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Orchideen pflegen: Gießen, Düngen, Schneiden | einfache Tipps


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Daran erkennen Sie, dass Ihre Orchidee Wasser braucht

dpa-tmn, t-online, sj, Dorotheé Waechter

Aktualisiert am 24.10.2022Lesedauer: 5 Min.
Orchideen
Orchideen: Mit der richtigen Pflege blühen Orchideen besonders üppig. Dazu zählt unter anderem eine geringe Bewässerung. (Quelle: swkunst/getty-images-bilder)
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Die Blütenpracht von Orchideen zu erhalten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe? Nein, denn mit ein paar Tipps und der Auswahl der richtigen Pflanze schon beim Kauf, werden Sie lange Freude an dem Exot haben.

Das Wichtigste im Überblick


  • Standort: Im Winter volle Sonne
  • Gießen: Kalkarmes Regenwasser verwenden
  • Staunässe bei Orchideen verhindern
  • Düngen: Gar nicht im Winter
  • Schneiden: Nach der Blüte einkürzen
  • Pflege-Tipps: Weniger ist mehr
  • Krankheiten und Schädlinge
  • Pflege-Steckbrief

Seit Orchideen in Asien und den Niederlanden günstig in Massen gezüchtet werden, gehören die eleganten Blumen zum Standardangebot beinahe jedes Supermarkts. Meist handelt es sich dabei um die Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis).


Orchideen für die Fensterbank: Die schönsten Arten

Die genügsame Phalaenopsis ist eine gute Wahl für Einsteiger.
Vanda-Orchideen mögen viel Licht, Wärme und Luftfeuchtigkeit.
+6

Sie ist vergleichsweise robust und damit für Anfänger einfacher zu pflegen, als andere Orchideenarten. Zudem blüht die Phalaenopsis recht üppig. Damit Sie die Blütenpracht möglichst lange genießen können, lohnt es sich, schon beim Kauf genauer hinzuschauen.

Gesunde Wurzeln sind weißlich bis hellgrün oder dunkelgrün sowie fest und feucht. Zeigen sich die Wurzeln hingegen braun oder schwarz und schleimig, sollten Sie besser die Finger von der Pflanze lassen. Bei den Blättern deuten braune Stellen oder kleine Löcher auf einen Schädlingsbefall hin. Gesunde Orchideen haben ein satt grünes, festes, gleichmäßiges Blattwerk und Blüten, die gleichmäßig gefärbt und bei denen noch nicht alle Knospen geöffnet sind.

Standort: Im Winter volle Sonne

"Das hellste Fenster der Wohnung ist im Winterhalbjahr der richtige Standort für eine Phalaenopsis", sagt Jörg Frehsonke, Orchideen-Gärtner aus Neukirchen-Vluyn (NRW). Dann können die Pflanzen sogar direkte Sonneneinstrahlung gut vertragen. Im Sommer dagegen sorgt Schatten oder ein halbschattiges Plätzchen für gutes Wachstum der Pflanze.

"Grundsätzlich müssen die Schönheiten vor kalter, frostiger Zugluft am Fenster geschützt werden", sagt Matthias Bremkens. Der Vorsitzende des Verbands deutscher Orchideenbetriebe rät, die Pflanzen aber auch vor warmer Zugluft zu schützen. Man sollte die Töpfe so auf einem Fensterbrett über einem Heizkörper aufstellen, dass die Blütenstände und Blätter nicht darüber hinaushängen. Denn auch die aufsteigende trocken-warme Heizungsluft stresst diese.

Eine gleichmäßige Raumtemperatur zwischen 18 und 24 Grad mögen diese Orchideen. "Kurzfristig vertragen die Pflanzen auch mal niedrigere Temperaturen bis 14 Grad", so Jörg Frehsonke.

Gießen: Kalkarmes Regenwasser verwenden

In ihrer Heimat wächst diese Orchidee zumeist auf Bäumen und bezieht ihre Nährstoffe hauptsächlich aus der Luft und dem Niederschlag. Deshalb ist es sinnvoll, die Pflanzen auch hierzulande mit Regenwasser zu gießen. Es sollte allerdings sauber sein.

Generell mögen Orchideen kein kalkhaltiges Wasser. Wer in einer kalkreichen Gegend wohnt und kein Regenwasser zur Hand hat, sollte daher besser gefiltertes Wasser verwenden. Generell sollte das Gießwasser Umgebungstemperatur (mindestens 20 Grad Celsius) haben.

