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Wühlmäuse bekämpfen und vertreiben: die besten Mittel

Diese Methoden wirken  

Wühlmäuse erfolgreich bekämpfen

28.08.2020, 12:40 Uhr | jb, t-online

Wühlmäuse bekämpfen und vertreiben: die besten Mittel. Wühlmaus: Sie ist ein bekannter Schädling (Quelle: Getty Images/CreativeNature_nl)

Wühlmaus: Sie ist ein bekannter Schädling (Quelle: CreativeNature_nl/Getty Images)

Wühlmäuse sehen zwar niedlich aus, aber wer sie in seinem Garten hat, kann sich für die possierlichen Tierchen nur selten begeistern. Denn die kleinen Nager hinterlassen Schäden. Was Sie dagegen tun können.

Wurzelgemüse nagen sie ebenso an wie Blumenzwiebeln und Obstbaumwurzeln: die Wühlmäuse (Arvicola terrestris). Um die Tiere zu bekämpfen, werden Sie am besten im Herbst oder Frühling aktiv, weil die Nager Köder dann am besten annehmen. So werden Sie Wühlmäuse, auch Schermäuse genannt, los.

Störende Erdhügel: Wühlmaus oder Maulwurf im Garten?

Zunächst sollten Sie feststellen, ob es überhaupt Wühlmäuse sind, die im Garten zu Gange sind. Die Nager graben Gänge, die denen von Maulwürfen sehr ähnlich sind. Da Maulwürfe nicht schädlich sind und daher auch nicht bekämpft werden dürfen, sollten Sie sichergehen, welches Tier für die Erdhaufen im Garten verantwortlich ist. Ein seitlich zum Erdhaufen versetzt liegendes Loch ist ein Hinweis auf Wühlmäuse. Beim Maulwurf liegt das Loch meist mittig unter dem Maulwurfhügel. Wühlmaushügel sind meist auch kleiner.

Wühlmaushaufen: Der Erdhaufen einer Wühlmaus hat einen seitlichen Eingang.  (Quelle: imago images/Steffen Schellhorn)Wühlmaushaufen: Der Erdhaufen einer Wühlmaus hat einen seitlichen Eingang. (Quelle: Steffen Schellhorn/imago images)

Verwühlprobe zeigt, wer im Gang wohnt

Ob ein Gang noch bewohnt ist, zeigt die sogenannte Verwühlprobe. Dabei wird ein Gang an mehreren Stellen auf einer Länge von etwa 30 Zentimetern freigelegt. Ist der Gang nach einiger Zeit wieder geschlossen, wird er von Wühlmäusen bewohnt. Ein Maulwurf würde unter dem Bereich einen neuen Gang graben. Oft besiedeln Wühlmäuse allerdings auch Gänge, die zuvor von Maulwürfen genutzt wurden.

Wie erkenne ich Schäden durch Wühlmäuse im Garten?

Schäden durch Wühlmausfraß entstehen vor allem an den Wurzeln von jungen Obstbäumen, Beerenobststräuchern und Ziergehölzen. Darüber hinaus werden von Wühlmäusen aber auch Blumenzwiebeln sowie Wurzel- und Knollengemüse angefressen.

Aber auch der Rasen leidet unter den Tätigkeiten der Wühlmäuse: Die Tiere zerstören die Grasnarben. Dadurch kann an diesen Stellen schnell und leicht Unkraut wachsen. 

Die Folgen der Wühlmausplage werden häufig erst im Frühjahr oder Sommer entdeckt, wenn die Pflanzen nicht richtig wachsen oder gar eingehen. Teilweise lassen sie sich auch leicht aus dem Boden ziehen. Die Schäden selbst entstehen allerdings meist schon im Winter. 

Wühlmaus oder Feldmaus?

Ähnliche Fraßschäden an Pflanzen können auch durch Feldmäuse entstehen. Bei Gehölzen schädigen Feldmäuse allerdings bevorzugt die Stammbasis, indem sie die Rinde ringsum oft komplett abnagen. Seltener befressen Feldmäuse die Gehölzwurzeln. Eine sichere Unterscheidung von Feld- und Wühlmäusen ist durch die offenen Löcher möglich, die bei einem Feldmausauftreten zurückbleiben. Von Wühlmäusen werden offene Gänge stets wieder verwühlt. Um Wühlmäuse zu bekämpfen, gibt es verschiedene Methoden. Man kann Fallen und Gas einsetzen. Die Wirksamkeit von Hausmitteln ist hingegen umstritten.

