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Rhabarber pflanzen und ernten: Ab wann, bis wann, wie?

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Robuste Gemüsesorte  

Rhabarber pflanzen und ernten: Tipps für Anfänger

19.06.2018, 12:12 Uhr | nw, t-online.de, dpa-tmn

Rhabarber pflanzen und ernten: Ab wann, bis wann, wie?. Rhabarber im Garten: Schon im April oder Mai kann Rhabarber geerntet werden. (Quelle: Getty Images/ClarkandCompany)

Rhabarber im Garten: Schon im April oder Mai kann Rhabarber geerntet werden. (Quelle: ClarkandCompany/Getty Images)

Da Rhabarber sehr robust ist und sich leicht anpflanzen lässt, ist er bei Hobbygärtnern sehr beliebt. Im Frühsommer ab April ist Erntezeit für das Knöterichgewächs. Ende Juni hingegen sollten Hobbygärtner darauf verzichten, Rhabarberstängel zu ernten. Hier lesen Sie, warum.

Ist Rhabarber eigentlich Obst oder Gemüse?

Viele fragen sich immer wieder, ob die rot-grünen Stangen eigentlich ein Obst oder ein Gemüse sind. Orientiert man sich daran, wo die meisten Supermärkte das Nahrungsmittel einsortieren, dann ist das falsch. Denn oft findet man die Rhabarberstangen in der Obstabteilung. Tatsächlich ist Rhabarber jedoch ein Gemüse.

Rhabarber ernten im Frühjahr: Wann sind die Stangen erntereif?

In der Regel beginnt die Rhabarbersaison bereits im April oder Mai. "Rhabarber reift in dem Sinne nicht", erklärt Peter Muß vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn. Je jünger die Stiele sind, desto weicher und zarter sind sie. Im Normalfall erntet man sie, wenn sie 30 bis 50 Zentimeter lang sind und ihr Durchmesser zwei bis fünf Zentimeter beträgt. Ein Indikator ist das Blatt an der Stange: Ist es ausgebreitet, ist die Stange erntereif.

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Rhabarber richtig ernten: So geht's

Schneiden Sie die Stangen beim Ernten nicht ab, sondern drehen Sie sie möglichst weit unten heraus. Über die Schnittstelle kann der Wurzelstock sonst faulen. Damit im nächsten Jahr neue Stangen wachsen, sollten Sie allerdings einige stehen lassen. "Die Hälfte der Stiele sollte stets stehen bleiben", rät Martin Breidbach, Bundesgartenberater beim Verband Wohneigentum.

Wie viel Ertrag kann man erwarten?

Das hängt von einigen Faktoren ab – etwa von ihrem Alter und ihrem Standort. "Es gibt Stauden, die zweimal pro Woche abgeerntet werden können, andere seltener", sagt Angelika Feiner vom Landesverband Bayerischer Kleingärtner. Fünf bis acht Kilogramm Rhabarber – das ist der Ertrag einer ausgewachsenen Staude, kalkuliert Breidbach.

Wer seine Ausbeute steigern möchte, sollte verhindern, dass der Rhabarber in der Erntezeit blüht. "Stiele mit Blütenansatz sollte man bis in den Juni hinein schnell herausdrehen", rät Angelika Feiner.

Bis wann kann Rhabarber geerntet werden?

Nach dem 24. Juni, dem Johannistag, sollten Sie keine Stangen mehr ernten: Wie die Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz erklärt, findet ab diesem Zeitpunkt bei Rhabarber in der Regel ein Wachstumsschub statt. Die neu anwachsenden Stängel helfen der Pflanze, Reserven für das nächste Jahr zu speichern.

Zudem steigere sich der Oxalsäuregehalt in der Staude über den Sommer hinweg, erklärt Peter Muß. Im Körper kann sie in größeren Mengen Vergiftungserscheinungen auslösen.

Wie pflanzt und pflegt man Rhabarber?

Pflanzen sollten Sie den Rhabarber an einem sonnigen Standort im Garten, da seine Stängel bei zu wenig Sonneneinstrahlung sehr dünn werden können. Die ideale Zeit, um Rhabarber zu pflanzen, ist der Herbst, wobei Sie das Gemüse auch im März und April pflanzen können. Der Boden sollte tiefgründig, das heißt ohne harte Schichten wie Gesteine und idealerweise lehmig-sandig sein.

Beim Einpflanzen sollten Sie für eine Rhabarberpflanze etwa einen Quadratmeter Fläche einrechnen. Dabei müssen die Pflanzen tief eingegraben werden – es darf nur noch die Knospe aus der Erde schauen. Anschließend sollten Sie den Boden festtreten und die Pflanze gut wässern.

