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Eisheilige 2023: Was ist das? | Bauernregeln, Pflanzenschutz und Schafskälte


Eisheilige: Droht jetzt noch einmal Frost?

Von dpa, t-online, jb

Aktualisiert am 10.05.2023Lesedauer: 5 Min.
Eine Frühlingsblume mit einer BieneVergrößern des BildesNach den Eisheiligen steht viel Arbeit im Garten an. (Quelle: Dmitry_Derenyuk/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Drohen jetzt Temperaturen, die Hobbygärtner vor Herausforderungen stellen? Wie verlässlich sind die alten Bauernregeln?

Die eifrig auf der Fensterbank gezogene Tomatenpflanze oder die über Tage liebevoll gepflegten Stecklinge: Trotz der seit einigen Tagen steigenden Temperaturen sollten Sie diese empfindlichen Pflanzen noch nicht nach draußen stellen. Das sagen zumindest die Regeln zu den Eisheiligen. Denn auch jetzt können noch Nachtfröste drohen. Stimmt das auch für 2023?

Wie wird das Wetter zu den Eisheiligen 2023?

In diesem Jahr machen die Eisheiligen ihrem Namen nicht alle Ehre. Denn Nachfröste sind derzeit nicht in Sicht, so der Deutsche Wetterdienst (DWD). In der Nordhälfte Deutschlands soll es zu Mamertus, dem 11. Mai, bewölkt sein. Auch mit schauerartigem Regen und kurzen Gewittern ist zu rechnen.

Den Südosten erreicht die Regenfront dann in der Nacht zum Freitag. Es weht ein schwacher Wind. Die Temperaturen sollen im Norden und Nordwesten auf bis zu 18 Grad steigen, im Süden auf 20 Grad. Durch den starken und böigen Wind kann es sich jedoch kühler anfühlen. Nachts können die Temperaturen auf bis zu 4 Grad sinken.

Zu Pankratius, dem 12. Mai, wird für den Norden und Osten ein heiterer Tag erwartet. Im übrigen Land ist mit Bewölkung und auflebenden Regenschauern oder gar Gewittern zu rechnen. Die Temperaturen erreichen Werte bis 22 Grad im Norden und 18 Grad in der Südhälfte Deutschlands. Der Wind weht weiterhin mäßig. Nachts sinken die Temperaturen wieder auf 4 Grad Celsius.

An den Folgetagen soll das Wetter weiterhin beständig und ein großer Unterschied zwischen der Nord- und der Südhälfte erkennbar sein. Der Norden bleibt heiter, im Süden kann es dagegen regnen. Der Wind bleibt mäßig. Mit anhaltendem Dauerfrost ist derzeit nicht zu rechnen.

"Das heißt aber nicht, dass nicht auch im Juni oder Juli noch mal Frost aufkommen kann", warnt der DWD. Allerdings dann erst etwas später zur Schafskälte beispielsweise.

Wann sind die Eisheiligen?

Einige Bauernregeln haben ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren. Sie liefern noch immer Hobbygärtnern Hinweise zur Pflege ihrer Pflanzen. Dazu gehören die Bauernregeln zu den Eisheiligen, deren Namenstage Mitte Mai im Kalender stehen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofie bilden vom 11. bis 15. Mai die Reihenfolge – wenn auch mit regionalen Unterschieden.

Denn in Norddeutschland gelten laut dem Deutschen Wetterdienst Mamertus, Pankratius und Servatius (11. bis 13. Mai) als Eisheilige. Im Süden und Südosten werden – neben Pankratius und Servatius – auch Bonifatius (14. Mai) und die "Kalte Sofia" (15. Mai) dazu gezählt.

Statistiken zeigen, dass sich die Temperaturschwankungen im Mai zeitlich etwas nach hinten verschoben haben. So sollten Sie bis einschließlich 27. Mai noch mit Nachtfrösten rechnen.

Meteorologischer Hintergrund

Im Mai ist der Kontinent zwar bereits erwärmt, das Meer jedoch noch nicht. Durch entsprechende Winde kann es zu Temperaturdifferenzen kommen, die für einen kurzzeitigen Kälteeinbruch und sogar Nachtfröste auf dem Festland sorgen können.

Was besagen die Bauernregeln zu den Eisheiligen?

Bauernregeln geben Erfahrungswissen aus vielen Jahrhunderten weiter und zeigen meteorologische Wahrscheinlichkeiten an. Die zu den Eisheiligen spielen auf die Fröste an, die bis Mitte Mai in Deutschland vorkommen können. Für empfindliche Pflanzen können sie verheerende Folgen haben: Sie erfrieren.

Eines der Sprichwörter lautet: "Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz". Und in Süddeutschland heißt es gereimt: "Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die Kalte Sophie" – wobei "Bazi" in Süddeutschland als Wort für einen durchtriebenen Burschen verstanden wird.

