Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Garten > Gartenarbeit >

Gespinstmotte bekämpfen: Was gegen den Schädling hilft

Weißer Schleier an Bäumen  

Nicht verwechseln: Gespinstmotte oder Eichenprozessionsspinner?

22.04.2020, 09:22 Uhr | jb, t-online

Gespinstmotte bekämpfen: Was gegen den Schädling hilft. Raupen der Gespinstmotte überziehen Sträucher mit silberfarbender Hülle: Man erkennt die Raupen der Gespinstmotten an ihrer hellgrauen Färbung. (Quelle: imago images/Andreas Gora)

Hülle der Gespinstmotte: Man erkennt die Raupen der Gespinstmotten an ihrer hellgrauen Färbung. (Quelle: Andreas Gora/imago images)

Im Juni werden viele Sträucher und Bäume großflächig von weißen Gespinsten durchzogen – angelegt von Gespinstmotten. Diese weißen, auffälligen Schleiernetze können leicht mit den Netzen der gefährlichen Eichenprozessionsspinner verwechselt werden. 

An unterschiedlichen Gehölzen befinden sich gebietsweise zahlreiche, wolkenartige Netze. Hierbei kann es sich teilweise um die Kokons der Gespinstmotte (Yponomeutidae) handeln – einem Baumschädling. Vor allem Apfelbäume, Schlehen und Traubenkirschen aber auch andere Bäume werden von den Raupen häufig befallen. Bei diesen Schleiergebilden handelt es sich oftmals nicht um den gefürchteten Eichenprozessionsspinner, sondern die der Gespinstmotte. Gefürchtet, da sich an den Raupen des Eichenprozessionsspinners zahlreiche feine Brennhaare befinden, die sowohl beim Menschen als auch bei Tieren zu heftigen Reaktionen, wie beispielsweise Hautausschläge oder Atemnot führen können. Auch ohne, dass man sie berührt.

Info
Das Netz schützt die Raupen sowohl vor Fressfeinden als auch vor Regen. 

Gespinstmottenraupen erkennen

Die Raupen der Gespinstmotten sind hellgrau. Teilweise ist ihr Körper mit unterschiedlich vielen Reihen gelber oder schwarzer Punkte überzogen. Die Raupe ist etwa zwei Zentimeter groß. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal: Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner haben Gespinstmottenraupen keine Haare. Sie sind daher für den Menschen ungefährlich. 

Die Raupen leben in hellen, schleierartigen Gespinsten, in denen sie geschützt Büsche und Bäume kahl fressen können. Die Gespinste der Schmetterlingsart kommen an vielen verschiedenen Gehölzen vor:

Hier können die Netze teilweise ganze Plantagen oder Baumgebiete überziehen.

Teilweise befallen die Baumschädlinge auch andere Obstbäume. Dabei fressen die Raupen die Gehölze vollständig kahl. Hat der Baum bereits ausreichend Kraft, so kann er Ende Juni, zum sogenannten Johannistrieb am 24. Juni, neu austreiben. Obstbäume tragen jedoch einen erheblicheren Schaden davon. Bei ihnen kann es zu einer schlechteren Ernte oder sogar einem Ernteausfall kommen.

Die Gespinstmotte bildet ähnliche Gespinste wie der Eichenprozessionsspinner. (Quelle: imago images/blickwinkel)Gespinstmotte: Die Raupe bildet ähnliche Gespinste wie der Eichenprozessionsspinner.

Aufgrund der milderen Temperaturen und der trockenen Witterung treten die Gespinstmottenraupen immer häufiger und in immer größerer Zahl auf. Zudem sind sie nicht kälteempfindlich, sodass ihr Bestand beispielsweise durch die Eisheiligen oder die Schafskälte nicht verringert wird.

Gefährliche Eichenprozessionsspinner

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind für die Gesundheit gefährlich. Die Brennhaare der Raupen können schnell abbrechen und so sowohl auf die Spaziergänger fallen oder mit dem Wind durch die Luft getragen werden. Dadurch können sie leicht und schnell allergische Reaktionen auslösen. Häufige Symptome sind ein heftiger Juckreiz, Nesselsucht oder sogar anaphylaktischer Schock sein. Zeigen sich derartige Symptome, sollten Sie sich dringend an einen Arzt wenden.

Eichenprozessionsspinner erkennen

Die weißen Gespinste der Eichenprozessionsspinner in den Bäumen ähneln den Netzen der Gespinstmotten. Allerdings sind hiervon häufig Eichen oder Hainbuchen betroffen. 

Links das Netz einer Pfaffenhütchengespinstmotte, rechts das Netz eines Eichenprozessionsspinners. (Quelle: imago images/blickwinkel, Werner Scholz)Links das Netz einer Pfaffenhütchengespinstmotte, rechts das Netz eines Eichenprozessionsspinners. (Quelle: blickwinkel, Werner Scholz/imago images)

Auch die Raupen unterscheiden sich: Bei dem Eichenprozessionsspinner sind die Raupen erst gelblich-braun gefärbt, später ändert sich die Farbe zu Graublau bis Schwarz. Ihre Körper sind mit Brennhaaren bedeckt. Zudem fressen die Raupen des Eichenprozessionsspinners teilweise in größeren Gruppen mehrere Gehölze in einem Gebiet nacheinander kahl. Die Nachkömmlinge der Gespinstmotte sind eher kahl und anfangs hellgrau oder cremefarben. Haare haben sie nicht.

