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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Vorschriften-Chaos an der GrundstĂŒcksgrenze

dpa-tmn, sj

Aktualisiert am 07.01.2021Lesedauer: 5 Min.
Baum vor einem Haus: Laub in seinem Garten muss der Nachbar hinnehmen.
Baum vor einem Haus: Laub in seinem Garten muss der Nachbar hinnehmen. (Quelle: rue_wi/getty-images-bilder)
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Beim Streit zwischen Nachbarn geht es hĂ€ufig um den Garten und seine Bepflanzung. Dabei ist die Grenzbepflanzung im Nachbarrecht sehr detailliert geregelt – wenn auch in jedem Bundesland anders.

Das Wichtigste im Überblick


Es ist der klassische Streit zwischen Nachbarn: Die Birke ragt aufs NachbargrundstĂŒck, das Laub verstopft die fremde Regenrinne und nimmt den gepflegten Rosen des Nachbarn das Sonnenlicht. Solch kleine Ärgernisse am Gartenzaun können leicht eskalieren.


Die besten Hecken gegen neugierige Nachbarn

Hainbuchen bieten im Sommer einen prima Sichtschutz, im Winter verlieren die Hecken jedoch einen Teil ihrer BlÀtter.
Eine Hecke aus Buchs bleibt das ganze Jahr ĂŒber grĂŒn, allerdings wĂ€chst das Pflanze meist nicht sehr hoch.
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Unterschiedliche Regelungen fĂŒr Pflanzen am Gartenzaun

Im schlimmsten Fall stehen sich die Nachbarn irgendwann vor Gericht gegenĂŒber. Wer dort Recht bekommt, hĂ€ngt vor allem davon ab, in welchem Bundesland gestritten wird. Denn die Regeln fĂŒr Pflanzen an GrundstĂŒcksgrenzen sind nicht ganz einfach und je nach Region unterschiedlich.

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Jedes Bundesland habe ein eigenes Nachbarschaftsrecht, das sich in Bezug auf die GrundstĂŒcksbepflanzung grob in zwei Linien einteilen lasse, erklĂ€rt der EigentĂŒmerverband Haus & Grund Deutschland. Die einen hĂ€tten festgelegt, welche Strauch- und Baumarten wie nah am Zaun stehen dĂŒrften. Die anderen hĂ€tten geregelt, wie weit Pflanzen einer bestimmten Höhe von der GrundstĂŒcksgrenze weg gepflanzt werden mĂŒssen.

Grenzabstand je nach PflanzengrĂ¶ĂŸe anders

In vielen BundeslĂ€ndern hĂ€ngt es vom GewĂ€chs ab, welcher Mindestabstand eingehalten werden muss. In Hessen beispielsweise seien BĂ€ume und StrĂ€ucher in drei Kategorien eingeteilt – von sehr stark wachsend bis klein –, der Verband Wohneigentum Hessen in Oberursel. Es werden jeweils beispielhaft ein paar Sorten im Gesetz aufgefĂŒhrt.

Demnach mĂŒssen sehr stark wachsende BĂ€ume wie Linden mindestens vier Meter von der GrundstĂŒcksgrenze entfernt gepflanzt werden, wĂ€hrend Sie mit einer etwas weniger ausladenden Weißbirke nur zwei Meter Abstand zu halten brauchen. Auch fĂŒr ObstbĂ€ume gibt es die dreigeteilten Abstandsregeln. FĂŒr die meisten Steinobstarten ist es nach hessischem Nachbarrechtsgesetz allerdings ausreichend, wenn sie 1,5 Meter von der Grenze entfernt gepflanzt werden.

ZierstrĂ€ucher und BeerenobststrĂ€ucher dĂŒrfen je nach Sorte zwischen einem Meter und 50 Zentimetern nah am NachbargrundstĂŒck stehen. Baden-WĂŒrttemberg, Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz regeln die Grenzbepflanzung in Ă€hnlicher Art und Weise.

Je dichter an der Grenze, desto niedriger die Anpflanzung

Einfacher halten es Bayern, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt: Hier gilt unabhĂ€ngig von der Art des GewĂ€chses der Grundsatz: Je nĂ€her die Anpflanzung an der Grenze steht, desto niedriger muss sie sein. FĂŒr Bayern heißt das beispielsweise, dass in einem Abstand von einem halben Meter zur Grenze keine Pflanze höher als zwei Meter sein darf.

