Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Garten > Insekten > Schädlinge >

Borkenkäfer bekämpfen und Borkenkäfer-Befall im Garten vorbeugen

Experten warnen vor Schäden  

Borkenkäfer erkennen und bekämpfen

28.02.2019, 08:34 Uhr | rw, dpa-tmn, dpa, jb, t-online.de

Borkenkäfer bekämpfen und Borkenkäfer-Befall im Garten vorbeugen. Borkenkäfer (Quelle: Getty Images/Henrik_L)

Borkenkäfer: Bei guten Wetterverhältnissen kann es bis zu drei Generationen an Borkenkäfern geben. (Quelle: Henrik_L/Getty Images)

Baumbesitzer sollten, wie auch schon im Herbst, intensiv nach Borkenkäfern Ausschau halten. Weil in den vergangenen Jahren die Bedingungen für die Borkenkäfer so gut waren, nimmt die Käferpopulation in deutschen Wäldern immer stärker zu.

Der Borkenkäfer ist weiterhin eine Gefahr für Wälder in Bayern, Hessen und Niedersachsen. Auf der Gefährdungskarte der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) ist mehr als die Hälfte Bayerns tiefrot gefärbt. Und auch Forstleuten in Nordrhein-Westfalen wird aufgrund der langen Schönwetterphase eine Massenvermehrung befürchtet. 

Borkenkäfer im eigenen Garten

Doch nicht nur in den großen, deutschen Wäldern verbreitet sich der Borkenkäfer. Auch bei Eichen, Fichten oder Obstbäumen im Garten kann das kleine unscheinbare Insekt enorme Schäden anrichten, die sogar gestandenen, ausgewachsenen Bäumen den Todesstoß versetzen. Dabei befällt der Borkenkäfer sowohl alte als auch gesunde Bäume im Garten regelmäßig. Mit diesen Tipps gegen Borkenkäfer schützen Sie Ihre Fichten, Eichen, Obstbäume und Hecken.

Werden Bäume im heimischen Garten vom Borkenkäfer befallen, ist zügiges Handeln wichtig. Befallenes Gehölz muss schnell gefällt werden, sonst breitet sich der Schädling auch auf Bäume in der Nachbarschaft aus. Sind die Bedingungen günstig, vermehren sich die Borkenkäfer sprunghaft und können ganze Waldbestände flächig zum Absterben bringen.

Borkenkäfer bedrohen auch die Bäume im Garten

Das Problem: Häufig wird ein Befall durch die kleinen, aber äußerst gefräßigen und widerstandsfähigen Schädlinge erst spät bemerkt. Es könne dauern, bis sich ein Befall offen zeigt, erklärt Schmechel. Die braunschwarzen Käfer bohren die lebenden Bäume an und legen ihre Eier hinein. Die Larven fressen sich dann von innen durch das Holz. Auch in gefällten Ästen und Stämmen lassen sich Borkenkäfer gerne nieder.

Sind Bäume im Garten vom Borkenkäfer befallen, müssen sie gefällt und das Holz vernichtet werden. Gegen sie helfen nämlich weder Gifte noch Dünger. Erste Hinweise sind braunes Bohrmehl am Fuß des Stammes. Im weiteren Verlauf verliert ein befallener Baum seine Rinde und die Krone verfärbe sich von unten nach oben. Am Ende stirbt der Baum dann ab.

Borkenkäferbefall  an Fichte (Quelle: imago images/blickwinkel)Gemeine Fichte: So sieht der Borkenkäferbefall an Bäumen aus. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Borkenkäfer sterben auch im Winter nicht

Der Borkenkäfer schwärmt zwar nur aus, solange es mindestens 17 Grad warm ist, aber er geht im Herbst und Winter nicht ein. Vor allem durch den letzten, sehr milden Winter kann sich der Schädling sehr schnell wieder ausbreiten. Der Käfer, seine Larven in allen Entwicklungsstadien und die Eier überwintern. Im Frühling leben sie dann wieder neu auf und machen weiter. Daher dürfe man das gefällte Holz nicht für den Kamin lagern und trocknen. Bei einem möglichen Befall Ihres Brennholz können Sie, können Sie die Scheite zum Bauhof oder etwa zu Unternehmen zu bringen, die Hackschnitzel produzieren, um das Holz überhaupt noch irgendwie verwerten zu können – das Verfahren eignet sich auch als Vorkehrungsmaßnahme.

