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Unkraut mit diesen Tricks ganz leicht entfernen

t-online, hadiet

Aktualisiert am 29.06.2021Lesedauer: 6 Min.
Unkraut kann man auch ohne lästiges Jäten loswerden.
Gartenarbeit: Unkraut kann man auch ohne lästiges Jäten loswerden. (Quelle: McPHOTO/Pilsak)
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Wenn die m√ľhevoll gesetzten Pflanzen endlich bl√ľhen und man eigentlich den Lohn f√ľr die Gartenpflege genie√üen k√∂nnte, tritt ein neuer St√∂renfried auf die Bildfl√§che: das Unkraut. An allen Ecken und Enden treiben Hirtent√§schel, Distel und Co. ihr Unwesen zwischen Blumen und Stauden. Mit diesen Tipps werden Sie l√§stiges Unkraut los.

Das Wichtigste im √úberblick


  • Unkrautvernichter sind umstritten
  • Hausmittel gegen wildes Unkraut
  • Unkraut mit kochendem Wasser vernichten
  • Unkraut mechanisch entfernen
  • Unkraut vorbeugen
  • Wenn gar nichts mehr hilft
  • Unkraut als Zeigerpflanzen

Brennnessel, Giersch und L√∂wenzahn k√∂nnen zwar als Heilkr√§uter auch sehr n√ľtzlich sein, dennoch will sie kaum jemand in seinen Beeten sehen. Die l√§stigen Wildkr√§uter rauben den dort eingepflanzten Blumen Wasser, N√§hrstoffe und Licht, und bremsen so deren Wachstum. Im schlimmsten Fall breiten sich die wuchsstarken Pflanzen so weit aus, dass sie andere Arten v√∂llig verdr√§ngen.


Das sind die bekanntesten Unkräuter im Garten

Ackerkratzdistel (Cirsium arvense)
Ackerwinde (Convolvulus arvensis)
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Unkraut vorbeugen
‚ÄĘ Legen Sie ein Unkrautvlies aus, bevor Sie beispielsweise eine Terrasse, Wege oder Beet errichten.
‚ÄĘ Setzen Sie Bodendeckerpflanzen. Sie nehmen Unkr√§utern das Licht.
‚ÄĘ Lockern Sie das Erdreich regelm√§√üig mit einer Hacke. Es verhindert, dass die Unkr√§uter keimen k√∂nnen.

Unkraut entfernen

Unkraut entfernen
‚ÄĘ √úbergie√üen Sie wildwuchernde Pflanzen mit kochendem Wasser.
‚ÄĘ Entfernen Sie die Bl√ľtenst√§nde.
‚ÄĘ An leicht feuchten Tagen beim J√§ten die Wurzeln entfernen.

Die beste Anti-Unkraut-Technik ist zugleich auch die umweltfreundlichste: das Jäten. Besonders einfach geht das nach dem Regen, wenn der Boden aufgeweicht ist. Dann können Sie viele Pflanzen sogar ohne Werkzeug herausziehen. Bei trockenem Boden sollten Sie mit einer Gartenkralle arbeiten. Damit lässt sich die Erde gut auflockern und das Unkraut anschließend einfach entfernen.

Achtung
Entsorgen Sie Unkraut nicht auf dem Kompost. Ansonsten verteilen Sie beim Austragen des nat√ľrlichen D√ľngers das Unkraut wieder im Garten.

Unkrautvernichter sind umstritten

Wenn das J√§ten zu anstrengend ist oder bestimmte Pflanzen trotz mehrmaligem Entfernen immer wieder kommen, liegt der Griff zur chemischen Keule nahe. Doch der Einsatz solcher Herbizide f√ľr den Privatgebrauch ist verboten, da Unkrautvernichter auch f√ľr Menschen, Tiere und andere Pflanzen gef√§hrlich sind. Daher sollten Sie lieber auf harmlose biologische Mittel zur√ľckgreifen. Das schont Umwelt und Gesundheit. Ein weiterer Nachteil von Unkrautvernichtern ist, dass sie nur kurzzeitig wirken. Einj√§hrige Wildpflanzen werden zwar sofort get√∂tet. Mehrj√§hrige treiben jedoch im Folgejahr wieder aus. Die Chemikalien m√ľssen daher regelm√§√üig angewendet werden.

Wenn Sie trotz aller Bem√ľhungen nicht um den Einsatz eines chemischen Mittels herumkommen, tragen Sie das Mittel am besten direkt auf die Pflanze auf. So wirkt das Herbizid gezielt gegen das ungew√ľnschte Gew√§chs. Zudem ist es wichtig, dass Sie sowohl auf das Wetter als auch auf die Uhrzeit achten: Die Temperatur sollte nicht unter zehn Grad und √ľber 25 Grad Celsius liegen. Es sollte windstill und trocken sein ‚Äď beide Faktoren w√ľrden daf√ľr sorgen, dass der Unkrautvernichter im Garten verteilt wird und somit nicht punktuell wirkt. Auch eine starke Sonneneinstrahlung kann die Wirkung der Chemikalien stark negativ beeinflussen.