So unterschiedlich die Rechtslage ist, so verschieden sind auch die Ergebnisse, wenn StreitfÀlle vor Gericht enden. Die Gerichte urteilen stets unterschiedlich. Sie fÀllen oft Entscheidungen, die nur auf den Einzelfall anwendbar seien.

GroßzĂŒgiger Grenzabstand vermeidet Streit

Die Hauptstreitpunkte zwischen Nachbarn sind der Grenzabstand von Gehölzen sowie zu dicht stehende Hecken. Stehen Hecken etwa so nah am Zaun, dass der Besitzer sie nicht mehr von seinem GrundstĂŒck aus schneiden könne, ist er auf den Nachbarn angewiesen. Schließlich muss der ihn dafĂŒr auf sein GrundstĂŒck lassen.

Am besten lesen Sie die Paragrafen des jeweiligen Landesrechts und achten auf eventuelle Vorgaben der Kommunen. So lĂ€sst sich Streit vermeiden. DarĂŒber hinaus ist es ratsam, den Grenzabstand etwas grĂ¶ĂŸer zu wĂ€hlen. So könnten Themen mit hohem Streitpotenzial umgangen werden.

Was tun, wenn die Hecke zu dicht steht?

Sollte Nachbars Hecke oder ein Baum dichter an der Grenze stehen, als es das Landesrecht erlaubt, können Sie verlangen, dass die AbstĂ€nde eingehalten werden. Dazu mĂŒssen die Anpflanzungen je nach Landesrecht entweder zurĂŒckgeschnitten oder auf den passenden Abstand zurĂŒckgesetzt werden.

Allerdings sollten Sie sich mit Ihrer Beschwerde gegen eine Anpflanzung nicht all zu viel Zeit lassen. In den meisten BundeslĂ€ndern verjĂ€hrt der Anspruch auf Beseitigung innerhalb von fĂŒnf Jahren. Auch dabei gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen.

Die VerjĂ€hrungsfristen variieren zwischen zwei und sechs Jahren. Dazu kommt, dass der Beginn der Frist nicht einheitlich festgelegt ist: Mal gilt der Zeitpunkt der Pflanzung, mal der Zeitpunkt, zu dem die Maximalhöhe ĂŒberschritten wurde.

Die VerjĂ€hrung bleibt auch bei einem Besitzerwechsel bestehen. Wer also ein Haus kauft, hat möglicherweise keine Handhabe gegen die zu dicht stehenden BĂ€ume auf dem NachbargrundstĂŒck.

ÜberhĂ€ngende Zweige und Wurzeln

Blumen und BĂŒsche, die nicht allzu hoch sind, könnten gewöhnlich direkt am Zaun gepflanzt werden, erklĂ€rt Haus & Grund Deutschland. Zweige und BlĂ€tter sollten aber möglichst nicht auf das NachbargrundstĂŒck hĂ€ngen. Gleiches gilt fĂŒr Hecken.

Wenn Zweige oder gar Wurzeln des Nachbarn, die auf das eigene GrundstĂŒck ragen, sehr stören, können Sie vom Nachbar verlangen, dass er den Überhang abschneidet. Laut § 910 BĂŒrgerliches Gesetzbuch (BGB) mĂŒssen Sie ihm eine angemessene Frist zur Beseitigung einrĂ€umen.

Wichtig: Allerdings verjĂ€hrt dieser Anspruch in drei Jahren, beginnend mit der erstmaligen Störung. Danach haben Betroffene laut Gesetz aber immer noch die Möglichkeit, herĂŒberragende Äste abzuschneiden, wenn der Nachbar dies trotz Aufforderung nicht in angemessener Frist tut. Dieses Recht zur Selbsthilfe unterliegt nicht der VerjĂ€hrung. Das gilt auch bei Hecken, die zwar auf dem GrundstĂŒck des Nachbarn stehen, aber in den eigenen Garten hinĂŒberwachsen.