Rhabarber ist sehr "hungrig" und benötig deshalb einen nährstoffreichen Boden. Die besten Nährstoffe sind in Kompost oder Stallmist enthalten, mit dem Sie die Erde im Hochsommer regelmäßig anreichern sollten. Das Gemüse benötigt außerdem viel Wasser, da über die großen Blätter viel Feuchtigkeit verdunstet und auch die Stängel zu 95 Prozent aus Wasser bestehen. Vermeiden Sie jedoch Staunässe.

Angelika Feiner vom Landesverband Bayerischer Kleingärtner rät: Alte Blätter als Mulchschicht unter die Staude legen. Das bewahrt den Boden vor dem Austrocknen.

Im Herbst sterben Blätter und Stiele ab. Die Staude sollten Sie nach der Erntezeit nicht mehr beschneiden, auch wenn das wilde Aussehen vielleicht nicht jedem gefällt. Dann können die Nährstoffe in den Wurzelstock einziehen.

Die ersten zwei Jahren sollten Hobbygärtner auf das Ernten verzichten. Dann bleibt der Pflanze mehr Kraft für ihre Entwicklung.

Wann lohnt es sich, die Pflanze durch eine neue zu ersetzen?

Der Rhabarber ist zwar eine mehrjährige Pflanze. Doch: "Wenn die Pflanze ausgelaugt ist, werden die Stängel immer dünner", sagt Muß. Dann sei es Zeit für einen Wechsel. Alte Stauden können Hobbygärtner auch teilen und dadurch kräftigere Jungpflanzen heranziehen. Dafür trennen sie laut Feiner im Herbst ein rund 500 Gramm schweres Stück des Wurzelstocks ab und pflanzen es an anderer Stelle im Garten ein.

Der Standortwechsel ist wichtig: Denn der Rhabarber zehrt den Boden stark aus. Verrottete Wurzelreste der alten Pflanze könnten zudem das Gedeihen der neuen Staude verhindern. Der Vorteil dieser Vermehrung: Man erhält eine sortengleiche Staude.

Wenn Sie von der Mutterpflanze noch mehr als die Hälfte der Staude angewurzelt im Boden belassen, können Sie diese auch schon im folgenden Jahr wieder beernten.

Rhabarber sollte generell nicht roh gegessen werden; er kann Bauchschmerzen verursachen. (Quelle: Getty Images/Nadezhda_Nesterova)Rhabarber sollte generell nicht roh gegessen werden; er kann Bauchschmerzen verursachen. (Quelle: Nadezhda_Nesterova/Getty Images)

Rhabarber nicht roh essen

Egal ob rot oder grün: Rhabarber sollte generell nicht roh gegessen werden, da auch mildere Sorten immer noch genug Säure enthalten, um Bauchschmerzen zu verursachen. Der Oxalsäuregehalt steigt mit zunehmendem Wachstum der Pflanze, weshalb der 24. Juni auch für den Verzehr als Stichtag gilt, nach dem die Stängel auch aus gesundheitlichen Gründen besser an der Pflanze bleiben sollten.

Den geernteten Rhabarber sollten Sie niemals in Alufolie eingewickelt aufbewahren, denn die in den Stängeln enthaltene Oxalsäure kann mit der Folie reagieren. Wickeln Sie ihn stattdessen in ein nasses Küchentuch ein, um ihn im Kühlschrank aufzubewahren.

Die Blätter des Rhabarbers sind giftig und können daher gleich auf dem Kompost entsorgt werden. Es gibt übrigens sowohl roten als auch grünen Rhabarber. Der rote enthält weniger Oxalsäure und ist daher auch milder im Geschmack.

Ausführlich: Ist Rhabarber giftig oder nicht?

Leckere Marmelade kochen und köstlichen Kuchen backen

Bevor Sie Rhabarber zum Kochen verwenden, müssen Sie ihn schälen. Dazu entfernen Sie die dünne Haut der Stängel am besten mit einem Sparschäler. Danach zerkleinern Sie die Stangen und lassen sie mit ein wenig Zucker im eigenen Saft mindestens eine halbe Stunde lang köcheln.

Obwohl Rhabarber ein Gemüse ist, wird er oft zu Rhabarberkuchen oder -kompott verarbeitet, weil die säuerliche Note für viele einen angenehmen Kontrast zu den süßen Speisen darstellt. Aber auch die Zubereitung von Rhabarbermarmelade ist eine leckere Verwendungsmöglichkeit.

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