Achtung
Tragen Sie beim Austragen des Unkrautvernichters stets Schutzkleidung wie Handschuhe, eine Atemmaske und einen Augenschutz.

Hausmittel gegen wildes Unkraut

Salz und Essig

Viele Menschen schw√∂ren auf Salz und Essig als Unkrautvernichtungsmittel. Davon sollten Sie aber die Finger lassen, denn der Einsatz dieser Hausmittel f√ľr diesen Zweck ist gesetzlich verboten. Essig und Salz fallen offiziell unter die nicht erlaubten Pflanzenschutzmittel. Hintergrund ist, dass die Konzentration der Substanzen im Boden sehr hoch wird und nicht in einem akzeptablen Zeitraum abgebaut werden kann. Boden, Pflanzen und Insekten w√ľrden auf Dauer durch die aggressiven Essenzen belastet.

Dar√ľber hinaus beeinflussen die beiden Hausmittel den pH-Wert Ihres Bodens negativ. In der Folge k√∂nnen Ihre Pflanzen eingehen, da die Erde beispielsweise zu √ľbers√§uert ist.

Kartoffelwasser

Ein weiteres Hausmittel ist ungesalzenes Kartoffelwasser. Nudel- und Reiswasser haben dieselbe Wirkung. Das Kochwasser enthält viel Stärke, die die Poren der Pflanzen verstopft. Zusätzlich schadet die Hitze den Gewächsen. Die Pflanzen sterben ab.

Gie√üen Sie das hei√üe Kochwasser √ľber die unerw√ľnschten Pflanzen. Am besten wenden Sie diesen Trick mehrfach oder zumindest regelm√§√üig an.

Backpulver

Wie auch das Kochwasser von Nudeln, Reis oder Kartoffeln verklebt Backpulver die Poren der Pflanze. F√ľr das Hausmittel gegen Unkraut vermengen Sie drei P√§ckchen des Backtriebmittels mit etwa f√ľnf Liter Wasser. Geben Sie die Mischung √ľber die betroffene Fl√§che. Damit das Mittel wirkt, sollten Sie diesen Vorgang regelm√§√üig wiederholen.

Brennesseljauche

Brennnesseljauche ist nicht nur ein guter D√ľnger und Sch√§dlingsbek√§mpfer. Sie eignet sich auch sehr gut zur Unkrautvernichtung.

Geben Sie ein Kilogramm frische oder 200 Gramm getrocknete Brennnessel mit zehn Liter Wasser in einen gro√üen Eimer. Nun muss die Mischung mehrere Tage g√§ren. Wichtig ist, dass der Beh√§lter abgedeckt ist und Sie anfangs alles zweimal t√§glich umr√ľhren. Sind beim Umr√ľhren kein Schaum oder Blasen mehr sichtbar, k√∂nnen Sie die Jauche verwenden. Zur Unkrautvernichtung wird die Mischung im Verh√§ltnis von etwa 1:10 verd√ľnnt und nur auf die unerw√ľnschten Pflanzen gegossen. Da dieses Mittel sehr aggressiv ist, k√∂nnte es anderen Gew√§chsen schaden. Daher ist Vorsicht geboten. Wiederholen Sie den Vorgang mindestens einmal t√§glich.

Brennesseljauche
Brennesseljauche: Auch wenn Brennessel selbst zu den Unkräutern zählt, kann es als Jauche zur Unkrautvernichtung eingesetzt werden. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)

Unkraut mit kochendem Wasser vernichten

Es geht auch ohne Zus√§tze: Kochendes Wasser ist ein probates Mittel gegen Unkraut. Einfach √ľber die Pflanzen gie√üen, anschlie√üend trocknen lassen und die Pflanzenreste entfernen. Durch das Abbr√ľhen wird der empfindliche Organismus der Pflanze zerst√∂rt.

Unkraut mechanisch entfernen

Damit sich das Unkraut nicht weiter verbreitet, ist es wichtig, fr√ľhzeitig die Bl√ľten zu entfernen. Wer gerade keine Zeit zum J√§ten hat, sollte zumindest die Bl√ľtenk√∂pfe von L√∂wenzahn und Co. abschneiden, damit sich die Samen gar nicht erst entwickeln k√∂nnen.

Fugenkratzer und Abflammgerät

Mit einem Fugenkratzer oder Messer lassen sich die Ritzen zwischen Wegplatten gut vom Unkraut befreien. Auch das Abflammen des verplatteten Bodens ist durchaus wirkungsvoll. Ein Abflammgerät sollten Sie jedoch nur einsetzen, wenn die Bodenplatten die hohen Temperaturen aushalten. Einige Natursteinplatten sind beispielsweise zu empfindlich. In diesem Fall sollten Sie auf das Entfernen des Unkrauts mithilfe von Feuer absehen.

