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Der neue Wandel der Schrebergärten

dpa, t-online, Simone Fuchs

09.06.2017Lesedauer: 2 Min.
Kleiner gartenzwerg im Freien
Ein Gartenzwerg gilt als Inbegriff für Spießigkeit und Kleingärten (Quelle: TKphotography64/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Kleingärten sind längst nicht mehr Spießerhochburgen. Gartenzwerge auf sorgfältig gemähten Rasen, exakt gestutzte Hecken und Vereinstümelei gibt es zwar noch, doch das Bild wandelt sich.

Ein grüner Ruhepol in der Großstadt oder eine botanische Herausforderung – die Gründe für eine Parzelle sind unterschiedlich. Die Trends in Deutschland reichen inzwischen von Studenten-WG-Gärten bis zu Sozial- und Integrationsprojekten.


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Wie viele Schrebergärten gibt es?

Knapp eine Million Kleingärten gibt es in Deutschland, ihre Fläche umfasst insgesamt 46.000 Hektar, also 460 Quadratkilometer, was in etwa der doppelten Größe der Stadt Düsseldorf entspricht. Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde ist der "Kleingartenverein Kiel 1897" mit 2.800 Parzellen der größte im Land, gefolgt vom "Kleingartenverein Rüstringen" (Niedersachsen) mit 1.370 Parzellen. Die Vereine "Steglitz West" und "Prenzlauer Vorstadt" in Berlin sind mit jeweils sieben Parzellen die kleinsten.

Wo gibt es die meisten Kleingärten?

Berlin ist Deutschlands Kleingartenhauptstadt. 67.000 Parzellen in 738 Vereinen gibt es dort. Es folgen Leipzig mit 41.000 Parzellen in 290 Vereinen und Hamburg mit 36.000 Parzellen in 311 Vereinen.

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45.000 Gärten stehen in Deutschland allerdings leer, 85 Prozent davon in den östlichen Bundesländern (außer Berlin). Den höchsten Leerstand gibt es in Sachsen-Anhalt mit zwölf Prozent, den geringsten in den Großstädten mit einer Quote von unter fünf Prozent.

Bei wem sind die Parzellen beliebt?

In deutschen Gärten geht es immer internationaler zu. Menschen aus 80 Nationen graben, säen und ernten mittlerweile dort. 7,5 Prozent der Kleingärtner haben einen Migrationshintergrund, wie Thomas Wagner, Sprecher des Bundesverbandes, sagt.

Aber auch junge Leute treibt es immer häufiger ins Grüne. So ist der eigene Schrebergarten mittlerweile als kleiner Trend von Großstadtbewohnern zu erkennen: 45 Prozent der neuverpachteten Schollen gingen in den zurückliegenden fünf Jahren an Familien mit Kindern. Auch bei Studenten sind die Parzellen in: Stefan Obstoy und drei Kommilitonen von der HTWK (Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur) Leipzig treibt es seit etwa eineinhalb Jahren vom Hörsaal ins Grüne. Sie peppten einen verwilderten Garten nebst Laube auf. Die Nachbarn fanden das cool: "Sie brachten Kaffee, Tee und Kuchen und schenkten uns Gartengeräte."

Andere Kleingartenbesitzer nutzen die Parzelle als Zuflucht vor der großen, hektischen Stadt. "Bei der Gartenarbeit kann ich sehr gut abschalten. Zudem kann ich hier mein Gemüse und Obst anbauen. Das schmeckt wesentlich besser als aus dem Supermarkt", erklärt Inge, 36 Jahre alt, aus Berlin.

Was hat ein Schrebergarten mit Naturschutz zu tun?

Die deutschen Kleingärtner bauen mehr als 2000 Kulturpflanzenarten an. Darunter sind seltene einheimische Obst- und Gemüsesorten, die in der intensiven Landwirtschaft kaum genutzt werden. Von 1.000 einheimischen Apfelsorten wachsen nur etwa 20 in den Obstbaubetrieben.

Was wird im Kleingarten gepflanzt?

Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren zählen zu den beliebtesten selbstgezogenen Pflanzen der Kleingärtner. Aber die absoluten Klassiker sind andere, so der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde, Peter Paschke: "Gurken und Tomaten sind ein Heiligtum im Kleingarten." In unserer Fotoshow finden Sie noch mehr Inspiration für Ihre Gartenküche.

Wohnen in Schrebergärten nur Spießer?

Eine Emnid-Umfrage vor vier Jahren bestätigte einen Imagewandel: Nur elf Prozent der Befragten verbinden demnach den Schrebergarten mit Spießigkeit. Selbst 14- bis 29-Jährige haben kein stereotypes Bild vom Schrebergarten - nur jeder fünfte in dieser Altersklasse assoziiert damit Spießbürgertum.

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