Hier laufen Sie dabei leicht Gefahr, sich schadenersatzpflichtig zu machen – wenn Sie etwa zu viel abschneiden. Es darf nĂ€mlich wirklich nur der Überhang abgeschnitten werden. Auch wer voreilig Wurzeln kappt, muss möglicherweise fĂŒr den dadurch entstandenen Schaden haften. Sie mĂŒssen Ihrem Nachbarn Gelegenheit geben, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Übrigens: Teilweise können Sie die Äste auch selbst entfernen – im Sinne des im BĂŒrgerlichen Gesetzbuch vorgesehenen Rechtes zur Selbsthilfe in einem solchen Fall (Az. V ZR 234/19), erklĂ€rt der BGH. Der BGH betonte zugleich: Das Selbsthilferecht könne aber durch naturschutzrechtliche Regelungen eingeschrĂ€nkt sein, etwa durch Baumschutzsatzungen.

Mangelnder Baumbeschnitt kann teuer werden

Einem GrundstĂŒckseigentĂŒmer kann es teuer zu stehen kommen, wenn er seine BĂ€ume und Hecken nicht korrekt beschneidet. "Er ist verpflichtet, den auf Straßen ragenden Bewuchs zu beseitigen", teilte das Verwaltungsgericht in Mainz sein Urteil mit (Az. 3 K 363/17.MZ). Erledige er dies nicht, könne die Straßenbaubehörde nach Aufforderung und Fristsetzung den Bewuchs selbst beschneiden lassen, die Kosten hierfĂŒr mĂŒsse der EigentĂŒmer zahlen. In dem aktuellen Fall war einem EigentĂŒmer ĂŒber 500 Euro in Rechnung gestellt worden. Die Straßenbaubehörde hatte einen Gartenbaubetrieb mit dem RĂŒckschnitt beauftragt.

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Kontrolle des Zustands der BĂ€ume

Immobilienbesitzer mĂŒssen BĂ€ume auf ihrem GrundstĂŒck regelmĂ€ĂŸig kontrollieren. Denn die EigentĂŒmer sind im Prinzip dafĂŒr verantwortlich, dass niemand etwa durch herabfallende Äste zu Schaden kommt.

Hierzu reicht es aus, wenn private Immobilienbesitzer eine SichtprĂŒfung an den BĂ€umen durchfĂŒhren. Verantwortlich fĂŒr BaumschĂ€den sind die Besitzer aber nur, wenn sie Krankheiten des Baumes ĂŒbersehen, die jeder Laie erkennt – also etwa abgestorbene Teile, Rindenverletzungen oder sichtbarer Pilzbefall. Hier sei die InstabilitĂ€t der Rotbuche nur fĂŒr einen Fachmann, nicht aber fĂŒr einen Laien erkennbar gewesen. Der Hausverwaltung sei kein Vorwurf zu machen.

Laub in seinem Garten muss der Nachbar hinnehmen

Sollten Sie sich lediglich durch ein wenig Laub oder Schattenwurf gestört fĂŒhlen, sei das allerdings kein ausreichender Grund zum Klagen, erlĂ€utert der EigentĂŒmerverband. Auch Nadeln, Zapfen oder BlĂ€tter, die auf den Gartenteich fallen oder die Regenrinne verstopfen, mĂŒssen Sie in der Regel erdulden. Selbst wenn Sie allergisch auf einen Baum des Nachbarn reagiere, mĂŒsse der das Gehölz nicht automatisch fĂ€llen. Es gilt als Naturereignis.

Was mĂŒssen Mieter bei der Gartenbepflanzung beachten?

Bei Mietern komme es darauf an, ob es sich um eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus oder um ein Einfamilienhaus mit eigenem Garten handelt, erlĂ€utert der Deutsche Mieterbund. In einem Haus mit mehreren Parteien mĂŒsse sich der HobbygĂ€rtner im Zweifel mit seinen Nachbarn und dem Vermieter abstimmen, beim Einfamilienhaus sei es der Vermieter, der gefragt werden will.

"Wenn der Vermieter den Garten als Ziergarten vermietet, kann ich keine GemĂŒseplantage daraus machen", warnt der Mieterbund. Legt sich der Besitzer bei der Gartengestaltung nicht fest, sei der Mieter weitgehend frei. Bei grundlegenden Änderungen, etwa wenn der Mieter stark wachsende BĂ€ume pflanzen wolle, mĂŒsse er den Vermieter aber fragen.

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