Richtig wässern: Wer seine Orchidee gießt, sollte anschließend das überschüssige Wasser aus dem Topf wegkippen.
Richtig wässern: Wer seine Orchidee gießt, sollte anschließend das überschüssige Wasser aus dem Topf wegkippen. (Quelle: Zacharie Scheurer/dpa)

Es gibt einen weit verbreiteten Ratschlag zum Gießen von Orchideen, den der Experte Matthias Bremkens aber nicht gut findet: Regelmäßig ein Schnapsglas voll Wasser zu geben. "Gießen Sie lieber etwa 0,2 Liter Wasser – also ein Bierglas – und kippen Sie das überschüssige Wasser aus dem Übertopf weg", empfiehlt er.

Staunässe bei Orchideen verhindern

Da Orchideen Staunässe nicht vertragen, sollten Sie die Pflanze nur sparsam gießen – andernfalls kann sie schnell eingehen. Um dem ein wenig vorzubeugen, können Sie auch eine Drainageschicht – zum Beispiel aus Styropor – in den Topf legen,

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Es reicht gewöhnlich, Orchideen ein- bis zweimal pro Woche zu wässern. Um Staunässe im Topf zu vermeiden, ist es gut, das überschüssige Wasser nach dem Gießen ablaufen zu lassen. Statt von oben zu gießen, können Sie den Topf auch ins Wasser tunken. Der Becher oder Topf muss anschließend aber unbedingt gut abtropfen.

Unser Tipp
Sind die Wurzeln grün, benötigt die Orchidee in der Regel kein Wasser.

Düngen: Gar nicht im Winter

Auch wenn der Nährstoffbedarf der Pflanze relativ gering ist, sollten Sie sie ab und zu düngen. Das kommt vor allem einer üppigen Blüte zugute. Orchideensubstrat liefert kaum die benötigten Nährstoffe, zu denen unter anderem Magnesium, Kalzium und Stickstoff gehören.

Trotzdem bleibt das Düngen der Orchideen schwierig, da die Pflanzen recht empfindlich auf solche Nährstoffgaben reagieren können. Im Winter, wenn die Lichtausbeute der Pflanzen gering ist, sollte man daher sparsamer als in den Sommermonaten düngen. Bremkens rät sogar, von Oktober bis März ganz darauf zu verzichten.

Bei den gängigen Orchideengattungen, wie beispielsweise Cattleya, Phalaenopsis oder Frauenschuh reicht die Wässerung mit Regenwasser. Verwenden Sie für Spezialsorten oder Zuchtexemplare einen Spezialdünger für Orchideen. Produkte für Zimmerpflanzen haben eine andere Zusammensetzung und enthalten nicht die Nährstoffe, die eine Orchidee benötigt.

Unser Tipp
Düngen Sie Ihre Orchidee nur während der Wachstumsphase. Eine Nährstoffzufuhr im Winter ist nicht nötig. Gleiches gilt für die Zeit nach dem Umtopfen.

Schneiden: Nach der Blüte einkürzen

Die Schmetterlingsorchidee blüht im Schnitt sechs bis acht Wochen lang, so Matthias Bremkens. Und anschließend dauert es bei den meisten nicht lange und am Blütenstiel entstehen neue Triebe mit Knospen.

Der Experte rät daher nach einer Blüte zum Einkürzen des Stiels um zwei Drittel. Geschnitten wird direkt über einem sogenannten Auge, das man als leichte Verdickung sehen oder ertasten kann. Äste mit verwelkten Blüten können über dem zweiten Auge abgeschnitten werden. Nach einiger Zeit bilden sich neue Triebe mit frischen Knospen, die dann ebenfalls erblühen.

Erscheint kein Neuaustrieb, hilft eine andere Methode: "Man wechselt den Standort und stellt die Pflanze für vier bis sechs Wochen hell, aber kühl", rät Bremkens. Außerdem gießt man seltener. Das regt die Pflanze an, an der Basis eine neue Rispe zu bilden.

Umtopfen:

Topfen Sie Ihre Orchidee ein Jahr nach dem Kauf und dann alle zwei bis drei Jahre um. Die Zeit zum Umtopfen ist spätestens reif, wenn Sie die Orchidee leicht aus dem Topf herauslösen können. Dann benötigen die Wurzeln mehr Platz und frisches Substrat.

