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So werden Sie Flöhe Zuhause wieder los

t-online, sikoe

Aktualisiert am 07.07.2022Lesedauer: 7 Min.
Parasit: Ein Befall mit dem Hundefloh (Ctenocephalides canis) ist oft auch durch den Kot des Hundeflohs erkennbar.
Parasit: Ein Befall mit dem Hundefloh (Ctenocephalides canis) ist oft auch durch den Kot des Hundeflohs erkennbar. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)
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Die ersten Anzeichen reichen von häufigem Kratzen bis zu nervösem Herumtigern. Wenn Katze oder Hund von Flöhen befallen sind, juckt es die meisten Tierhalter gleich mit. Wie können Sie Flöhe bekämpfen?

Das Wichtigste im Überblick


Flöhe wieder loszuwerden ist gar nicht so leicht, denn auch ohne Wirtstier können Flohlarven sich bis zu einem Jahr halten und somit sogar vom Vormieter hinterlassen werden. Schnelles Handeln ist dann gefragt.


Diese Schädlinge zerstören Ihre Kleidung

Ein Speckkäfer: In der Wohnung findet man sie oft am Fenster oder auf der Fensterbank. Die Larven leben sehr versteckt und verkriechen sich gerne hinter Schränken oder zwischen Dielenritzen.
Larve eines Museumskäfers: Um sich vor dem Schädling zu schützen, sollte die Wohnung regelmäßig gründlich gereinigt werden.
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Flöhe sind auch mit bloßem Auge sichtbar. Trotzdem bleiben sie oft längere Zeit unbemerkt, da sie sich gut im Tierfell verstecken. Oft erkennt man den Flohbefall zunächst nur die typischen Symptome, wie zum Beispiel Juckreiz beim befallenen Tier. Außerdem sind oft die Spuren der Blutsauger erkennbar – am eindeutigsten lassen sich die lästigen Krabbeltiere nämlich durch ihren Kot nachweisen.

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Wir haben elf Tipps, wie Sie Flohbefall schnell und sicher erkennen und wie Sie Flöhe wirksam bekämpfen.

So bekämpfen Sie Flöhe bei Tieren richtig

Wenn die Diagnose Flohbefall erst einmal gestellt ist, heißt es schnell und gründlich handeln. Das befallene Tier sollte schnellstmöglich mit einem Spot-On-Präparat behandelt werden. Dabei handelt es sich um eine kleine Ampulle, deren Inhalt als Tropfenmenge direkt auf das Genick des Wirtstieres aufgetragen wird. Der Wirkstoff tötet innerhalb von 24 Stunden nach dem Auftragen nahezu alle Flöhe auf Hund oder Katze. Außerdem ist er in der Regel bis zu vier Wochen wirksam und jeder Floh, der noch nachträglich auf das Tier springt und zubeißt, stirbt ebenfalls. Für Hund oder Katze ist das Mittel ungefährlich, achten Sie aber darauf, dass das Präparat nicht aufgeleckt werden kann.

Info
Die Mittel sind sowohl beim Tierarzt als auch in der Tierhandlung oder im Fachhandel erhältlich. Achten Sie darauf, dass Sie Mittel verwenden, die für Ihr Haustier geeignet sind. Auch sollten Sie sich an die Angaben des Herstellers halten, da die Dosis für einen Hund beispielsweise zu hoch für eine Katze sein kann.

Die sichtbaren und ausgewachsenen Flöhe machen nur etwa fünf Prozent des gesamten Befalls aus. Die "unsichtbare" Flohbrut in der Umgebung dagegen bis zu 95 Prozent. Sie befindet sich zum Beispiel in Teppichen, Polstern und auf den Liegeflächen von Hunden und Katzen. Deshalb müssen auch alle vom Tier frequentierten Räume und Plätze gründlich gereinigt werden.