Koeln Gespinstmotte Symbolfoto Gespinstmotte Symbolfoto von Spinnweben und Raupen *** Koeln Gespin (Quelle: imago images/Eibner ,Becker&Bredel)Koeln Gespinstmotte Symbolfoto Gespinstmotte Symbolfoto von Spinnweben und Raupen *** Koeln Gespin (Quelle: Eibner ,Becker&Bredel/imago images)

Wichtig ist, sowohl die Gespinste als auch die Raupen des Eichenprozessionsspinners auf keinen Fall zu berühren. Dies sollten Sie ausschließlich einem Schädlingsbekämpfer überlassen. Zudem sollten Sie in von einem Befall betroffenem Gebiet dichte Kleidung tragen und möglichst ihre Atemwege bedecken, sobald Sie sich im Freien aufhalten. 

Anfang Juli verpuppen sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Allerdings befinden sich auch danach noch in den Gehölzen die Netze mit den Häuten und den Brennhaaren darin befinden. Sie stellen also weiterhin eine Gesundheitsgefahr dar. 

Info
Eichenprozessionsspinner gehören zu der Familie der Zahnspinner. Sie sind eher ein Nachtfalter. Gespinstmotten gehören zu der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera).

Anfang Juni droht der Kahlfraß

Die Gespinstmottenarten bringen jährlich etwa eine Generation hervor. Zwischen Juni und August legen die Motten dann mehrere Eier auf den Zweigen der Bäume ab. Sobald die Raupen im Folgejahr geschlüpft sind, überziehen sie die Äste und Zweige mit dem silbriggrauen bis weißen Netzen. Unter den spinnennetzartigen Gebilden fressen dann mehrere Hunderte Larven die Gehölze teilweise sogar vollständig kahl.

Anfang Juni bis Mitte August verpuppen sich die ausgewachsenen Raupen. Sobald sie nach etwa zwei Wochen wieder schlüpfen, fliegt die Motte zu den entsprechenden Gehölzen, um dort ihre Eier abzulegen. Anschließend überzieht der Falter das Gelege mit einem schützenden Sekret. Zwar schlüpfen die Raupen bereits nach wenigen Wochen, sie verbringen den Winter jedoch unter diesem Schutzmantel. Selbst sehr niedrige Temperaturen schaden ihnen hier nicht.

Info
Gespinstmotten sind etwa 2,5 Zentimeter lang, dunkel gepunktet und haben weiße Flügel.

Sobald die Temperaturen im Frühjahr ausreichend hoch sind, werden die Raupen wieder aktiv, spinnen die Netze und beginnen hierunter mit ihrem Kahlfraß.

Info
Es gibt unterschiedliche Gespinstmottenarten. Hierzu zählen beispielsweise die Apfelbaumgespinstmotte, die Pfaffenhütchengespinstmotte oder auch die Pflaumengespinstmotte. Ihre Bezeichnung spiegelt dabei die Pflanze wieder, an der sich das Tier gerne zu schaffen macht. Je nach Art unterscheidet sich auch die Zeit, zu der die Raupen schlüpfen und aktiv sind.

Gespinstmotten bekämpfen

Um die Baumschädlinge zu bekämpfen, hilft nur ein radikaler Rückschnitt. Entfernen Sie aus dem Gehölz alle Äste und Zweige, die von den noch bewohnten Netzen umsponnen sind. Die befallenen Pflanzenteile sollten luftdicht verschlossen und im Restmüll entsorgt werden. Auf dem Kompost gegeben, könnten sie auf andere Gehölze befallen. Spritzen Sie die betroffenen Bäume nach dem Aufsammeln mit einem kräftigen Wasserstrahl gut ab.

Helfen Pflanzenschutzmittel gegen die Gespinstmotten?

Oftmals ist Schädlingsbefall erst zu erkennen, wenn die Raupen ihre Netze bilden. Das Gelege der Gespinstmotte auf den Zweigen und Trieben ist selten sichtbar. Pflanzenschutzmittel sind zur Bekämpfung der Gespinstmotte nicht zu empfehlen. Sie sind schwierig in der Anwendung, da die Netze die Raupen schützen.

Sinnvoller und effektiver ist es, Bäume und Sträucher bereits vorab mit den entsprechenden mitteln zu behandeln – also die Eigelege bekämpfen. Hierbei können beispielsweise Bakterien wie der Bacillus thurigiensis helfen. Sie werden mithilfe einer Flüssigkeit auf die Zweige und Triebe der Gehölze gesprüht. Die so behandelten Blätter werden von den Raupen gefressen, die anschließend verenden. Das Bekämpfungsmittel sollte zwischen April und Mai angewendet werden, bevor die Raupen ihr Schutznetz spinnen können. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, dpa-tmn
  • Eigene Recherche

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team von t-online

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Heim & Garten > Garten > Gartenarbeit

shopping-portal