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Parkett richtig reinigen und pflegen

t-online, rw

Aktualisiert am 23.10.2017Lesedauer: 5 Min.
Mit der richtigen Reinigung bleibt Ihr Parkett lange schön.
Mit der richtigen Reinigung bleibt Ihr Parkett lange schön. (Quelle: tommaso79/getty-images-bilder)
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Parkett gehört zu den beliebtesten FußbodenbelĂ€gen. Es wirkt edel und ist zugleich sehr langlebig – zumindest, wenn die QualitĂ€t stimmt. Allerdings ist Parkett auch teuer. Umso wichtiger ist es, das einmal verlegte Parkett in gutem Zustand zu erhalten. Mit der richtigen Pflege sieht es oft sogar ein Leben lang gut aus.

Parkett sieht schick aus und lĂ€sst sich mit fast jedem anderen Material im Haus gut kombinieren. Schließlich wird es in nahezu unendlich vielen Variationen angeboten. Doch gerade diese Vielfalt macht es Verbrauchern nicht ganz leicht, fĂŒr die eigenen BedĂŒrfnisse das richtige Parkett zu finden. Trotzdem wollen viele Eigenheimbesitzer nicht auf den als edel und hochwertig empfundenen Bodenbelag verzichten.


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Echtholz-Parkett muss dick genug sein

"Es ist langlebig, belastbar, umweltfreundlich und pflegeleicht", schwĂ€rmt der ehemalige Vorsitzende des Verbandes der deutschen Parkettindustrie (VdP) Ralph Plessmann. "Parkett ist der einzige Bodenbelag, der durch mehrfache Renovierung jederzeit wieder in Form gebracht werden kann – auch bei starker Beanspruchung", weist der Experte auf die Möglichkeit hin, beschĂ€digte und verschlissene ParkettoberflĂ€chen bei Bedarf abzuschleifen.

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DafĂŒr muss das Holz allerdings dick genug sein. Bei jedem Schleifen wird eine etwa 0,5 Millimeter dicke Holzschicht abgetragen. FachhĂ€ndler und Hersteller empfehlen deshalb, bei der Anschaffung auf eine mindestens drei Millimeter dicke Nutzschicht zu achten. Je dicker das Holz, desto öfter kann das Parkett abgeschliffen werden. Es lohnt sich also, in eine gute QualitĂ€t zu investieren, um bei kleinen SchĂ€den nicht gleich den ganzen Fußboden austauschen zu mĂŒssen.

Nicht jeden Kratzer im Parkett abschleifen

Auf der anderen Seite muss man aber auch nicht bei jedem kleinen Schönheitsfehler, wie sehr feinen Kratzern oder auch kleinen Dellen, gleich zur Schleifmaschine greifen. OberflĂ€chliche Kratzer kann man beispielsweise zunĂ€chst mit Möbelpolitur behandeln und versuchen, die Schönheitsfehler weg zu polieren. Achten Sie aber darauf, dass die Politur keine Silikonöle oder Mineralöl-Derivate enthĂ€lt. Diese Inhaltsstoffe dringen tief ins Holz vor uns können nicht wieder entfernt werden. Zu bedenken ist außerdem, dass manche Möbelpolituren dem behandelten Holz schaden und es mit einem dĂŒnnen Schmierfilm ĂŒberziehen, der Staub anzieht.

Bei einem Echtholz-Fußboden muss ohnehin nicht jede minimale Unperfektheit ausgebessert werden. Kleine Schönheitsfehler können wie eine schicke Patina wirken, die dem Boden und damit dem ganzen Raum Charakter und NatĂŒrlichkeit verleihen. Das drĂŒckt sich auch im aktuellen Parkett-Design aus: auffĂ€llige Holzmaserungen oder gar Astlöcher wĂ€ren noch vor wenigen Jahren als Fertigungsfehler angesehen und unverkĂ€uflich gewesen. Heute stehen sie als Design-Trend fĂŒr Naturbelassenheit und Materialehrlichkeit.

Zwei Methoden, wie man Schönheitsfehler im Parkett ausbessern kann

Wer aber auf einen makellosen Parkettboden Wert legt, kann diesen mit der richtigen Schönheitspflege nahezu in seinen Ursprungszustand zurĂŒckversetzen. "Ein Parkettboden ist gut mit der Haut des Menschen zu vergleichen", erklĂ€rt Michael Schmid, der heutige Chef des VdP. "Auch ein Parkettboden wird reifer und die Zeit geht nicht spurlos an ihm vorbei." Unschöne Verschleißerscheinungen lassen sich aber wieder ausbessern. Im Wesentlichen geschieht dies mit zwei verschiedenen Methoden:

Versiegeltes Parkett durch einen Fachmann reparieren lassen

Ist der Parkettboden werk- oder bauseitig mit einer LackoberflĂ€che versehen, wird die abgenutzte Lackschicht angeschliffen und mit neuem Lack versiegelt. Hierbei werden nur Bruchteile eines Millimeters von der eigentlichen Holzschicht mit entfernt. Ein mit Lack versiegelter Parkettboden ist dauerhaft vor eindringender Feuchtigkeit und Abrieb geschĂŒtzt.