Abflammgerät: Durch die Flamme verbrennt das Unkraut.
Abflammgerät: Durch die Flamme verbrennt das Unkraut. (Quelle: Shotshop/imago-images-bilder)
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Straßenfeger

Wer regelm√§√üig mit einem Stra√üenfeger (harte Borsten) Weg und Terrasse kehrt, bekommt so auch frische Spr√∂sslinge leicht entfernt. Der beste Zeitpunkt daf√ľr ist, wenn es einige Zeit trocken und die Wildpflanzen bereits leicht vertrocknet sind. Dann brauchen Sie weniger Kraft.

Pfahlwurzelstecher

Eine weitere hilfreiche Waffe im Kampf gegen mehrj√§hrige Unkr√§uter ist der Pfahlwurzelstecher. Mit diesem Werkzeug sticht man dicht neben der Pflanze ein ‚Äď beispielsweise beim L√∂wenzahn ‚Äď r√ľttelt die Erde etwas auf und kann dann Pflanze und Wurzel problemlos entfernen. Andernfalls rei√üt man sie nur ab, sodass ein erneutes Treiben des Wildkrauts vorprogrammiert ist.

Unkraut vorbeugen

Damit erst gar kein Unkraut w√§chst, gibt es verschiedene vorbeugende M√∂glichkeiten. Wer ein Beet neu anlegt, kann beispielsweise ein Unkrautvlies auflegen und abschlie√üend frische Erde aufbringen. Das hemmt das Wachstum der Wildkr√§uter und h√§lt die Feuchtigkeit besser im Boden. Eine Schicht Mulch oder Stroh als oberste Deckschicht wirkt ebenfalls hemmend auf das Unkrautwachstum. Das Beet sieht zudem gepflegter aus. Da Mulch allerdings f√ľr die Zersetzung dem Boden N√§hrstoffe entzieht, muss nach dem Einbringen √∂fter nachged√ľngt werden.

Wenn gar nichts mehr hilft

Hat das Unkraut so sehr √ľberhand im Garten genommen, k√∂nnte eine komplette Neubepflanzung helfen. Dazu m√ľssen alle Gew√§chse auf der auserw√§hlten Fl√§che jedoch vernichtet werden. Dies gelingt ganz leicht: M√§hen oder schneiden Sie alles sehr kurz ab. Legen Sie nun mehrere Schichten mit dickem, unbehandeltem Karton auf die Fl√§che. Licht sollte nicht mehr hindurchdringen k√∂nnen. So wird allen Pflanzen unter der Abdeckung die Lebensgrundlage genommen.

Die Abdeckung sollte mehrere Wochen, teilweise sogar Monate, liegen bleiben und nicht angehoben werden. Sie k√∂nnen auch so lange warten, bis der Karton verrottet ist und zus√§tzlich regelm√§√üig Kompost auf die Fl√§che geben. Beides dient als gute Grundlage f√ľr die Neubepflanzung.

Unkraut als Zeigerpflanzen

Wildkräuter können Sie auch zur Bodenanalyse nutzen.

  • Ist der Boden zu sauer, wachsen h√§ufig Hasenklee.
  • Bei einem hohen Stickstoffgehalt wachsen Brennnesseln und Giersch sehr gut.
  • Acker-Schachtelheim, Ampfer und Wiesenschaumkraut k√∂nnen auf Staun√§sse hindeuten.
  • Wachsen hingegen vermehrt Sommer-Adonisr√∂schen, Milttlerer Wegerich oder F√§rberkamille, ist der Boden zu trocken, also sehr sandig.
  • Auf einem verdichteten Boden wachsen h√§ufig Breitwegerich, Quecke und G√§nsefingerkraut.

Wildkräuter als Blickfang und Heilpflanze

Nicht jedes Wildkraut ist gleich ein Unkraut, viele Pflanzen werden trotz ihrer durchaus positiven Eigenschaften oft verkannt. Dass man beispielsweise Brennnesseln nicht neben Tulpen und Primeln haben m√∂chte, ist verst√§ndlich. Aber vielleicht kann man dem Heilkraut einen anderen Platz im Garten zuweisen, denn Brennnessel hilft als Tee aufgebr√ľht wunderbar bei Magen- und Darmkatarrhen und ist f√ľr seine blutreinigende Wirkung weithin bekannt.

Weitere Artikel

Kräuterbeet sauber halten

Wenn Sie um die Wildkrautfl√§che eine Folie eingraben ‚Äď etwa 50 Zentimeter tief, dann breiten sich die Pflanzen nicht so leicht im restlichen Garten aus. Auch viele andere "Un"-Kr√§uter sind f√ľr Teeaufg√ľsse oder Umschl√§ge geeignet und bringen sogar frohe Farbtupfer in Ihr Beet. Sie sind wichtige Komponenten im √Ėkosystem der Natur. Auf ihnen sammeln sich etwa Sch√§dlinge, die wiederum von N√ľtzlingen als Nahrungsgrundlage unbedingt gebraucht werden und sie bilden f√ľr diese einen notwendigen Lebensraum ‚Äď etwa f√ľr Schmetterlinge.

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