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Heckenschnitt: Bis wann er verboten ist und was der Grund dafür ist

Bundesnaturschutzgesetz  

Heckenschnitt: Bis wann er verboten ist

17.10.2019, 19:14 Uhr | dpa-tmn , jb, sah , t-online.de

Heckenschnitt: Bis wann er verboten ist und was der Grund dafür ist. Ein Mann schneidet die Hecke: Bis zum 30. September waren bestimmte Arbeiten im Garten verboten.  (Quelle: Getty Images/pablo_rodriguez1)

Ein Mann schneidet die Hecke: Bis zum 30. September waren bestimmte Arbeiten im Garten verboten. (Quelle: pablo_rodriguez1/Getty Images)

Mehrere Monate im Jahr dürfen Hecken in Deutschland nicht stark beschnitten oder entfernt werden. Wie lange das Verbot gilt und was der Grund dafür ist, lesen Sie hier.

Vom 1. März bis 30. September dürfen Hecken in Deutschland nicht entfernt oder stark geschnitten werden – eine Regelung zum Schutz von Vögeln und Insekten. Hobbygärtner müssen aber nicht vorsorglich zur Schere greifen, um die erlaubte Heckenhöhe einhalten zu können, wie ein Urteil zeigt. Sie können ab dem 1. Oktober wieder zur Heckenschere greifen. 

Welche Hecken und Pflanzen sind betroffen?

Das Gesetz gilt für alle Hauseigentümer und Kleingärtner und betrifft das Roden, Radikalschneiden und Zerstören von

  • Hecken
  • Wallhecken
  • Gebüschen
  • Röhricht
  • Schilf

Betroffen sind freie Landschaften und Siedlungsbereiche (also Wohngebiete) in allen deutschen Bundesländern.

Warum ist das Heckenschneiden verboten?

Damit sollen die Brut- und Niststätten vieler Tiere, vor allem heimischer Vögel, geschützt werden. Deren natürliche Brutstätten sind in den vergangenen Jahren durch veränderten Anbau in der Landwirtschaft weitgehend verschwunden. Nistplätze in privaten Gärten sollen deshalb geschont werden.

Wie hoch kann das Bußgeld ausfallen?

Ein Verstoß gegen das Landschaftsschutzgesetz ist eine Ordnungswidrigkeit. Wer seine Hecken oder Sträucher also zwischen dem 1. März und 30. September rodet oder stark zurückstutzt, kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft werden. Die einzelnen Landesregierungen dürfen den Schutzzeitraum sogar noch erweitern.

Welche Arbeiten sind erlaubt?

Erlaubt sind im Frühjahr und Sommer aber Form- und Pflegeschnitte. Unerwünschter Wildwuchs an den Pflanzen kann entfernt und wieder in Form gebracht werden. Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht ist dies sogar nötig. Denn Hecken, Sträucher und Bäume dürfen nicht über den Bürgersteig oder die Fahrbahn wuchern. Aber auch hier sollten Gartenbesitzer auf brütende Tiere Rücksicht nehmen.

Urteil: Vorsorglich zur Schere greifen ist nicht nötig

Eine besondere Vorsorge für die Verbotszeit ist allerdings nicht nötig, wie eine Entscheidung des Landgerichts Freiburg zeigt. Das Gericht beschäftigte sich mit der Frage, ob Grundstücksbesitzer die Hecke vor dem 1. März so kürzen müssen, dass das Grün auch nach diesem Datum während der Vegetationszeit nicht höher wird als erlaubt. Schließlich gibt es in manchen Nachbarrechtsgesetzen der Bundesländer Bestimmungen, wie hoch Hecken maximal werden dürfen.

Das Urteil: Hecken dürfen im Sommer auch höher werden als die Maximalhöhe, die in diesem Fall das baden-württembergische Nachbarrechtsgesetz vorsieht (Az.: 3 S 171/16). Eine Verpflichtung zum vorsorglichen Rückschnitt bestehe nicht, entschied das Gericht. Sie mache auch praktisch keinen Sinn, weil das Pflanzenwachstum kaum vorhersehbar sei. Das Gericht wies damit die Klage eines Nachbarn ab. Das Urteil ist den Angaben des Landgerichts zufolge rechtskräftig.

Welche Rolle spielt das Wetter beim Zuschnitt?

Im März oder April hat die Brutsaison der Vögel noch nicht ihren vollen Lauf genommen. Wann genau Sie die Heckenschere rausholen, hängt zum Teil auch von den Wetterbedingungen ab: Anfang März friert es noch vielerorts, so dass von einem Formschnitt eher abzuraten ist. Warten Sie mindestens eine Außentemperatur von plus zehn Grad Celsius ab. Umgekehrt ist starke Hitze gerade bei der Schnittpflege im Spätsommer unbedingt zu vermeiden – andernfalls könnten die frisch beschnittenen Triebe schnell austrocknen.

Gibt es Ausnahmen beim Heckenschnitt?

Naturnahe Hecken wie die Hagebutte oder der Schwarze Holunder stellen beim Zuschneiden eine Ausnahme dar: Hier hängt der richtige Zeitpunkt stark vom Zustand der Hecke ab. Oftmals sprießt eine solche in alle Himmelsrichtungen, wodurch der Eingangszuschnitt im Frühjahr für eine ansprechende Optik im Garten nicht ausreicht.


Wer eine Hecke radikal abschneiden oder gar entfernen will, darf das ab dem 1. Oktober tun. 

Verwendete Quellen:
  • dpa

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