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Leder richtig pflegen und reinigen: Schuhe, Kleidung, Möbel

Schritt-für-Schritt-Anleitung  

Schuhe, Kleidung, Möbel: Leder richtig pflegen und reinigen

17.03.2020, 12:56 Uhr | rg, t-online, ron

Leder richtig pflegen und reinigen: Schuhe, Kleidung, Möbel. Lederjacke reinigen: Mit einer Lederjacke ist es wie mit einem guten Cognac – umso älter das Stück ist, desto besser. Dennoch sollte die Jacke gelegentlich gereinigt werden. (Quelle: imago images/Westend61)

Lederjacke reinigen: Mit einer Lederjacke ist es wie mit einem guten Cognac – umso älter das Stück ist, desto besser. Dennoch sollte die Jacke gelegentlich gereinigt werden. (Quelle: Westend61/imago images)

Leder ist nicht gleich Leder. Das gilt gerade dann, wenn man es reinigen möchte. Mit diesen Hausmitteln lässt sich Glatt- oder Rauleder einfach säubern, sodass es lange schön und gepflegt aussieht.

Kleidung, Schuhe oder Taschen aus Leder haben viele Vorteile: Das Material ist relativ robust, atmungsaktiv und wasserundurchlässig. Dennoch wird Leder nach einiger Zeit oft unansehnlich und speckig oder sieht fleckig aus. Aber wie sollen Sie das Material reinigen und pflegen, damit es keinen Schaden nimmt?

Wir geben Ihnen wertvolle Tipps, damit Ihnen bei der Lederpflege keine Fehler unterlaufen.

Welche Lederarten gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen Glatt- und Rauleder unterschieden. Beim Glattleder wird die Hautoberseite des Tieres verwendet. Beim Rauleder ist die Oberfläche jedoch angeschliffen, das heißt: aufgeraut.

Wie reinigt man Glattleder?

Glattleder besitzt offene oder geschlossene Poren. Deshalb unterscheidet man zwischen versiegeltem und unversiegeltem Glattleder.

Versiegeltes Glattleder reinigen

Wenn Sie einen Tropfen Wasser auf das Leder geben und dieser nicht sofort einzieht, handelt es sich um versiegeltes Material. Die Oberfläche ist mit Farbe oder Wachs geschlossen worden.

Glattleder mit offenen Poren abwaschen

Sie können dieses Leder mit Wasser und einem Neutralreiniger, am besten mit Sattelseife (gibt's im Fachhandel) abwaschen:

  • Spülen Sie zuerst groben Schmutz mit einem sanften Wasserstrahl ab.
  • Schäumen Sie den Reiniger mit einem weichen Schwamm auf.
  • Danach seifen Sie das Leder damit ein.
  • Spülen Sie die Seife am Ende gründlich ab.


Glattleder mit geschlossenen Sporen waschen

Im Unterschied zum Abwaschen durchdringt beim Waschen die Lauge das Leder von der nicht versiegelten Rückseite. Beachten Sie hier die Pflegehinweise des Herstellers. Je nach Art der Gerbung – man unterscheidet die sogenannte echte oder unechte Gerbung – können Sie Leder mit einem Lederwaschmittel (gibt's im Fachhandel) von Hand waschen.

Wenn Sie Kleidung oder Schuhe aus Glattleder gewaschen haben, ist es insbesondere bei der Trocknung wichtig, auf Folgendes zu achten:

  • Legen Sie das Kleidungsstück zum Trocknen auf ein weißes Handtuch.
  • Decken Sie ein zweites darüber, sodass das Wasser noch besser aufgesogen wird.
  • Trocknen Sie das Leder-Kleidungsstück luftig und kühl.
  • Stopfen Sie Lederschuhe mit Papier aus, damit sie beim Trocknen nicht schrumpfen.
  • Hängen Sie Kleidung auf einen Bügel und ziehen Sie das Leder nach dem Trocknen längs und quer in Form. Kneten Sie die Teile gut durch, damit sie wieder geschmeidig werden.

Unser Tipp
Geben Sie die getrocknete Lederkleidung für 30 Minuten ohne Warmluftzufuhr in einen Wäschetrockner.