Die gesamte Umgebung von Flöhen befreien

Parasit: Der Hundefloh (Ctenocephalides canis) nistet sich gerne bei Hunden und Katzen aber auch bei Menschen ein.
Parasit: Der Hundefloh (Ctenocephalides canis) nistet sich gerne bei Hunden und Katzen aber auch bei Menschen ein. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)

Alle Textilien, mit denen Ihre Fellnasen in Kontakt gekommen sind, sollten Sie nach Möglichkeit bei mindestens 60 Grad waschen. Damit bei der Wäsche nichts schief geht, achten Sie aber unbedingt auf die angegebenen Pflegehinweise. Alternativ können empfindlichere Decken, Bezüge, Teppiche oder ähnliches auch für längere Zeit im Tiefkühlschrank gelagert werden, denn eisige Temperaturen vertragen die Flohlarven ebenso wenig wie das heiße Wasser in der Waschmaschine.

Alle nicht waschbaren Oberflächen, die eine gute Brutstätte für die Flohlarven bieten, sowie die weitere Umgebung sollten Sie sehr gewissenhaft mit dem Staubsauger oder dem Dampfreiniger säubern. Entsorgen Sie den Beutel Ihres Staubsaugers sofort nach dem Staubsaugen, damit keine Larven entwischen können. Vorsichtshalber sollten Sie zusätzlich alle Räume mit einem Umgebungsspray behandeln. Achten Sie vor allem auf eine sorgfältige Behandlung von Sofas, Matratzen, verklebten Teppichböden aber auch Fugen im Fußboden.

Schritt-für-Schritt: Flöhe bekämpfen

Bei einem Flohbefall sollten Sie die Parasiten wie folgt bekämpfen:

  1. Behandeln Sie Ihre Haustiere mit einem Spot-On-Präparat gegen Flöhe.
  2. Saugen Sie alle Teppiche, Polster und Flächen gründlich ab.
  3. Kontrollieren Sie auch ihr Bett und waschen Sie die Textilien und saugen Sie die Matratze ab. Durch die feucht-warme Umgebung fühlen sich die Blutsauger hier besonders wohl.
  4. Wischen Sie den Boden. Bei Dielen sollten Sie darauf achten, dass Sie die Zwischenräume absaugen. Hier können sich die Parasiten ebenfalls einnisten.
  5. Reinigen Sie alle Textilien, die in die Nähe Ihres Hundes oder Ihrer Katze gekommen sind – am besten wöchentlich. Die Katzen- und Hunde-Betten und -Decken sollten bei 60 Grad gewaschen werden. In ihnen sowie den anderen Textilien in der Wohnung können Flöhe ihre Eier abgelegt haben.
  6. Bei Bedarf können Sie noch entsprechende Hausmittel gegen die Flöhe einsetzen – wie eine Spülmittel-Falle aufstellen oder den Teppich mit Backpulver behandeln.
  7. Kontrollieren Sie nach etwa vier Wochen, ob der Flohbefall eingedämmt werden konnte.

Wie kann man einen Flohbefall ganz einfach identifizieren?

Ein eindeutiges Indiz für Flohbefall, der Flohkot, ähnelt kleinen schwarzen Körnchen. Man kann sie mit speziellen Flohkämmen auffinden. Diese Kämme gibt es bei Ihrem Tierarzt, in der Apotheke oder im Zoofachhandel zu kaufen. Ziehen Sie den Kamm durch das Fell Ihres Hundes oder Ihrer Katze. Achten Sie dabei darauf, dass der Kamm direkt über die Haut des Tieres geführt wird. Wenn Sie schwarze Krümelchen auf den Zacken entdecken, kann es sich um Flohkot handeln.

Parasit: Ein Befall mit dem Hundefloh (Ctenocephalides canis) ist oft auch durch den Kot des Hundeflohs erkennbar.
Parasit: Ein Befall mit dem Hundefloh (Ctenocephalides canis) ist oft auch durch den Kot des Hundeflohs erkennbar. (Quelle: blickwinkel/imago-images-bilder)

Schnelltest für Flohbefall auf feuchtem Papiertuch

Wenn Sie keinen Kamm zur Hand haben, legen Sie ein weißes Handtuch unter Ihr Haustier und rubbeln Sie mit Ihren Händen durch das Fell. Hier gilt dieselbe Diagnose: Sollten schwarzen Körnchen herunter rieseln, könnte das Tier Flöhe haben. Nehmen Sie die Krümel mit einem angefeuchteten weißen Papiertuch auf und zerreiben Sie sie leicht. Bleiben sie schwarz, handelt es sich um harmlosen Schmutz. Färbt sich das Papier rotbraun, hat Ihr Tier höchstwahrscheinlich Flöhe. Flöhe scheiden mit dem Kot Blutfarbstoff aus, der durch diesen einfachen Test sichtbar wird. Mit dem Befund sollten Sie unbedingt zum Tierarzt gehen, er kann gezielt helfen.

