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Die ersten Mücken stechen bereits zu


Tipps gegen die Plagegeister
Die ersten Mücken stechen bereits zu

t-online, dpa, Jeanette Bederke

Aktualisiert am 09.04.2018Lesedauer: 3 Min.
Mücke auf einem BlattVergrößern des BildesMücke: Die männlichen Mücken ernähren sich ausschließlich von Pflanzensäften. (Quelle: pernsanitfoto/getty-images-bilder)
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Kaum klettern die Temperaturen in den zweistelligen Bereich, zeigen sie sich: die ersten Mücken. Doch stechen sie jetzt auch schon? Und können Sie schon jetzt etwas gegen die Plagegeister tun? Das sagen Experten.

Wer gehofft hat, der wochenlange Frost werde dafür sorgen, dass es in diesem Jahr weniger Mücken gibt, wird enttäuscht sein. Für Mücken ist nicht der Winter entscheidend, sondern die Witterungsverhältnisse im Frühling, sagt Dr. Doreen Walther, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg bei Berlin. Die blutsaugenden Plagegeister bräuchten feuchte Brutplätze, um ihre Eier ablegen zu können.

Und davon gibt es derzeit jede Menge: Auf Feldern sind Wasserlöcher gut gefüllt, auf Wegen gibt es zahlreiche Pfützen, komplette Wiesen stehen unter Wasser. Ohnehin seien heimische Mückenarten äußerst frostresistent, sagt die Biologin. "Sie haben ein eingebautes Frostschutzmittel, mit dessen Hilfe sie in Kellern, auf Dachböden oder in Kaminholzstapeln gut über den Winter kommen." Die meisten Exemplare, die jetzt bereits bei wärmerem Wetter umher schwirren, hätten bereits im Herbst Blut gesogen, seien befruchtet worden und warteten nur darauf, ihre bis zu 300 Eier ablegen zu können.

Mücken stechen jetzt schon zu

Dennoch habe es die Mücken zurzeit schwer, erklärt Prof. Dr. Heinz Mehlhorn von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf t-online.de. Mückenmännchen saugen ausschließlich Pflanzensäfte. Und auch Weibchen ernähren sich neben Blut vom Saft der Pflanzen, so Mehlhorn. Durch den lang anhaltenden Winter bieten die Pflanzen allerdings noch nicht ausreichend Nährstoffe für die Mücken. Die Plagegeister haben es, laut Experte, momentan noch schwer, zu Kräften zu kommen.

Das bedeutet, dass weibliche Mücken, die schon jetzt umherschwirren, bereits zustechen und Blut saugen. Steigen die Temperaturen mehrere Tage über 20 Grad, werden auch vermehrt Mücken sichtbar. Das wird in den nächsten Tagen der Fall sein.

Schützen Sie sich vor Mücken

Verhindern lässt sich das Schlüpfen der Mücken nicht – jedoch können Sie es eindämmen. Prof. Dr. Heinz Mehlhorn empfiehlt t-online.de-Lesern folgende Maßnahmen:

  • Leeren und säubern Sie regelmäßig – mindestens einmal pro Woche – Gießkannen und Vogelbäder; wenn möglich auch Pfützen. Mücken legen in stilles, flaches Gewässer ihre Eier. Diese können allerdings kurze Zeit auch Trockenheit überleben, weshalb das Säubern der Gefäße wichtig ist.
  • Dichten Sie Regentonnen gut ab. Mücken nutzen selbst kleinste Schlupflöcher, um in dem Nass ihre Eier abzulegen.
  • Vermeiden Sie stehendes Wasser in Regenrinnen und Abflusssystemen.
  • Schütten Sie Kies in Pflanzenuntersetzer, um stehendes Wasser hier zu vermeiden.
  • Nutzen Sie Kupfergefäße. Dies kann Mückenlarven abtöten.
  • Fischen Sie mit einem Kescher Mückenlarven aus Ihrem Gartenteich – Fische und Frösche helfen ebenfalls, die Larven aus dem Teich zu entfernen.
  • Schützen Sie die Innenräume Ihrer Wohnung durch Fliegengitter vor den Fenstern und Türen.
  • Verwenden Sie Produkte mit dem Inhaltstoff Bacillus thuringiensis. "Diese Methode ist für den Menschen und andere Wirbeltiere völlig ungefährlich, aber tödlich für Stechinsekten. Bacillus thuringiensis wird beispielsweise in Süddeutschland zur Eindämmung von Schnakenplagen in natürlichen Gewässern eingesetzt", erklärt Mehlhorn im Interview.
  • Der Einsatz von Insektiziden ist nicht immer sinnvoll. Sie schaden der Umwelt und wirken unter anderem nicht gegen die Asiatische Tigermücke.
  • Setzen Sie Pflanzen in Ihren Garten und auf Ihren Balkon, die Stechmücken vertreiben.

Asiatische Buschmücke und Tigermücke überleben Frost

Auch die aus den Tropen eingewanderte Asiatische Buschmücke hat sich nach neuen Erkenntnissen bereits der Kälte angepasst. "Bis zu minus 20 Grad machen ihr nichts mehr aus", sagt Walther und verweist auf den Mückenatlas.

Die Buschmücke verdrängt heimische Arten und überträgt Krankheitserreger auf Menschen. Bereits nachgewiesen sind beispielsweise West-Nil-Fieber, Chikungunya-Fiebers oder Dengue-Fieber.

Probleme mit dem strengen Winter könnte die wärmeliebende Asiatische Tigermücke bekommen haben, ebenfalls vor Jahren aus den Tropen nach Süddeutschland eingewandert und Überträger gefährlicher Erreger. Diese Mückenart kann das gefährliche Zika-Virus übertragen. Auch diese Mückenart sucht sich, genau wie die anderen, zum Überwintern Verstecke, wo sie keinem Frost ausgesetzt ist.

Ab Mai sind Mücken vermehrt sichtbar

Sechs bis sieben Grad Tagestemperaturen reichen laut Walther bereits aus, die Mücken aus ihren Schlupflöchern zu locken. Sollte es allerdings länger trocken bleiben, fehlten Brutplätze. "Die Bauern freuen sich über Regen im Frühjahr, die Mücken auch." Werde es dazu noch angenehm warm, schlüpften die Mücken umgehend. "Spätestens Anfang, Mitte Mai ist das für uns auch wieder schmerzhaft spürbar", schätzt Walther.

Verwendete Quellen
  • dpa
  • eigene Recherche
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