"Das ist vor allem im Badezimmer oder in der KĂŒche von Vorteil, wo Feuchtigkeit und Schmutz verstĂ€rkt auftreten", empfiehlt Schmid. Der Lack bildet eine geschlossene und widerstandsfĂ€hige Schicht. FĂŒr eine solche Versiegelung der OberflĂ€che sollte ein eigens hierfĂŒr hergestellter Parkettlack benutzt werden. Der VdP-Vorsitzende rĂ€t Verbrauchern außerdem, die Arbeiten durch einen spezialisierten Fachbetrieb erledigen zu lassen. "Wichtig ist, dass der Lack nach der Versiegelung gut 48 Stunden aushĂ€rtet. Erst danach kann man den Boden wieder betreten", fĂŒhrt Schmid weiter aus.

Geöltes Parkett kann man auch selbst ausbessern

Wer einen geölten Parkettboden besitzt, kann einzelne, besonders stark verschlissene Stellen sogar problemlos selbst ausbessern. Der stark beanspruchte Flurboden oder auch der Bereich um den Drehstuhl im Arbeitszimmer, auf dem man stĂ€ndig hin und her rollt, können durch einfaches Nachölen wieder in Schuss gebracht werden, ohne die gesamte BodenflĂ€che behandeln zu mĂŒssen.

"Das Ölen verhindert, dass andere FlĂŒssigkeiten in die HolzoberflĂ€che einsickern können, bildet darauf aber keinen Film wie beim Versiegeln", verdeutlicht Schmid das Wirkungsprinzip. Die offenen Poren im Holz könnten Luftfeuchtigkeit weiterhin ungehindert aufnehmen und abgeben, was sich positiv aufs Raumklima auswirke. Geöltes Parkett sollte zwei bis drei Mal im Jahr mit einem speziellen Pflegeöl nachbehandelt werden.

Im Bedarfsfall kann man Macken im geölten Parkett auch mit speziellen Reparatursets ausbessern, die im Handel zu Priesen um die 50 Euro erhĂ€ltlich sind. Gute Sets umfassen Schleif- und PoliertĂŒcher, einen kleinen Hobel, einen Klarlackstift und eine Auswahl an farbigen Wachsen sowie ein elektrisches SchmelzgerĂ€t fĂŒr die Wachsmischung.

Allerdings werden mehr als 50 Holzsorten zu Parkett weiterverarbeitet. Sie alle haben unterschiedliche Eigenschaften. Auch die Dicke der Nutzschicht variiert, so dass nicht jedes Öl auf jedem Parkett angewendet werden darf. Der Fachhandel kann Sie beraten, welches Pflegemittel fĂŒr Ihr Parkett am geeignetsten ist.

Was Parkett kosten darf

Verglichen mit anderen BodenbelĂ€gen kann Parkett in guter QualitĂ€t sehr teuer sein. AbhĂ€ngig vom verwendeten Holz liegen die Quadratmeterpreise etwa zwischen 80 und 150 Euro. Hinzu kommen die Handwerkerkosten fĂŒr das Verlegen. Deshalb punktet Parkett vor allem durch seine Langlebigkeit. "Ganz gleich ob Lack oder Öl: Mit ein bisschen Pflege hat die OberflĂ€che auch nach vielen Jahren noch einen glĂ€nzenden Auftritt", wirbt Verbands-Chef Schmid fĂŒr sein Produkt.

Parkett reinigen – scharfe Putzmittel und zu viel Wasser sind tabu

Wichtig ist bei der Pflege vor allem, dass man den Parkettboden nicht zu feucht reinigt, damit das Holz nicht aufquellt. Am besten fĂŒr den Fußboden ist eine trockene Reinigung mit einem Baumwollmopp oder einem Staubsauger mit BĂŒrstenaufsatz. HartnĂ€ckigeren Verschmutzungen können Sie mit wenig lauwarmem Wasser und einem Spitzer Essigreiniger zu Leibe rĂŒcken. Scharfe Reiniger können das Holz oder die Versiegelung angreifen und sollten auf Parkett deshalb nicht angewendet werden.

Die richtige Pflege fĂŒr Parkett im Alltag

Doch nicht nur Schmutz und Dreck machen Parkett unansehnlich. Ein hĂ€ufiges Problem sind eine Vielzahl feiner, oberflĂ€chlicher Kratzer, die sich ĂŒber den ganzen Fußboden verteilen. Ursache dafĂŒr sind meist scheuernde Schmutzteilchen wie Sand oder kleine Steinchen, die im Schuhprofil von draußen mit ins Haus getragen werden. Damit es zu diesem Schadensbild gar nicht erst kommt, sollte man entweder mit einem weichen Besen regelmĂ€ĂŸig das Parkett abfegen oder aber eine einfache Regel aufstellen: Schuhe aus!

Damit Ihr Fußboden möglichst lange schick und edel aussieht, haben wir diese Tipps fĂŒr die Parkettpflege und -reinigung fĂŒr Sie zusammengestellt.

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Von Jennifer Buchholz

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