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Wundererde Terra Preta erspart das DĂŒngen

Von dpa-tmn
Aktualisiert am 03.03.2017Lesedauer: 3 Min.
Terra Preta, die "Wundererde" aus Brasilien soll das DĂŒngen ersparen.
Terra Preta, die "Wundererde" aus Brasilien soll das DĂŒngen ersparen. (Quelle: Redeleit/imago-images-bilder)
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Nie mehr dĂŒngen? Der Traum eines jeden HobbygĂ€rtners scheint wahr geworden zu sein. In SĂŒdamerika gibt es Flecken, an denen die Erde so fruchtbar ist, dass man keinen DĂŒnger zugeben muss. Terra Preta heißt die Wundererde, die NĂ€hrstoffe ĂŒber einen sehr langen Zeitraum speichern kann. In Amazonien sind diese Böden sogar jahrtausendealt. Das Besondere: Die Erde wurde von den Indios selbst hergestellt. Was Forscher davon halten und wie man Terra Preta fĂŒr seinen Garten anfertigen kann.

Im Boden schlummert viel Gutes fĂŒr die Pflanzen. Einer der wichtigsten NĂ€hrstofflieferanten ist Humus. WĂ€hrend der HobbygĂ€rtner einem herkömmlichen europĂ€ischen Gartenboden den Humus Jahr fĂŒr Jahr durch Kompost, HĂ€cksel oder Laub zufĂŒhren muss, gibt es auf kleinen FlĂ€chen der sĂŒdamerikanischen Regenwaldregion Amazonien Böden, die nachhaltig fruchtbar und humusreich sind. "Diese Erden heißen auf Portugiesisch terra preta de indio", sagt Haiko Pieplow, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Freien UniversitĂ€t Berlin. Übersetzt heißt das: schwarze Erde der Indios.

7000 Jahre altes Verfahren

Die teils meterhohen Schichten in den Tropen sind durch Menschenhand entstanden. Der hohe Humusgehalt ist verwunderlich: Der tĂ€gliche Regen der Tropen schwemmt eigentlich NĂ€hrstoffe aus, es entsteht so rasch nur organischer Kohlenstoff. Aber vor rund 7000 Jahren entwickelten Ureinwohner ein Verfahren zur Herstellung von Gartenboden in ihren WaldgĂ€rten. "Die Entwicklung reißt jedoch vor 500 Jahren mit der spanischen und portugiesischen Eroberung ab", erlĂ€utert der Bodenkundler Pieplow.

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In Terra Preta wurden Holzkohle, Exkremente, Aschen, terrestrische und aquatische Biomasse, sogar LebensmittelabfĂ€lle nachgewiesen. Man geht davon aus, dass die Ureinwohner FĂ€kalien mit Holzkohle gemischt und weitere AbfĂ€lle dazugegeben haben. In luftdichten TongefĂ€ĂŸen entstand die fruchtbare Erde. Daher findet man immer wieder auch Tonscherben in den Böden. "Den Prozess der Fermentierung kennen wir aus der Konservierung von Lebensmitteln wie Sauerkraut", so Pieplow.

Die Holzkohle macht's

Die Holzkohle in dem Erdgemisch verhindert die Entstehung von FĂ€ulnis und Methangasen, zudem bindet sie entstehende GerĂŒche. Durch die geschlossenen GefĂ€ĂŸe können sich auf den FĂ€kalien auch keine Insekten massenhaft vermehren. "Holzkohle hat eine sehr große OberflĂ€che, auf dieser findet nun eine Besiedlung mit Mikroorganismen statt", erklĂ€rt der Wissenschaftler. So werden NĂ€hrstoffe an- und eingelagert. Gleichzeitig ist die Holzkohle sehr strukturstabil und bleibt dem Boden lange erhalten. Auf diese Weise wird zusĂ€tzlicher DĂŒnger ĂŒberflĂŒssig.

Auf den Kleingarten lĂ€sst sich die Herstellung von Terra Preta ĂŒbertragen, aber nicht auf industrielle Anbauformen. "Terra Preta entsteht letztlich durch die AktivitĂ€t der Bodenorganismen", erklĂ€rt Pieplow. MineraldĂŒnger, Pestizide, schweres GerĂ€t und Monokulturen schrĂ€nken Vielfalt und AktivitĂ€t der Bodenlebewesen ein.

Wichtig ist der Holzkohlestaub

FĂŒr HobbygĂ€rtner ist der bedeutendste Bestandteil Holzkohle. "Es ist wichtig, dass man feinen Holzkohlestaub und keine -asche verwendet", betont der Bodenkundler. Der Staub hat noch stabile Strukturen, die Basis fĂŒr den zuverlĂ€ssig hohen Kohlenstoffgehalt und die NĂ€hrstoffspeicherung sind. Kaminasche ist vollstĂ€ndig verbrannt und daher nicht geeignet. Den Holzkohlestaub haben die Indios im Amazonas wahrscheinlich aus ihren Öfen, auf denen sie gekocht haben, gewonnen. Heute kann man Hozkohlestaub beziehungsweis -pulver kaufen. "Es gibt auch verschiedene Öfen wie den Aztekenofen auf dem Markt, mit denen man selber kochen und Holzkohlestaub gewinnen kann", ergĂ€nzt Pieplow.

Terra Preta selbst herstellen

In der Sendung "Unser Land" vom Bayerischen Fernsehen wird gezeigt, wie man die Wundererde selbst herstellt. Garten- und KĂŒchenabfĂ€lle werden klein geschnitten und in einem Eimer mit etwa zehn Prozent hochwertiger Holzkohle vermischt. Etwas Steinmehl reichert das Gemisch mit Mineralien an. FĂŒr die Fermentation des Ganzen gibt man Effektive Mikroorganismen hinzu. Diese kann man in Flaschen im Fachhandel kaufen. Ein Deckel verschließt den Eimer, dann muss die Mischung zwei Wochen ruhen. Kalt darf es nicht sein. Die Temperatur muss ĂŒber 15 Grad liegen. Das Ergebnis wird anschließend auf den Gartenboden ausgebreitet und mit Erde bedeckt. Eine Plane schĂŒtzt den Boden vor Regen. RegenwĂŒrmer und natĂŒrliche Mikroorganismen bearbeiten das Gemisch weiter. Ein halbes Jahr spĂ€ter ist die Terra Preta dann fertig.

Angebot im Handel ist nicht original

Es gibt auch Erde mit dem Namen Terra Preta im Handel. "Industrielle Hersteller nennen ihre Produkte gerne so, aber Terra Preta ist die Bezeichnung fĂŒr eine Bodenart", erlĂ€utert Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim. Der Export, Abbau und Verkauf des natĂŒrlich gewachsenen Bodens in SĂŒdamerika ist verboten.

KrÀuter, Erbsen und Bohnen gedeihen in Terra-Preta-Erden nur schlecht

"Im Handel findet man vor allem fertige Blumenerden mit Kohlenanteil", erklĂ€rt die Gartenbau-Ingenieurin. Sie sind idealerweise in NĂ€hrstoffgehalt, Salzgehalt und pH-Wert auf die PflanzenbedĂŒrfnisse abgestimmt. "In AbhĂ€ngigkeit von den Ausgangsstoffen neigen aber viele pflanzenkohlenhaltige Substrate zu einem hohen Salzgehalt und zu einem sehr hohen pH-Wert." Die Folge ist eine Begrenzung des Kohleanteils. Und darin wachsen salzempfindliche Kulturen wie KrĂ€uter, Erbsen und Bohnen schlecht.

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