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Ratten: Wie Sie die Tiere erfolgreich aus Haus und Garten vertreiben – Tipps

Die besten Tipps  

Ratten in Haus und Garten: Wie Sie diese erfolgreich vertreiben

26.02.2020, 18:13 Uhr | rw, t-online.de, ron

Ratten: Wie Sie die Tiere erfolgreich aus Haus und Garten vertreiben – Tipps. Rattenplage: Sie können im schlimmsten Fall sogar Krankheiten übertragen. (Quelle: Getty Images/gallinago_media)

Rattenplage: Sie können im schlimmsten Fall sogar Krankheiten übertragen. (Quelle: gallinago_media/Getty Images)

Sind Ratten im Haus, möchten viele die Nagetiere schnell wieder loswerden. Doch wie bekämpfen Sie sie am besten? Und wie beugen Sie einem Befall vor? Die besten Tipps gegen Ratten haben wir für Sie zusammengestellt.

Wer sich mit Ratten beschäftigt, versteht, warum sie so unbeliebt sind. Sie sind hochintelligent, Allesfresser, vermehren sich rasant und sind nur schwer zu bekämpfen, wenn sie sich erst einmal in größerer Zahl im Haus niedergelassen haben.

Ratten im Garten bekämpfen

Ratten können sich nicht nur in Keller, Wohnung oder Haus, sondern auch im Garten verbreiten. Meist sind es die Hausratte (Rattus rattus) und die Wanderratte (Rattus norvegicus), die sich in Gartenanlagen einnisten.

  • Rattenbefall erkennen
    Da die Nager scheue, nachtaktive Tiere sind, ist es schwer, sie tagsüber im Garten auszumachen. Auch ihr Versteck, der sogenannte Rattenbau, ist nicht leicht zu finden. Doch über Rattenkot, den das Tier hinterlässt, lässt sich ein Befall oft nachweisen.
  • Rattenbefall melden
    Haben Sie Ratten in Ihrem Garten entdeckt, sollten Sie umgehend Ihr Gesundheits- oder Ordnungsamt informieren. Die Behörde teilt Ihnen dann mit, was der nächste Schritt ist. Eine bundeseinheitliche Meldepflicht für Rattenbefall besteht aber nicht.
  • Ratten mit Hausmitteln ohne Gift bekämpfen
    Sie können versuchen, die Nager erst einmal mit Hausmitteln zu vertreiben. Zum Beispiel mit Babybrei, in den Sie Gips aus dem Baumarkt mischen. Frisst die Ratte davon, liegt ihr der Gips schwer im Magen – und das Nagetier verlässt bestenfalls entnervt Ihren Garten.

Wanderratten (Rattus norvegicus): Ursprünglich stammen die kleinen Nager aus Südostasien. Später wanderten sie nach Mitteleuropa. (Quelle: imago images/Nature Picture Library)Wanderratten (Rattus norvegicus): Ursprünglich stammen die kleinen Nager aus Südostasien. Später wanderten sie nach Mitteleuropa. (Quelle: Nature Picture Library/imago images)

Info
Mischen Sie nicht zuviel Gips unter den Brei, sodass die Ratte daran stirbt. Durch ihre Intelligenz können andere Ratten den verwendeten Köder sonst als Quelle ausmachen und meiden diese in Zukunft.

  • Auch Essigessenz oder Nelkenöl haben sich als Hausmittel bewährt. Träufeln Sie die Essenz beziehungsweise das ätherische Öl auf die möglichen Laufwege der Nager. Die für Ratten unangenehmen Gerüche bleiben im Fell der Tiere haften und können dazu führen, dass die Nager abwandern.
  • Wenn Sie Katzenbesitzer sind, können Sie – benutztes – Katzenstreu auf den Laufwegen verteilen. Da Ratten diesen Geruch nicht mögen, werden sich die Tiere in Zukunft von diesen Stellen fernhalten.
  • Ratten konventionell mit Gift bekämpfen
    Wenn Hausmittel nicht helfen, können Sie auf herkömmliche Mittel zurückgreifen: Rattengift, Rattenschlagfalle, Köderstation. Achten Sie darauf, dass das Rattengift nicht in unbefugte Hände gelangt und schildern Sie die Auslegestelle aus oder markieren Sie den -ort.