Pflege-Tipps: Weniger ist mehr

Bei der Pflege von Orchideen gilt in vielerlei Hinsicht der Grundsatz: Weniger ist mehr. Sie brauchen wenig Wasser, vergleichsweise schwache Düngung und mögen kein pralles Sonnenlicht. Allerdings ist der Bedarf von Art zu Art unterschiedlich. Zugluft mögen sie jedoch alle nicht.

Häufig wird empfohlen, Wasser zusätzlich mit einem Sprüher auf Blätter und Wurzeln zu nebeln. "Das macht man für das gute Gefühl, hat aber keinen Effekt für die Pflanzen", sagt Bremkens. Die Raumluft ist meist so trocken, dass man mit dem Nebeln keine anhaltende Verbesserung erreicht. Das gelinge nur mit vielen Grünpflanzen im Raum und Verdunstern am Heizkörper.

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Orchideenpflege: Die Blätter sollten bei trockener Raumluft regelmäßig entstaubt werden.
Orchideenpflege: Die Blätter sollten bei trockener Raumluft regelmäßig entstaubt werden. (Quelle: Zacharie Scheurer/dpa)

Die großen Blätter sollten regelmäßig abgestaubt werden, da sonst nicht mehr genug Sonnenlicht durchkommt. Nach dem Abwischen der Ober- und Unterseite mit einem feuchten Lappen rät Bremkens zum Auftragen eines Blattglanzsprays. Laut den Herstellern schützt es vor Schädlingen, neuen Staubablagerungen und Kalkflecken. Wichtig ist beim Auftragen ausreichend Abstand zur Pflanze, auf den Produkten stehen entsprechende Infos. Sonst drohen Schäden.

Durchsichtiger Topf als Gießhilfe

In der Regel werden Orchideen in transparenten Töpfen verkauft. Das liegt an der natürlichen Wachstumsweise der Pflanzen, die nicht im Boden, sondern auf einem Baum sitzen und sich an diesem mit ihren Wurzeln festhalten. Aus der tropischen Luft ihrer Heimatregionen versorgen sich die Orchideen dann mit Wasser und Nährstoffen. "Eigentlich ist es lediglich für die Kultur beim Produzenten wichtig, dass die Gefäße transparent sind", so Bremkens.

Aber es gibt auch einen Vorteil für den Pflanzenbesitzer, wenn er die Wurzeln sieht: Sie dienen als Gießanzeiger. "Wenn die Wurzeln silbrig-grau sind, sollte man die Pflanze wässern", rät Frehsonke. Optimal versorgt schimmern die dicken Wurzeln grünlich.

Nicht wundern muss man sich, wenn die Wurzeln oben aus dem Topf herauswachsen. Die Pflanze fühlt sich laut Frehsonke dann wohl und nutzt die guten Bedingungen der Umgebung zur Selbstversorgung – sie macht es also wie in den heimischen Tropen und entzieht mit Luftwurzeln der Raumluft Feuchtigkeit. "Wenn die Wurzeln stören, kann man sie in den Topf stecken oder auch abschneiden", so der Gärtner.

Krankheiten und Schädlinge

Wer im Winter merkt, dass die Fensterbank klebrig ist, sollte sich seine Orchidee genauer ansehen. Denn das ist ein untrügerisches Zeichen für einen Befall mit Schild- oder Wollläusen. Diese Schädlinge sitzen auf der Blattunterseite, saugen Pflanzensäfte aus und geben daraufhin zuckerhaltige Stoffe ab, die dann auf Oberflächen kleben bleiben. "Schauen Sie auch hinter die Blüten, meist ist da der Befall besonders stark", sagt Orchideen-Gärtner Frehsonke.

Er rät als erste Notfallmaßnahme zum Abtupfen der Schädlinge mit einem Wattestäbchen, das mit hochprozentigem Alkohol getränkt wurde. Dauerhaft könne man mit wiederholten Behandlungen mit einem Pflanzenschutzmittel im Abstand von zehn Tagen die Läuse loswerden.

Pflege-Steckbrief

Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis)
Standort Sommer: schattig bis halbschattig, Winter: hell und sonnig
Blüte etwa 6–8 Wochen, Verschneiden regt neue Blüte an
Gießen wenig gießen, kein kalkhaltiges Wasser
Düngen nur in Wachstumsphase (April–September)
Pflege keine Zugluft, große Blätter regelmäßig abstauben, Staunässe verhindern
Schädlinge Schild- oder Wollläuse
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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Eigene Recherche
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  • Jennifer Buchholz
Von Jennifer Buchholz
Neukirchen-VluynNiederlande

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