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Insektenhotel ganz einfach selber bauen: So geht's

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Dieses Material ist geeignet  

Anleitung für ein einfaches Insektenhotel

09.04.2018, 15:54 Uhr | dpa-tmn, jb, t-online.de

Insektenhotel ganz einfach selber bauen: So geht's. Insektenhotel (Quelle: Getty Images/fotomem)

Insektenhotel: Hängen Sie den Nistkasten für Insekten windgeschützt auf. (Quelle: fotomem/Getty Images)

Insekten im Garten haben einen großen ökologischen Vorteil: So bestäuben Bienen die Blüten von Erdbeeren oder Kirschbäumen, Schlupfwespen sind natürliche Feinde von Schädlingen wie Blattläusen – Schädlingsbekämpfung frei Haus also. Mit einem Insektenhotel bringen Sie die Nützlinge in Ihren Garten. 

Der beste Platz für ein Insektenhotel ist trocken und gut vor Regen geschützt sein, denn Feuchtigkeit schadet den Insekteneiern und -larven. Am besten ist der Standort sonnig, windgeschützt und warm, also nach Süden ausgerichtet. Es sollte sich zudem in ausreichender Höhe befinden, damit die Insekten nicht durch Kleinkinder oder Fressfeinde gestört werden – mindestens einen Meter über dem Boden. Idealerweise befinden sich gleich Kräuter und blütenreiche Sträucher in der Nähe. So bieten Sie einen zusätzlichen Anreiz für die Insekten, sich in Ihrem Insektenhotel niederzulassen.

Unser Tipp
Schützen Sie das Insektenhotel auch vor Vögeln. Diese sehen den Insektennistkasten als ideale Futterqelle. Hilfreich sind zum Beispiel Aufkleber mit Raubvögeln oder bewegliche Elemente, die als Vogelscheuche dienen. 

Insektenhotel aus der Dose

Ein simples Modell können Sie aus einer leeren und sauberen Konservendose gebaut. Sägen Sie Bambusstangen so, dass sie etwas länger sind als die Dose, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Eventuell muss das Bambusrohrstück vorne angebohrt werden, damit die Insekten später hineinkrabbeln können. Durchgehend offene Bambusstangen werden auf einer Seite mit Watte oder Baumwolle verschlossen. Mehrere dieser Stangen kommen anschließend eng aneinander gelegt in die Dose, so dass kein Stück mehr herausrutschen kann. Alternativ zum Bambus eignen sich auch trockene Pflanzenstängel.  Das Konserveninsektenhotel kann nun an einen geeigneten Platz gelegt oder mit einem Bindfaden aufgehängt werden.

Tipp
Für zusätzlichen Halt der Stangen, Röhrchen und Stängel sorgt etwas Gips, der zu Anfang in den Behälter gefüllt wird.

Grundgerüst für das Insektenhotel

Als Grundgerüst für das Insektenhotel kann nicht nur eine Konserve, sondern auch ein großer Kasten genutzt werden. Der Vorteil des Kasten ist, dass hier eine Aufteilung nach den jeweiligen Vorzügen der Insekten möglich ist – eine Art Zimmer aus verschiedenen Materialien. Gerüst und Dach müssen stabil gebaut sein. Gut geeignet sind Kanthölzer und Bretter. Vermeiden sollten Sie Glas oder Plexiglas. Hier kann das Kondenswasser nicht entweichen. Die Nester können anfangen, zu schimmeln.

Der Kasten lässt sich einfach selbst bauen. Aus vier Brettern werden zunächst ein Quadrat, das mit Winkelverbindern und Schrauben zusammengefügt wird, gebaut. Zwei Bretter obenauf bilden das Dach. Wer ein großes Insektenhotel zusammenschraubt, muss auf ein stabiles Fundament achten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Baden-Württemberg empfiehlt große Fundamentsteine.

Foto-Serie mit 8 Bildern

Um das Dach vor Regen zu schützen, eignet sich Dachpappe. Ein feinmaschiger Drahtzaun deckt Vorder- und Rückseite ab und bewahrt die Insekten vor dem Hunger der Vögel.

Geeignetes Material für das Insektenhotel

Für den Bau eines Insektenhotels werden grundsätzlich unbehandelte Materialien eingesetzt. Lediglich natürliche und umweltschonenede Holzschutzmittel, -wachse und -öle dürfen eingesetzt werden.

Gut für Ihr Insektenhotel ist eine Mischung aus verschiedenen Materialien. Hier kann vieles genommen werden:

  • Tontöpfe 
  • Ziegel- und Natursteine 
  • Heu, Stroh
  • Moos
  • Bambusrohre 
  • Schilfstängel 
  • kleine Äste 
  • gebündelte, hohle Zweige
  • Borkestücke
  • Holzklötze
  • Baumscheiben

Die Einflugöffnungen müssen sauber herausgearbeitet sein, damit die Insekten sie annehmen. Das Holz sollte auf keinen Fall mit Schutzmitteln behandelt sein. Auch ist weiches Nadelholz weniger gut geeignet, denn es gibt noch Harz ab und verwittert schnell.