Wie lange dauert es, bis Flöhe bekämpft sind?

Falls die Plagegeister nach vier Wochen Behandlung Ihres Tieres immer noch nicht weg sind, was durchaus vorkommen kann, sollten Sie folgende Fragen klären: Gibt es eine ständige Flohquelle, die nicht behandelt wird, zum Beispiel ein Nachbar-Tier im Haus oder ein Igelnest im Garten? Kam das verabreichte Mittel vielleicht nicht hoch genug dosiert bei Ihrer Katze oder Ihrem Hund an? Lassen Sie sich am besten von Ihrem Tierarzt beraten.

Können Flöhe Menschen befallen?

Das große Problem beim Flohbefall ist, dass die Krabbeltiere eigentlich nie einzeln auftauchen. Und Hund oder Katze dienen den Flohscharen lediglich als Nahrungsquelle – richtig gemütlich machen sie es sich bei Ihnen zu Hause und legen überall in Ritzen und Nischen ihre Eier ab. Das ist unter Umständen gar nicht spaßig, denn obwohl die meisten Flöhe eher auf tierisches Blut aus sind, sind auch manche Menschen anfällig für Flohbisse. Außerdem können die kleinen Blutsauger Bandwürmer übertragen, und das kann für Haustiere und für Menschen gefährlich werden.

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Flohbisse können Parasiten übertragen

Flohbiss: Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) beißt auch Menschen.
Flohbiss: Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) beißt auch Menschen. (Quelle: Ardea/imago-images-bilder)

Eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung stellen Flöhe zumindest in Mitteleuropa nicht mehr dar. Im 14. Jahrhundert wurden noch 25 Millionen Menschen durch die von Rattenflöhen übertragenen Pestbakterien getötet. Durch verbesserte Hygienestandards ist das Krankheitsrisiko heutzutage aber praktisch ausgeschlossen.

Trotzdem ist auch heute noch Vorsicht geboten. Durch Flohbisse können bei Katze und Hund zum Beispiel Allergien ausgelöst werden. Gefährlicher ist aber der so genannte Gurkenkernbandwurm, für den der Katzenfloh ein Zwischenwirt ist. Diese Bandwürmer können bei versehentlichem Verschlucken auch Menschen besiedeln. Gerade Kinder sind gefährdet, wenn sie mit infizierten Haustieren spielen und schmusen.

Neuere Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass Flöhe als Überträgerparasiten auch für eine Reihe von Viruserkrankungen der Katze verantwortlich sind oder zumindest ihre Ausbreitung beschleunigen können.

Woher kommt der Flohbefall?

Der gemeine Floh ist rot-braun, zwei bis drei Millimeter klein, und mit dem bloßen Auge gerade so zu erkennen: Zwei von seinen sechs Beinen sind spezielle Sprungbeine und sorgen dafür, dass er wunderbar hüpfen kann – in den meisten Fällen von Tier zu Tier. Besonders gefährdet sind zum Beispiel Hunde, die viel mit anderen Artgenossen spielen. Aber auch Igelnester im Garten stellen eine Gefahr dar. Doch auch ohne Haustiere kann man sich Flöhe einfangen: Zum Beispiel bei der Gartenarbeit, beim Waldspaziergang oder beim Besuch von Tierliebhabern.

So schützen Sie sich gegen Flöhe

Sollten Sie Haustiere halten, kontrollieren Sie Ihre Lieblinge regelmäßig auf unerwünschte Fellbewohner. Je früher ein Flohbefall entdeckt wird, desto besser kann man ihn auch bekämpfen. Am bequemsten ist eine regelmäßige prophylaktische Verabreichung eines Spot-on-Präparats, so beugen Sie dem Befall vor, bevor es überhaupt dazu kommen kann. Besonders bei langhaarigen Tieren sollten Sie regelmäßige Fellpflege, zum Beispiel durch sorgfältiges Kämmen, betreiben. Vermeiden Sie wenn möglich auch den Kontakt Ihrer Katze oder Ihres Hundes zu streunenden und verwahrlosten Tieren.