Info
Wenn Kinder sowie Haustiere in Ihrem Garten leben und Sie deshalb das Rattengift oder die Fallen nicht auslegen möchten, können Sie auch einen professionellen Schädlingsbekämpfer bestellen. Die Kosten können sich auf 100 bis 350 Euro und mehr pro Einsatz belaufen.

  • Ratten vorbeugen
    Damit sich die Nager gar nicht erst im Garten ansiedeln, sorgen Sie dafür, dass der Komposthaufen für Ratten unzugänglich ist. Ein Zaun oder eine Plane hilft, die Nager fernzuhalten, sodass diese weder Nahrung noch einen Nistplatz darin finden. Zudem sollten Sie auf die Vogelfütterung verzichten. Küchenabfälle sollten Sie auch im Garten in geschlossenen Mülltonnen aufbewahrt werden.

Wie Ratten im Haus schaden können

Die Furcht und die Abneigung gegen Ratten ist schon Jahrhunderte alt. Seit eh und je gelten die Nagetiere beziehungsweise die von ihnen eingeschleppten Parasiten als Infektionsträger gefährlicher Krankheiten. Der Rattenfloh beispielsweise ist einer der Hauptüberträger der Pest, die im Mittelalter ganze Städte entvölkerte. Auch heute noch können Ratten Krankheiten wie Tollwut, Tuberkulose oder die Weil'sche Gelbsucht übertragen.

Darüber hinaus machen sie sich oft über Lebensmittel und Tierfutter her, verunreinigen sie durch Anfraß und ihre Ausscheidungen, sodass die Vorräte unbrauchbar werden. Gefährlich wird es, wenn die Nager sich unbemerkt an Elektroleitungen zu schaffen machen. Dann drohen Kurzschüsse oder sogar Brände. Weniger gefährlich, aber nicht minder ärgerlich sind Nageschäden und Verunreinigungen der Einrichtung.

Die wichtigsten Anzeichen für einen Rattenbefall

Ratten vermehren sich äußerst schnell. Unter günstigen klimatischen Bedingungen kann ein Weibchen bis zu zwölf Mal im Jahr jeweils bis zu 20 Junge werfen. Der Schnitt liegt bei etwa acht bis neun Neugeborenen pro Wurf. Wegen der rasanten Vermehrung ist das frühzeitige Erkennen eines Befalls besonders wichtig. Da die Nager aber sehr scheu sind, bekommt man sie lebend kaum zu Gesicht. Falls während des Tages lebende Ratten im Haus entdeckt werden, deutet dies auf zu wenig Nahrung, Störung ihrer Nistplätze oder sehr starken Rattenbefall hin.

Ein untrügliches Zeichen für Ratten im Haus sind aber auch schon frische Kotspuren. Jede Ratte scheidet etwa 40 spindelförmige Kotballen pro Tag aus. Ist der Kot noch weich und glänzend, lässt dies auf einen aktiven Befall schließen. Daneben ist das Auffinden frisch verstorbener Tiere ein klarer Nachweis für einen akuten Rattenbefall. Außerdem geht ein penetranter, beißender Ammoniakgeruch mit einem starken Rattenvorkommen einher.

Zudem können Sie vor allem in staubbelasteten Bereichen auf frische Fußspuren und generell auf Nagespuren achten, um einen Befall zu erkennen. Weil Ratten bevorzugt immer wieder dieselben Laufwege nutzen, hinterlassen sie dort Spuren von Körperfett, das zusammen mit Schmutz- und Staubablagerungen rot-bräunliche bis ins Schwarz gehende Spuren auf den begangenen Flächen hinterlässt. Diese sogenannten Schmierspuren weisen nicht nur auf Ratten im Haus hin, sie führen nicht selten auch zum Nest der Schädlinge.

So dringen Ratten ins Haus ein

Wie im Garten treiben auch im Haus vor allem die Wanderratte und die weniger stark verbreitete Hausratte ihr Unwesen. Beide Arten können sehr gut klettern, die Wanderratte liebt außerdem das Wasser und kann schwimmen, weshalb sie sich gerne in Kanalisationen niederlässt und von dort aus in Gebäude eindringt.