Wie können Pflanzen geschützt werden?

Wenn Sie schon jetzt Pflanzen ins Beet gesetzt haben, sollten Sie diese vor den Eisheiligen schützen. Das gilt auch für etwas robustere Gewächse. Denn unter Umständen können die plötzlich auftretenden Temperaturschwankungen starke Schäden an empfindlicheren Pflanzenteilen anrichten.

Für den kurzzeitigen Kälteschutz reichen Vlies oder Reisig aus. Auch spezielle Folien können die Pflanzen vor dem Nachtfrost schützen. Denken Sie aber daran, dass diese Mittel nur eine zeitlich begrenzte Lösung darstellen. Die Pflanzen benötigen in der Wachstumsphase viel Licht, um robust werden zu können. Darüber hinaus kann sich schnell zu viel Feuchtigkeit unter der Plane sammeln und ein Luftstau kann entstehen.

Welche Pflanzen können schon vor den Eisheiligen ins Freie?

Trotz der drohenden Nachtfröste können bestimmte Gewächse schon vor den Eisheiligen ins Freie. Zu ihnen zählen beispielsweise

  • Bellis,
  • Primeln,
  • Stiefmütterchen,

sowie Frühblüher wie

  • Blausternchen
  • Hyazinthen
  • Maiglöckchen
  • Märzenbecher
  • Ranunkeln
  • Strahlen-Anemone
  • Tulpen
  • Zierlauch.

Auch einige Gemüsesorten überstehen die kurzzeitigen Nachtfröste Mitte Mai:

  • Erbsen
  • Kresse
  • Möhren
  • Radieschen
  • Spinat.

Welche Pflanzen sollten nach den Eisheiligen gepflanzt werden?

Nach den Eisheiligen startet die Pflanzsaison: Nach und nach können die kleinen, auf der Fensterbank vorgezogenen Gemüse- und Blühpflanzen ins Beet und in den Balkonkasten gepflanzt werden. Alle gekauften, nicht winterharten Kräuter sowie Dahlienknollen und viele weitere Blühpflanzen können nun ebenfalls ausgepflanzt werden. Und die Kübelpflanzen kommen aus dem Winterlager ins Freie.

Zu den Gewächsen, die erst Ende Mai nach draußen gestellt werden sollten, zählen:

sowie folgende Gemüsesorten:

  • Bohnen
  • Gurken
  • Paprika
  • Tomaten
  • Zucchini.

Auch nicht alle Kräuter vertragen Nachtfröste. Setzen Sie daher erst nach den Eisheiligen Gewächse wie

nach draußen.

Mediterrane, tropische sowie subtropische Pflanzen werden erst nach den Eisheiligen nach draußen gestellt.

Sind diese Regeln noch aktuell?

Ja und nein. Die Reime und Regeln waren früher Hilfen, an denen sich Landwirte grob orientieren konnten. Heute gibt es wissenschaftlich ausgeklügelte Wettervorhersagen, auf die sich Gartenbesitzer besser verlassen können. Im Grunde braucht man die Regeln also nicht mehr.

Außerdem macht der Klimawandel so manche alte Regel inzwischen ungenau: Die Witterungsverhältnisse und ihre Regelmäßigkeiten haben sich im Verlauf des 20. und 21. Jahrhunderts verschoben. So beginnt die Vegetationsperiode der Pflanzen heute bis zu drei Wochen früher, erklärt die Bayerische Gartenakademie. Und laut Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes liegt vor allem in Süddeutschland das Risiko von Kaltlufteinbrüchen Mitte Mai heute bei deutlich unter 50 Prozent.

Aber zugleich lässt sich auch sagen: Ein paar Bauernregeln zu kennen und zu beherzigen, schadet nicht. So hilft es sicher, grobe Zeiträume, in denen sich die Witterung häufig stark verändert, wie Anfang bis Mitte Mai, zu verinnerlichen und die Gartengestaltung erst anschließend zu planen. Denn erst danach beginnt die Hauptpflanzperiode. Wagt man sich mit empfindlichem Grün zu früh hinaus ins Freie, kann es erfrieren – gerade dann, wenn man nicht den täglichen Wetterbericht im Blick haben will und kann.

Wann ist die Schafskälte 2023?

Doch nicht nur im Mai, sondern auch im Juni kommt es in Deutschland noch einmal zu einem Kälteeinbruch. Oftmals liegt diese sogenannte Schafskälte um den 11. Juni herum, also vor dem kalendarischen Sommeranfang. Allerdings tritt das Phänomen nicht jährlich auf. Die Schafskälte 2023 wird zwischen dem 4. Juni und dem 20. Juni 2023 stattfinden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Deutscher Wetterdienst (DWD)
  • Eigene Recherche
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