Flöhe können aber auch ohne eigene Haustiere in Ihre Wohnung gelangen – zum Beispiel als unwillkommenes Mitbringsel von Tierhaltern oder Tieren, die bei Ihnen zu Gast sind. Igel, die sich in Ihrem Garten einnisten, sind außerdem beliebte Flohwirte und können die kleinen Biester auf Sie übertragen. Achten Sie darauf, sich nach der Gartenarbeit gründlich die Hände zu waschen. Eine regelmäßige Kontrolle auf Flohbefall sowie gründliches Staubsaugen und Reinigen Ihrer Wohnumgebung sind daher die beste Vorsorge.

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Welche Hausmittel bekämpfen Flöhe?

Mit einfachen Hausmitteln können Sie Flöhe auch ohne Chemie bekämpfen:

Backpulver

  1. Streuen Sie Backpulver auf Ihren Teppich oder die Polster.
  2. Arbeiten Sie es mit einer Bürste ein.
  3. Nach etwa einer Stunde Einwirkzeit können Sie das Pulver absaugen.
  4. Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel mitsamt der eingesaugten Parasiten nach dem Saugen in der Restmülltonne.

Achtung
Dieses Hausmittel sollten Sie nur bei hellen Textilien anwenden. Testen Sie zudem vorab an einer kleinen Stelle, wie der Stoff auf das Backpulver reagiert und ob Sie es anschließend wieder vollständig entfernen können.

Salz

  1. Streuen Sie Salz auf Ihren Teppich oder die Polster.
  2. Arbeiten Sie das Hausmittel mit einer Bürste ein.
  3. Nach etwa einer Stunde Einwirkzeit können Sie das Salz absaugen.
  4. Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel mitsamt der eingesaugten Parasiten nach dem Saugen in der Restmülltonne.

Achtung
Testen Sie vorab an einer kleinen Stelle, wie der Stoff das Salz reagiert und ob Sie es anschließend wieder vollständig entfernen können.

Spülmittel

  1. Nehmen Sie eine Schale.
  2. Geben Sie etwas Wasser sowie Spülmittel in die Schale.
  3. Stellen Sie die Schale in Räumen auf, in denen der Flohbefall am stärksten ist.
  4. Nach einigen Tagen sollten sich Flöhe in der Flüssigkeit angesammelt haben.

Rosmarin

  1. Nehmen Sie getrocknete Rosmarinzweige.
  2. Verteilen Sie den Rosmarin in den Räumen, in denen der Flohbefall am stärksten ist.
  3. Durch den Geruch werden die Flöhe verscheucht.

Tipp
Rosmarin sollten Sie zusätzlich zu anderen Maßnahmen anwenden, da sonst die Parasiten lediglich den Raum wechseln und nicht vollständig vertrieben werden.

Auch Zitrone soll durch den Geruch eine ähnliche Wirkung haben.

Wer mag, kann auch etwas Zitronen- oder Rosmarinöl auf die eigene Haut geben. Dadurch verhindern Sie, dass Flöhe Sie befallen.

Essig und Zitrone

  1. Geben Sie den Saft einer ausgepressten Zitrone oder wahlweise etwas Zitronensaft (150 Milliliter) in einen großen Behälter. Vermischen Sie diesen mit 750 Milliliter Wasser und Haushaltsessig – je nach Belieben zwischen 300 und 500 Milliliter, bei Bedarf auch gerne mehr.
  2. Füllen Sie die Mischung in eine Sprühflasche.
  3. Besprühen Sie Ihre Möbel und Polster hiermit.

Neben Rosmarin, Zitrone oder Essig helfen auch andere ätherische Öle, die einen sehr intensiven Geruch haben, gegen Flöhe. Dazu zählen beispielsweise Teeebaumöl, Eukalyptusöl und Geranienöl. Hieraus lässt sich ebenfalls gut ein Körperspray anfertigen.

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Von Jennifer Buchholz
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