Insektenhotel auf die Schnelle

Ziegelsteine sind das Fertighaus unter den Insektenhotels – hier muss man nicht mit Holz hantieren, schrauben und bohren. Ein paar gestapelte Ziegelsteine bieten viele kleine Hohlräume, in die die Tierchen kriechen können. Ziegelsteine lassen sich aber auch einzeln aufhängen. Der Nabu empfiehlt dazu beispielsweise Gitterziegel. Für die Aufhängung werden einfach zwei Löcher gebohrt, in die ein Draht gesteckt wird. Befestigen Sie den Draht so, dass er nicht mehr herausrutschen kann. Nun können Sie das Insektenhotel an einem Nagel aufhängen. 

Die großen Hohlräume der Gitterziegel bieten keine komfortablen Zimmer. Der Nabu rät deshalb, die Hohlräume zunächst mit feuchtem Lehm aufzufüllen und dahinein kleinere Löcher zu bohren, beispielsweise mit Nägeln oder Stricknadeln. Wer zusätzlich ein paar Bambusrohrabschnitte in den Lehm steckt, macht Wildbienen eine besondere Freude. Sie nutzen das Insektenhotel, um hier ihre Larven unterzubringen. Worauf bei einem Insektenhotel speziell für Wildbienen zu achten ist, erklärt der NABU auf seiner Internetseite.

Vermeiden sollten Sie allerdings Kiefer- und Fichtenholz. Es quillt bei zu viel Feuchtigkeit auf. Die dadurch abstehenden Holzfasern können die Flügel der Insekten verletzen. 

Wer es noch schneller möchte, kann auch auf einen Bausatz für ein Insektenhotel aus dem Baumarkt zurückgreifen.

Luxusinsektenhotel

Gut ist die Kombination verschiedener Behausungen in einem Kasten. Die einzelnen Räume aus Ziegelsteinen und Bambusstangen werden in dem Grundgerüst kombiniert mit Terrakottatöpfen, die mit Stroh, Heu, kleinen Ästen, Moos oder Baumrinde gefüllt sind. Dazu kommen etwa ein Zentimeter lange und 15 Millimeter dicke Stängel von Holunder, Brombeere oder Heckenrose für Insekten, die in markhaltigen, stehenden Zweigen Nester bauen. Unsere Fotoshow zeigt Ihnen, wie Sie vorgehen können.

Daneben entstehen "Suiten" in Holzscheiben. Dafür werden in einen trockenen, etwa 20 Zentimeter dicken Teil eines Stamms aus Laubholz viele kleine Löcher gebohrt. Die meisten Löcher sollten einen Durchmesser von sechs Millimeter haben, gut sind zusätzlich auch Löcher von drei bis zehn Millimeter, erklärt der Nabu. Querstehende Holzfasern werden abgeschliffen, Bohrmehl ausgeklopft.

Bewohner des Insektenhotels

Je nach Füllmaterial nisten sich unterschiedliche Insekten in dem Hotel ein. Beispielsweise bevorzugen Waldameisen und Laufkäfer Holzspäne. Erdwespen und Mauerbienen nehmen hingegen dicke Äste, in denen vier bis sieben Millimeter große Löcher gebohrt wurden, dankend an. Aber auch Ziegelsteine mit den entsprechenden Aussparungen sind für diese beiden Insektenarten ideale Nistplätze. 

Möchten Sie Nützlinge anziehen, die Blattläuse und Spinnenmilben bekämpfen, sollten Sie Ihr Insektenhotel mit Holz und Zapfen ausstatten. Auch Schmetterlingsarten wie Taubenschwänzchen nehmen das Insektenhotel gerne als Möglichkeit zum Unterschlüpfen. Zitronenfalter, Taofauenaugen und Co. verstecken sich gerne in hohlen Räumen. Lassen Sie also entsprechend Platz in dem gewünschten Bereich frei.   

Pflege und Reinigung des Insektenhotels

Ein natürlicher Holzschutz reicht zur Materialpflege des Gerüsts aus. Umweltschonende, geruchsneutrale Mittel sind dabei zu bevorzugen, damit die Bewohner nicht mit Giftstoffen belastet werden. Zudem wirken fremde, chemische Gerüche abstoßend auf viele Insekten. Das Insektenhotel würde somit leer bleiben. Zudem bildet unbehandeltes Holz nach einer bestimmten Zeit selbst einen natürlichen Schutz – eine Art Patina, die grau glänzt. Bei Bedarf können Sie den Nistkasten für Insekten mit Bienenwachs oder Olivenöl imprägnieren und pflegen.  

Auch das Füllmaterial müssen Sie nicht austauschen. Nach einer Saison sollten Sie die jeweiligen Zimmer allerdings etwas auffüllen. Durch die Umwelteinflüsse und Vögel können hier die ein oder anderen Stängel, Röhren und Zapfen fehlen.

Grundsätzlich muss ein Insektenhotel nicht gereinigt werden. Wichtig ist, dass Sie den Kasten regelmäßig von Spinnenweben befreien. Denn nicht nur Bienen, Käfer und Ameisen mögen die Unterschlupfmöglichkeit. Auch Spinnen, die sich gerne von den Larven der Insekten ernähren, nisten sich gerne im Insektenhotel ein. Entfernen Sie daher die Weben vorsichtig mit einem Baumwolllappen. 


Verwendete Quellen:
  • Naturschutzbund Deutschland
  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
  • Verbraucherinformationsdienst aid
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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