Hausratte (Rattus rattus): Diese Ratte lebt ungern im Keller, sondern viel lieber auf dem Dachboden. (Quelle: imago images/Ardea)Hausratte (Rattus rattus): Diese Ratte lebt ungern im Keller, sondern viel lieber auf dem Dachboden. (Quelle: Ardea/imago images)

Ins Haus dringen die Tiere durch Türspalten, Risse und Fugen ein. Dabei genügen ihnen schon Spalten und Löcher von zwei Zentimetern, um sich hindurchzuzwängen. Im Haus lassen sie sich dann in lichtgeschützten Bereichen wie Keller, Dachboden oder auch Aufzugsschächten nieder. Insbesondere wenn Sie häufiger Lebensmittelreste im Ausguss oder der Toilette entsorgen, können auch diese ein Einfallstor für Wanderratten sein.

Bauliche Maßnahmen können einem Rattenbefall vorbeugen

Eine wichtige Maßnahme zum Schutz vor einem Rattenbefall ist deshalb die Beseitigung sämtlicher Zugänge, die von Ratten genutzt werden können. Türspalten sollten mit Bürsten- oder Gummidichtungen verschlossen werden. Licht- und Luftschächte werden mit feinmaschigen Gittern verschlossen.

Wand- und Deckendurchbrüche, durch die Rohre und Leitungen verlaufen, müssen sauber abgedichtet sein. Rückstauklappen verhindern, dass Ratten aus der Kanalisation etwa durch die Toilette ins Hausinnere vordringen. Alle anderen Wasserabläufe, wie sie sich zum Beispiel im Boden mancher Waschküchen und Kellerräume befinden, sollten ebenfalls mit einem Gitter gesichert werden.

Falsches Verhalten begünstigt einen Rattenbefall

Daneben sollten Sie einige Grundregeln bei der Lagerung und Entsorgung von Lebensmitteln beachten. Als Allesfresser sind Ratten bei der Futterwahl nicht sonderlich wählerisch und allzu leicht bereiten viele den Nagern unbeabsichtigt einen reich gedeckten Tisch. Speisereste etwa sollten Sie nicht im Ausguss oder der Toilette entsorgen – insbesondere in älteren Gebäuden, wo es womöglich keine Rückstauklappe gibt. Sämtliche Lebensmittel- und gegebenenfalls auch Tierfutter-Vorräte müssen gut verschlossen und somit für Ratten unzugänglich gelagert werden.

Wanderratte (Rattus norvegicus): Sie nistet häufig außerhalb des Hauses in Erdbauten und versorgt dort ihre Junge. (Quelle: imago images/Ardea)Wanderratte (Rattus norvegicus): Sie nistet häufig außerhalb des Hauses in Erdbauten und versorgt dort ihre Junge. (Quelle: Ardea/imago images)

Auch der Hausmüll kann Ratten anziehen. Mülltonnen sollten deshalb stets geschlossen sein und Gelbe Säcke in einem geschlossenen, für die Nager unzugänglichen Raum gelagert werden. Der Abfall sollte möglichst erst am Tag der Müllabfuhr an die Straße gestellt werden.

Ratten bekämpfen mit Lebend- und Schlagfallen

Insbesondere wenn noch kein massiver Befall vorliegt und Sie womöglich gezielt eine einzelne Ratte oder nur sehr wenige Tiere bejagen möchten, bieten sich wie schon im Garten beköderte Schlag- und Lebendfallen an, die im Fachhandel und in Baumärkten erhältlich sind. Weil Ratten gerne dieselben Wege immer wieder verwenden, sind Bereiche, an denen ihr Kot oder Schmierspuren vorgefunden wurden, gute Plätze, um die Falle aufzustellen.

"Vor allem bei der Bekämpfung von vereinzelt auftretenden Nagern im Innenbereich sind Fallen grundsätzlich dem Einsatz von Biozid-Produkten vorzuziehen", rät das Umweltbundesamt vom vorschnellen Einsatz von Ködergiften ab. Bei einem größeren Befall verlieren die Fallen schnell an Wirkung, weil der Köder von den hochintelligenten Tieren bald nicht mehr angenommen wird.

Durch einen Wechsel der verwendeten Köder und unterschiedliche Standorte für die Falle können Sie zwar gegensteuern, jedoch werden Sie im Haus einem massiven Rattenbefall mit Fallen und im Alleingang kaum schaffen.

Rattengift gehört in fachkundige Hände

Die Bekämpfung mit Gift ist allerdings alles andere als ungefährlich. Damit die Ratten Ködergift dauerhaft gut annehmen, muss die Wirkung zeitverzögert einsetzen. Meist enthält Rattengift deshalb blutgerinnungshemmende Wirkstoffe – sogenannte Antikoagulanzien, an denen die Tiere erst nach einigen Tagen durch innere Blutungen verenden. So können die schlauen Nager keinen Zusammenhang mehr zwischen dem Tod ihres Artgenossen und dem Ködergift herstellen.

Viele Rattengifte enthalten aber Wirkstoffe, die der Ottonormalverbraucher gar nicht einsetzen darf. "Verbraucher sind von der Anwendung dieser Biozid-Produkte ausgeschlossen", mahnt das Umweltbundesamt. Dazu zählen beispielsweise die Wirkstoffe Bromadiolon, Brodifacoum, Difethialon, Flocoumafen und Difenacoum. Tückisch ist, dass Rattengifte mit diesen Wirkstoffen frei verkauft werden dürfen, solange der Hersteller mit angibt, dass sie nur von Profis mit Sachkundenachweis angewendet werden dürfen. Zugelassen für Privatanwender sind Gifte mit den Wirkstoffen Chlorophacinon, Coumatetralyl und Warfarin beziehungsweise Natrium-Warfarin.

Doch auch diese bergen erhebliche Risiken. Zwar sind meist Bitterstoffe beigemischt, welche die ungewollte Aufnahme durch Kinder oder Haustiere verhindern sollen, jedoch können sie durch sogenannte Sekundärvergiftungen gefährlich werden. Ein Raubvogel oder Haustier, das den vergifteten Nager frisst, kann ebenfalls daran sterben. Deshalb sollte die Rattenbekämpfung mit Gift generell professionellen Schädlingsbekämpfern mit Sachkundenachweis überlassen werden, um Risiken für Mensch und Tier zu vermeiden.

Rattenbekämpfung durch den professionellen Schädlingsbekämpfer

Wenn Ratten sich im oder am Haus aufhalten, kann der Schädlingsbekämpfer informiert werden. Auch beim Schädlingsprofi sollten Kunden aber darauf bestehen, dass möglichst unbedenkliche Mittel, zum Beispiel Köderdosen, Gele und Fallen statt Sprays und Vernebler, eingesetzt werden. Außerdem sollten Sie gezielt nachfragen, welche Sicherheitsvorkehrungen und Schutzmaßnahmen einzuhalten sind, falls der Profi nicht von sich aus darauf eingeht.

Ratten mit Hausmitteln bekämpfen und vertreiben

Immer wieder werden auch diverse Hausmittel empfohlen, die Ratten vertreiben, beziehungsweise bekämpfen. Sicher ist, dass viele Katzen gute Rattenjäger sind. Vor allem im ländlichen Bereich, wo Futtermittel gar nicht vollständig vor Ratten geschützt werden können, haben sich Katzen als probates Mittel zur Rattenbekämpfung bewährt. Zwar können sie das Vorkommen von Ratten nicht ganz verhindern, sie halten deren Population aber im verträglichen Rahmen.

Die meisten anderen Hausmittel versuchen, sich den sensiblen Geruchssinn der Nager zu Nutze zu machen. Wie schon bei den Hausmittelm für den Garten werden auch hier ätherische Öle wie Nelkenöl, aber auch Gewürze wie Cayennepfeffer, Chilis und Gewürznelken empfohlen. Ihre Wirksamkeit ist allerdings nicht in Studien nachgewiesen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Rentokil
  • Das Tierlexikon
  • Verivox: Rattenbefall
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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