So kommen Borkenkäfer in den Garten

Gartenbesitzer sollten einen Befall unverzüglich der Gemeinde- oder Stadtverwaltung und der unteren Forstbehörde melden. Der Borkenkäfer befalle zwar vornehmlich Wälder und komme im Hausgarten eher selten vor. Eine besonders hohe Gefahr gibt es jedoch bei Grundstücken, die an der Grenze zu großen Fichtenwäldern liegen. Der Schädling kann Distanzen von bis zu 600 Metern überwinden.

Ist eine Region großflächig von einer Borkenkäferplage betroffen, können sich die gefräßigen, kleinen Biester aber auch von Grundstück zu Grundstück durchschlagen und dann irgendwann auch Gärten befallen, die weiter als 600 Meter vom nächsten Waldrand entfernt liegen.

Borkenkäferbefall vorbeugen

Es ist wichtig, nach jedem Baumschnitt im ausgeästeten Holz nach Spuren des winterharten Schädlings Ausschau zu halten. Notfalls muss man den befallenen Baum fällen, damit nicht der ganze Baumbestand des Gartens besiedelt wird. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Fichten, die im Garten oder rund ums Haus wachsen. Die Nadelbäume sind die absolute Leibspeise von Borkenkäfern. Laut Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn stehen aber auch Thuja, Scheinzypresse, Wacholder und Bastardzypresse auf dem Speiseplan des nimmersatten Schädlings.

Weil Borkenkäfer gesunde Bäume meiden, solange es in ihrer Reichweite noch vorgeschädigten und kranken Baumbestand gibt, bestehe die effektivste vorbeugende Maßnahme für alle Gartenbesitzer darin, die eigenen Bäume stets optimal mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Oft könne in regenarmen Zeiten schon allein zusätzliches Wässern der gefährdeten Baumsorten einen Befall verhindern, berichten die Bonner Experten.

So entsteht eine Borkenkäferplage

Zu einer problematischen Borkenkäferpopulationen kommt es in einer Region immer dann, wenn zwei Bedingungen zusammenkommen: günstige Witterungsverhältnisse und Mängel beim Waldschutz beziehungsweise bei der Waldbewirtschaftung.

Es gibt mehr als 100 Borkenkäferarten in Europa. Die für die Bäume gefährlichsten Arten sind Buchdrucker und Kupferstecher, die vor allem Fichtenbestände befallen, sowie der Lärchenborkenkäfer. Die Tiere sind 0,8 bis neun Millimeter lang und dunkelbraun bis schwarz.

Ein Borkenkäferweibchen legt im Verlauf der Vegetationsperiode 100 bis 150 Eier, wie die LWF mitteilt. In einem Jahr mit verhältnismäßig warmem Frühlings- und Herbstwetter, in dem die Temperaturen lange über 17 Grad liegen, können bis zu drei Borkenkäfergenerationen schlüpfen. Trotz Verlusten kann ein Käferweibchen mit drei Jungkäfergenerationen und zwei Geschwisterbruten mehr als 100.000 Nachkommen erzeugen, erklärt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Wenn sich ein problematischer Bestand zur Plage auswächst, hängt dies aber meist auch mit Mängeln bei der Waldbewirtschaftung zusammen.

Die wichtigste Maßnahme, um eine Massenvermehrung zu verhindern, bestehe darin, Sturm- und Schneebruchschäden schnellstmöglich beseitigen, damit sich Borkenkäfer dort nicht einnisten. Dasselbe gilt für sogenanntes Totholz, also abgestorbene oder bereits umgeknickte Bäume und deren Bestandteile.

Je nach aktueller örtlicher Käferdichte und Witterungsbedingungen kann es bei unterlassener, unzureichender oder unvollständiger Aufarbeitung der Windwurf- und Bruchhölzer bereits im Folgejahr, häufig aber auch erst nach zwei bis drei Jahren zu Massenvermehrungen kommen, erörtert das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.. Dies könne dann zum "flächenhaften Absterben gesunder Bäume führen". Bis zur Besiedlung nahegelegener Gartenbäume ist es dann nur noch kurzer Schritt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, dpa-tmn
  • Gefährdungskarte
  • eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen


Ihre Meinung zählt!

Wir freuen uns auf angeregte und faire Diskussionen zu diesem Artikel.
Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Gefällt 0 Gefällt nicht0
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die DSL-Alternative mit LTE50, pausieren jederzeit möglich
den congstar Homespot 100 entdecken
Gerry Weberbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Garten > Insekten > Schädlinge

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe