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Blaubeeren: So pflanzen und pflegen Sie Heidelbeeren richtig


Heidelbeeren: So pflanzen und pflegen Sie Blaubeeren

Von dpa-tmn, t-online, ron

Aktualisiert am 01.04.2022Lesedauer: 5 Min.
Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum): Sie trägt wesentlich größere Früchte als die heimische Heidelbeere.Vergrößern des BildesKulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum): Sie trägt wesentlich größere Früchte als die heimische Heidelbeere. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)
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Sie gilt als heimisches Superfood: die Heidelbeere. Frisch aus dem Garten schmeckt sie natürlich am besten. Doch der Strauch stellt besondere Ansprüche an seinen Pflanzort. Das sollten Sie beachten.

Heidelbeeren sind nicht nur beliebt als Zutaten für Muffins und leckere Quarkspeisen, die blauen Früchte sind auch gesund. Schon Hildegard von Bingen (1098–1179) wusste über ihre heilende Wirkung. Dabei nutzte sie getrocknete Heidelbeeren als Kompresse zur Wundheilung.

Heidelbeeren gehören zur Familie der Heidekrautgewächse. Die heimische Wildart der Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) wächst an lichten Gehölzrändern ebenso wie in Heide- und Moorlandschaften. Hier breitet sie sich auf sauren, nährstoffarmen Böden aus. Während die Waldheidelbeere nur im Wildbestand vorkommt, kann die Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum) ausschließlich im heimischen Garten angebaut werden.

Gattung: Waldheidelbeere und Kulturheidelbeere

Mit der Waldheidelbeere ist die Kulturheidelbeere nur ganz entfernt verwandt. Sie gehört zwar zur selben Gattung, unterscheidet sich aber in einigen Punkten: Kulturheidelbeeren haben helles Fruchtfleisch, nur die feste Schale ist blau. Sie sind außerdem wesentlich größer und süßer als ihre wilden Verwandten.

Info
Oft ist zu lesen, bei im Wald wachsenden Heidelbeeren bestehe die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren. Wissenschaftlich bestätigt wurde das bislang nicht. Das Robert Koch-Institut rät trotzdem zur Vorsicht. Bodennah wachsende Nahrungsmittel sollten vorsorglich vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.

Wenn Sie Waldheidelbeeren sammeln, sollten Sie sich vorher kundig machen, wie diese aussehen. Oft werden sie nämlich mit der sogenannten Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), auch: Trunkelbeere, Moorbeere oder Nebelbeere, verwechselt. Allerdings lässt sie sich ganz einfach unterscheiden: Das Fruchtfleisch der Rauschbeere ist milchig-weiß, das der Waldheidelbeere blau bis violett.

Wichtig: Die Rauschbeere kann, wie ihr Name vermuten lässt, zu Rauschzuständen oder Vergiftungserscheinungen führen.

Heidelbeere oder Blaubeere: Was unterscheidet sie?

Bei Heidelbeeren und Blaubeeren handelt es sich um ein und dieselbe Frucht. Es sind nur regional unterschiedliche Bezeichnungen. Andere Namen sind Wildbeere, Waldbeere, Schwarzbeere, Heubeere oder Bickbeere.

Standort: Sonnig auf saurem Boden

Kulturheidelbeeren wachsen am besten in der Sonne auf einem möglichst naturbelassenen Boden. Er sollte vor der Pflanzung weder gedüngt noch gekalkt werden. Ideal ist eine lockere Erde wie ein humusreicher, saurer Sandboden, denn Kulturheidelbeeren sind Flachwurzler.

Wuchs: Ein- bis zwei Meter hoher Busch

Bei der Kulturheidelbeere handelt es sich um einen Busch, der etwa anderthalb bis zwei Meter hoch wird. Hierzulande wachsen vor allem die sogenannten Northern-Highbush-Sorten, die aus Nordamerika stammen. Der Vorteil: Sie sind frostfest und wuchsfreudig. Darüber hinaus versprechen sie eine reiche Ernte.

Pflanzen: Boden für Heidelbeeren vorbereiten

Die Wurzeln der Kulturheidelbeere wachsen eher nach oben an die Oberfläche als nach unten. Zudem bieten Gartenböden oftmals nicht die Vorteile des Naturstandorts. Gehen Sie deshalb folgendermaßen beim Pflanzen vor:

  1. Graben Sie im Boden ein Loch mit einem Durchmesser von einem Meter und einer Tiefe von 40 bis 60 Zentimeter.
  2. Geben Sie in das Loch Torf oder ein Substrat für Rhododendren und Azaleen. Es hat genau die passenden Eigenschaften für Kulturheidelbeeren.
  3. Setzen Sie die Pflanze so ein, dass die Oberkante des Erdballens noch circa fünf Zentimeter aus der Erde herausschaut.
  4. Breiten Sie verrottetes Pflanzenmaterial wie Nadelstreu oder Holzhäcksel um den Wurzelbereich aus.

Ein hoher Humusanteil hält den Boden feuchter, was die Heidelbeerpflanzen bevorzugen. Aber es bereitet ihnen Probleme, wenn sich die Nässe staut oder sich der Boden verdichtet.

Begleiter: Preisel- und Moosbeeren

Als unmittelbare Nachbarpflanze für die Heidelbeere kommen Preisel- und Moosbeeren infrage. Der Grund: Die Pflanzen bleiben niedrig und gedeihen als Bodendecker unter den Kulturheidelbeeren. Die rotschaligen Preisel- und Moosbeeren eignen sich allerdings weniger zum Naschen als vielmehr zur Verarbeitung für Marmelade, Saft und Chutneys.

Erntezeit: Blaubeeren ab Ende Juni lesen

Die ersten Früchte können je nach Witterung Ende Juni geerntet werden. Dabei werden die Beeren an einem Fruchtstand nicht gleichzeitig, sondern in Etappen reif. Das hat den Vorteil, dass Sie über mehrere Wochen immer wieder ernten können.

Tipp: Wer von Juli bis September Beeren ernten möchte, sollte verschiedene Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit im Garten pflanzen.

Düngen: In zwei Intervallen düngen

Da Heidelbeerpflanzen auf eher nährstoffarmen Böden vorkommen, sollten Sie nur sparsam düngen. Zudem gelten die Pflanzen als sehr salzempfindlich. Es ist daher ratsam, einen Dünger zu verwenden, der für Rhododendren und Azaleen geeignet ist. Ferner sollte die empfohlene Düngermenge in zwei Intervalle aufgeteilt werden:

  1. Intervall: am Anfang der Blüte
  2. Intervall: am Ende der Blüte

Tipp: Grundsätzlich ist der Dünger nicht punktuell an einer Stelle auszubringen, sondern gleichmäßig auf den Wurzelbereich verteilt.

Schneiden: Am besten im Frühjahr

Kulturheidelbeeren können weit über 30 Jahre alt werden. Damit Sie dauerhaft viele Blaubeeren ernten können, braucht der Strauch regelmäßig einen Schnitt. Die älteren Zweige werden entfernt. Diese erkennen Sie leicht an der kräftigen Rinde. Nur die jungen, glatten Triebe setzen reichlich Blüten an. Wenn Gärtner den Schnitt im Frühling machen, können sie gleichzeitig die alten Fruchtstände abschneiden.

Vitamine und Nährwerte

Heidelbeeren enthalten wichtige Nährstoffe und haben wenige Kalorien. So stecken in 100 Gramm Blaubeeren nur 37 Kilokalorien und 4,9 Gramm Ballaststoffe. Auch deshalb werden Heidelbeeren gern als sogenanntes Superfood bezeichnet. Im Vergleich zu anderen Lebensmitteln sollen diese überdurchschnittlich viele Nährstoffe wie Vitamine, Proteine und Antioxidantien enthalten. Eine verbindliche Definition von Superfood existiert laut des Europäischen Informationszentrums für Lebensmittel (EUFIC) jedoch nicht.

Vitamine (Auswahl) Wert pro 100 Gramm
Vitamin A 6 μg
Vitamin B1 20 μg
Vitamin B2 20 μg
Niacin (Vitamin B3) 400 μg
Vitamin B5 160 μg
Vitamin B6 60 μg
Vitamin C 22.000 μg
Vitamin E 1.850 μg
Mineralstoffe Wert pro 100 Gramm
Calcium 10 mg
Kalium 78 mg
Magnesium 2 mg
Natrium 1 mg
Phosphor 13 g

Anthocyane färben Heidelbeere schwarz

Für die schwarzblaue Farbe der Heidelbeere sind sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Anthocyane, verantwortlich. Diese bildet der Obststrauch vor allem als UV-Schutz und als Schutz gegen Krankheiten.

Das Besondere: Anthocyanen wird eine antioxidative Wirkung nachgesagt – sie unterstützen so die Gesundheit. Denn Ernährungswissenschaftler gehen davon aus, dass der zellschützende Pflanzenfarbstoff freie Radikale im Körper bindet. Diese werden im Zusammenhang mit Krebs, Diabetes mellitus und Arteriosklerose diskutiert. Auch der Alterungsprozess der Haut soll dank der Anthocyane verzögert werden können.

Bienenfreundlich und dekorativ

Die Heidelbeerpflanzen liefern nicht nur leckere Beeren, sondern tragen auch rosafarbene bis weiße Blüten. Diese locken Wildhummeln an. Im Herbst schmücken sich die Sträucher mit einer kräftigen Herbstfärbung, die von Gelb über Orange bis Rot reicht. Das junge Holz kann bei Sorten wie 'Reka' im Winter leuchtend rot gefärbt sein.

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Schädlinge und Krankheiten

Weniger Schädlinge als typische Krankheiten wie Chlorose (Gelbsucht) oder Grauschimmel (Graufäule) können bei der Kulturheidelbeere auftreten. Auslöser für letztere Fäulnis ist ein Pilz (Botrytis cinerea), der sich zumeist an geschwächten oder absterbenden Pflanzenteilen ausbreitet. Erkennbar ist die Krankheit an faulenden Stellen – sowohl auf dem Blattlaub als auch an den Früchten.

Haben Sie das Schadbild an der Heidelbeere entdeckt, sind die befallenen Pflanzenteile umgehend zu entfernen. Entsorgen Sie diese nicht auf dem Kompost, weil sich der Grauschimmel hier weiter ausbreiten kann, sondern im Restmüll. Der Krankheit können Sie mit sogenannten pflanzenstärkenden Mitteln vorbeugen: Das sind natürlich hergestellte Sude und Brühen.

Geeignete Sorten für den Garten

Für den Hausgarten empfehlen sich unterschiedliche Sorten von Blaubeeren. Denn auch wenn sich die Pflanzen selbst befruchten, fördert die Fremdbefruchtung den Beerenansatz und die Beerengröße. Diese Sorten sind besonders geeignet:

Heidelbeersorte Besonderheiten
'Spartan' früh reifend, robust
'Elisabeth' spät reifend, aromatisch
'Bluecrop' mittelfrüh reifend, regelmäßige hohe Erträge
'Liberty' spät reifend, gut lagerbar
'Reka' früh reifend, süß-säuerlich
'Hortblue Poppins' mittelfrüh reifend, regelmäßige hohe Erträge

Übrigens: Der Name Poppins geht auf das knackige Fruchtfleisch zurück – und hat nichts mit dem bekannten Kindermädchen Mary Poppins zu tun.

Rezepte mit Heidelbeeren

Heidelbeeren sind der Küche vielseitig verwendbar. Besonders gut lassen sich Torten, Kuchen, Pancakes, Desserts oder Muffins mit den blauen Früchten verfeinern. Aber auch für Smoothies eignen sie sich. Ebenso lässt sich ein leckeres Heidelbeereis einfach zubereiten. Hier ist ein Rezept für Joghurteis am Stiel mit Blaubeeren und Himbeeren:

Zutaten für sechs Portionen:

  • 50 g Heidelbeeren
  • 50 g Himbeeren
  • 1 kleine Zitrone
  • 100 g Puderzucker
  • 150 g Schmand
  • 150 ml Schlagsahne

Zubereitung:

  1. Waschen Sie die Heidelbeeren und lassen sie gut abtropfen.
  2. Verlesen Sie die Himbeeren.
  3. Pressen Sie die Zitrone aus und verrühren Sie drei Esslöffel des Saftes mit Puderzucker, Schmand und Joghurt.
  4. Schlagen Sie die Sahne halb steif und heben Sie sie unter.
  5. Dritteln Sie die Masse.
  6. Pürieren Sie ein Drittel mit den Himbeeren, ein Drittel mit den Heidelbeeren.
  7. Belassen Sie ein Drittel ohne Beeren – für diejenigen, die es pur mögen.
  8. Füllen Sie die drei Joghurt-Sahne-Varianten in kleine Gläser und geben Sie sie für 25 Minuten in den Gefrierschrank.
  9. Stecken Sie nun Löffelchen aus Holz in die angefrorene Masse und lassen Sie sie über Nacht vollständig gefrieren.

Um das Eis aus dem Glas zu lösen, reicht es oft, das Glas einfach kurz mit den Händen anzuwärmen. Jetzt können Sie das Joghurteis servieren.

Pflege-Steckbrief

Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum)
Standort sonnig
Boden humusreicher, saurer Sandboden
Wuchs ein- bis zwei Meter hoher Busch
Pflanzen Boden für den Flachwurzler gut vorbereiten
Nachbarpflanzen Preisel- und Moosbeeren
Ernte sortenabhängig, Juni bis September
Düngen sparsam, vor und nach der Blüte
Schneiden regelmäßig im Frühjahr
Verwendete Quellen
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