotschwanz sollte das Einflugloch aber besser oval sein – mit einer Breite von 30 Millimetern und einer Höhe von 45 Millimetern.

Nistkasten anbringen: Welcher Platz ist sicher?

Befestigen Sie die Nistkästen in zwei bis drei Meter Höhe. Das typische Meisenhaus hängt in etwa zwei Metern Höhe an einem Baum, empfiehlt die Deutsche Wildtier Stiftung. Dort können auch der Feldsperling, der Spatz (Haussperling), Kleiber und Trauerschnäpper brüten.

Freie Sicht – also mindestens ein paar Meter Abstand zu einer Hausmauer – ist wichtig, damit die Tiere Feinde erspähen können. Der Kasten sollte auch nicht in einer Astgabel sitzen, sonst können Katzen und Marder die Vögel leicht erreichen.

Grundsätzlich sind Haus- und Schuppenwände ebenfalls günstige Orte für Nisthilfen, vor allem geschützt unter dem Dach und mit einer Mindesthöhe von etwa zweieinhalb Metern. Gerade Nistkästen in Halbhöhlenform kommen an Hauswände – sie eignen sich für Bachstelze, Grauschnäpper, Haus- und Gartenrotschwanz, Rotkehlchen und Zaunkönig.

Nistkasten anbringen: Im Frühjahr können Sie die Nisthilfe in Ihren Garten hängen.  (Quelle: Getty Images/BravissimoS)Nistkasten anbringen: Im Frühjahr können Sie die Nisthilfe in Ihren Garten hängen. (Quelle: BravissimoS/Getty Images)

Nistkasten ausrichten: Welche Himmelsrichtung?

Das Nisthäuschen darf nicht längere Zeit der prallen Sonne ausgeliefert sein. Das Einflugloch zeigt möglichst nicht zur Wetterseite Richtung Westen – sonst kann Wind und Regen eindringen. Die Ausrichtung Osten oder Südosten ist dagegen gut.

Nistkasten reinigen: Wie oft ist das nötig?

Einmal im Jahr sollten Sie die Nistkästen reinigen, am besten in den Monaten nach der Brutzeit im September oder Oktober. So werden auch in der Nisthilfe lebende Parasiten beseitigt. Wird das Ungeziefer nicht entfernt, kann dies zu einer erhöhten Sterblichkeit der Jungvögel führen.

Verwendete Quellen:

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