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Wilder Wein: Pflege-Tipps

Von dpa-tmn
Aktualisiert am 20.05.2015Lesedauer: 3 Min.
Wilder Wein färbt sich im Herbst leuchtend rot.
Wilder Wein färbt sich im Herbst leuchtend rot. (Quelle: dpa-bilder)
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Wilder Wein ist die perfekte Herbst-Pflanze: Dann färben sich seine Blätter leuchtend Rot. Die Pflanzen werden gerne zur Begrünung von Hausfassaden eingesetzt. Doch Vorsicht: Meist ist das keine gute Idee. Wilder Wein heftet sich stark an die Fassade an und lässt sich nur schwer ohne Schäden entfernen. Eine Alternative ist hier besser. Für sonstige Rankgerüste eignet sich der Wilde Wein aber durchaus. Besonders angenehm ist die Pflege: Beim Schneiden kann man kaum etwas falsch machen.

Der Standort für den Wilden Wein sollte ausreichend feucht und gehaltvoll sein. "Wilder Wein Sorten liebt die Sonne, ist aber auch sehr gut schattenverträglich", sagt Robert Markley vom Verband der Gartenbaumschulen. "Unter diesen Bedingungen legen selbst die jungen Pflanzen flott los und wachsen sicherlich zwei bis drei Meter pro Jahr, so dass bereits nach zwei bis drei Jahren ein prägender Dekoeffekt gegeben ist." Kein anderer Schönlauber wachse annähernd so schnell. Der Wilde Wein sei robust. "Man muss beim Schneiden nichts beachten. Selbst bei totalem Rückschnitt treiben die Pflanzen wieder basisnah aus."

Wilder Wein: verschiedene Sorten

"Diese sommergrünen Lianen sind bei uns vor allem mit zwei Arten vertreten", erläutert Sonja Neumann, Geschäftsführerin der Mustergartenanlage im Grugapark in Essen. Es gibt die Selbstkletternde Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia) und die Dreispitzige Jungfernrebe (P. tricuspidata). Die beiden Arten lassen sich leicht unterscheiden: Die Selbstkletternde Jungfernrebe hat ein fünfteiliges Blatt, die andere Art ein dreilappiges. "Eher selten wird die Gewöhnliche Jungfernrebe (Parthenocissus inserta) verwendet", sagt Neumann. Sie sei der Selbstkletternden Jungfernrebe sehr ähnlich, wobei die Gewöhnliche Ranken bildet.

"Meist sind nicht die reinen Arten, sondern vielmehr Sorten im Handel zu finden", ergänzt Robert Markley. Eine davon ist die Sorte 'Engelmannii' der fünfblättrigen Art mit einer imposanten Herbstfärbung. Markley zufolge bildet die bewährte Auslese sehr viel mehr Haftscheiben als die reine Art und ist dadurch ein besserer Kletterer. "Sie sollte überall dort zum Einsatz kommen, wo die langen Klettertriebe möglichst frei nach unten hängen und wie ein Türvorhang baumeln können." Gut ist sie daher zur Begrünung von alten Baumkronen, Masten und großen Gitterstrukturen.

Der Favorit vieler unter den Dreispitzigen Jungfernreben ist 'Veitchii'. Sie hat eine enorme Wuchskraft, weshalb sie auch den Namen Mauerkatze trägt. "Das dreizählige Blattwerk erinnert an den Wein", sagt Markley. Auch diese Sorte hat eine leuchtende Herbstfärbung, und sie bildet viele Haftscheiben, mit denen sie sich auf fast jedem Untergrund festhält. "Das glänzend grüne Laub ist sehr dekorativ, weil es dicht an dicht sitzt und die Fassade flächendeckend umschließt - wie Dachziegel ein Dach oder Schieferschindeln ein Haus", erläutert der Experte. Hin und wieder finden Hobbygärtner die Sorte 'Green Spring' mit frischgrüner Blattfärbung im Frühling und Farbwechsel im Herbst im Handel.

Bei den Selbstklimmern benötigt man keine Rankhilfen, allerdings kann es sein, dass starker Wind ältere, gut gewachsene Exemplare abgelöst. An exponierten Stellen kann der Gärtner sicherheitshalber ein Seilsystem vor die Pflanze montieren.

Vorsicht mit Wilden Wein an Hausfassaden

So schön Fassaden gerade im Herbst aussehen, wenn sich der Wilde Wein wie eine zweite Haut über das Gebäude zieht, so kritisch ist die direkte Begrünung. Die Haftscheiben finden leicht Halt am rauen Putz, lassen sich später aber nicht vollständig von der Wand lösen und hinterlassen Flecken. "Ist eine Hauswand mit Dispersionsfarbe gestrichen, kann es sogar zum Abreißen der Farbschicht kommen", sagt Sonja Neumann. Hin und wieder reißt dabei sogar der Putz ab. Die einzig wirksame Methode, die Haftungsorgane wieder zu entfernen, ist das Abflammen mit einem Gasbrenner. Auf dem Dach sind die Folgen noch schlimmer: Die Triebe können zwischen die Dachziegel wachsen, sie anheben oder Dichtungsbahnen beschädigen.

Was sich zur Begrünung der Fassade besser eignet

Besser ist zur Begrünung der Fassade die Gewöhnliche Jungfernrebe. "Sie wird zum Teil auch als Wilder Rankwein bezeichnet, weil sie so gut wie keine Haftorgane bildet", erläutert Neumann. Mit Hilfe von Seilsystemen, die an der Hauswand fachgerecht angebracht werden, kann die Pflanze an der Südseite in die Höhe geleitet werden. Sie bildet Ranken, mit denen sie die Triebe zunächst nach oben wachsen lässt. Hat sie die endgültige Höhe erreicht, hängen die Triebe wie eine Schleppe über. Im Herbst werden die blauen, leicht bereiften Beeren an leuchtend roten Blättern sichtbar. "Sie sind bei den Vögeln sehr beliebt und werden meist schon abgepickt, bevor sie herunterfallen."

Den Wilden Wein empfiehlt Markley für sonstige Mauern im Garten, für Bögen und große Bäume. "Man kann ihn auch so pflanzen, dass er abfallende Hanglagen begrünt und seine Triebe direkt über die offene Bodenfläche legt."

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