Mäuse in die Falle locken

Wer Fallen einsetzen will, sollte die Geräte möglichst in die Gangöffnung stellen. Um die Tiere anzulocken, empfehlen sich Köder aus aromatischem Wurzelgemüse wie Sellerie oder Möhren. Damit kein menschlicher Geruch an den Fallen haften bleibt und die Tiere den Köder annehmen, rät die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die Hände vor dem Aufstellen mit Erde abzureiben oder Handschuhe zu tragen. Es hilft auch, die Fallen einige Zeit der Witterung auszusetzen.

Um nicht versehentlich einen geschützten Maulwurf zu töten, sollten Sie im Zweifelsfall besser auf eine Kastenfalle zurückgreifen, in der die Tiere lebend gefangen werden. Zwar dürfen Sie den störenden Wühlern das ganze Jahr über zu Leibe rücken, jedoch sind im zeitigen Frühjahr, wenn die Mäuse nach dem Winter ausgehungert sind, die Erfolgsaussichten mit beköderten Fallen besonders hoch. Die gefangenen Tiere sollten Sie nur mit Handschuhen anfassen.

Gas vertreibt die Wühlmaus

Um die Mäuse zu vertreiben, können Sie auch Gas einsetzen, das mit seinem Geruch die Mäuse in die Flucht treibt. Bei dieser Methode werden Feststoffe ausgelegt, die beim Kontakt mit dem feuchten Boden Gas freisetzen. Allerdings wirken die Gase nur, wenn Sie den Gang nach Ausbringen des Stoffes gut verschließen. Sonst würde das Gas zu schnell entweichen.

Welche Mittel helfen bei einem Befall?

Wie gut Hausmittel zum Vertreiben von Wühlmäusen taugen, ist umstritten. Einige Gärtner berichten von Erfolgen durch Erschütterung und Maulwurfpieper. Auch die Erfahrungen mit Gerüchen von Knoblauchsud oder alten Fischköpfen sind unterschiedlich. "Als wirkungslos hat sich auch die Verwendung von Klappermühlen, Windrädern, aufgeschlagenen Flaschen, von Klopfschallvibratoren oder Ultraschall erzeugenden Geräten erwiesen", so die Landwirtschaftskammer.

Hingegen sollen beispielsweise Menschenhaare oder auch Katzen- und Hundehaare, die in die Eingänge der Wühlmaushügel gelegt werden, die Tiere vertreiben. Positiv wird dahingehend auch über die Verwendung von Thujazweigen oder Nussbaumblättern berichtet. 

Welche Pflanzen vertreiben Wühlmäuse?

Pflanzen wie Kaiserkrone, Wühlmauswolfsmilch oder Narzissen wird ebenfalls eine vertreibende Wirkung zugeschrieben. Da die Pflanzen ganz hübsch anzusehen sind, schadet ein Versuch zumindest nicht. Auch die Landwirtschaftskammer hält Anpflanzung von Feindpflanzen nicht für völlig wirkungslos.

Im Frühjahr Vorkehrungen gegen Wühlmause treffen

Die zu den Nagetieren gehörenden Wühlmäuse sind das ganze Jahr über aktiv. Neben dem Herbst ist das zeitige Frühjahr eine günstige Zeit, um Wühlmäuse zu bekämpfen, teilt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit.

Um Obstbäume vor Wühlmausfraß zu schützen, ist es sinnvoll, diese bereits beim Anpflanzen in spezielle Drahtkörbe aus Maschendraht zu setzen. Zum Schutz von Blumenzwiebeln können auch Pflanzkörbe aus Kunststoff verwendet werden. Ein guter Zeitpunkt hierfür seien die noch kalten Wochen zum Frühlingsbeginn. Dann sei die Vegetation noch nicht so dicht und es ließen sich die Gänge der Wühlmäuse besser aufspüren, erklärt der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Bonn.

Im Herbst sollten Sie die Wühlmäuse in Lebendfallen locken, alle Futterpflanzen, wenn möglich, entfernen und den Boden intensiv bearbeiten. So stören Sie die Tiere in ihrem Revier, welche sich daraufhin einen anderen Lebensraum suchen. Zusätzlich sollten Sie vor Neupflanzungen im Herbst absehen. Diese würden den Schermäusen andernfalls eine neue, frische Nahrungsquelle bieten und sie eher anlocken, anstatt sie zu vertreiben.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • weitere Quellen
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