Pflege

Verwenden Sie nach dem Abwaschen beziehungsweise Waschen Ledermilch oder Lederöl, um das Leder in der Tiefe geschmeidig zu halten. Mit diesen Produkten verringern Sie zudem die Wasserdurchlässigkeit des Leders.

Fetten Sie Schuhe zusätzlich mit Wachs ein, um die Oberfläche zu imprägnieren. Für Kleidung eignet sich Wachs nicht, da es Fettspuren hinterlässt.

Unversiegeltes Glattleder reinigen

Handelt es sich um Glattleder mit offenen Poren versickert ein Wassertropfen schnell und hinterlässt einen Fleck, der einem Fettfleck ähnelt. Dieser verschwindet allerdings, wenn das Wasser verdunstet ist.

Offenporiges Glattleder nicht abwaschen

Dieses Leder durchnässt, wenn Sie es abwaschen. Dabei besteht die Gefahr, dass Sie die im Leder enthaltenen Fette herauswaschen. Die Folge: Es wird hart und spröde. Wenn sich der Schmutz mit einer weichen Handbürste nicht entfernen lässt, können Sie das Leder mit einem Lederwaschmittel waschen.

Trocknen Sie Kleidung und Schuhe anschließend wie versiegeltes Glattleder. Wachs ist zur Pflege von offenporigem Leder ungeeignet, es verstopft die Poren. Diese Lederart sollten Sie nur mit Ledermilch behandeln.

Welche Lederarten zählen zu Rauleder?

Arbeitshandschuhe: Veloursleder ist besonders widerstandsfähig und robust. Deshalb wird es häufig für Arbeitshandschuhe verwendet. (Quelle: imago images/fStop Images)Arbeitshandschuhe: Veloursleder ist besonders widerstandsfähig und robust. Deshalb wird es häufig für Arbeitshandschuhe verwendet. (Quelle: fStop Images/imago images)

Zu Rauleder zählen alle velourigen Lederoberflächen, das heißt: aufgeraute Leder mit einer mehr oder weniger samtigen Oberfläche. Die Vorteile sind eine schöne Struktur und ein angenehm warmer Griff. Umgangssprachlich wird Rauleder oft als Veloursleder, Wildleder oder Nubuk bezeichnet – obwohl es hier Unterschiede gibt:

  • Wildleder: Ist die Sammelbezeichnung für Leder von Tieren, die in der freien Wildbahn leben oder einmal gelebt haben. Im Volksmund wird Wildleder aber für jede Art von Rauleder verwendet.
  • Veloursleder: Dazu zählen zwei Sorten – einerseits die beidseitig velourige Oberfläche einer Lederhaut, andererseits die nach oben verarbeitete, unbeschichtete Rückseite einer Lederhaut. Am häufigsten wird Veloursleder bei Turnschuhen, aber auch bei Arbeitshandschuhen verwendet.
  • Nubukleder: Ist auf der glatten Narbenseite angeschliffen und erhält so eine samtartige Oberfläche. Das Leder ist sehr weich im Griff und ist besonders atmungsaktiv. Nubukleder wird sowohl bei Polstermöbeln als auch bei Handtaschen, Bekleidung und Schuhen verwendet.


Wie reinigt man Rauleder?

Trachtenmode: Traditionell trägt der Mann eine Lederhose aus Wildleder – hier mit einer Stickerei. (Quelle: imago images/Daniel Schvarcz)Trachtenmode: Traditionell trägt der Mann eine Lederhose aus Wildleder – hier mit einer Stickerei. (Quelle: Daniel Schvarcz/imago images)

Beliebt sind Schuhe und Kleidungsstücke sowie Möbel aus etwas gröberem Velours- oder feinem Nubukleder. Allgemein wird zwischen einer Trocken- und einer Feuchtreinigung unterschieden. Das Säubern hängt jeweils vom Grad der Verschmutzung ab. Folgende Arten der Trockenreinigung gibt es:


  • Staub: Bei losem trockenem Schmutz wie einem Staubfilm sind Spezialbürsten aus dem Fachhandel empfehlenswert. So säubern Veloursbürsten mit Gummilamellen Wildlederschuhe besonders schonend und rauen gleichzeitig das Material auf. Auch Lederbekleidung oder Ledermöbel lassen mit sich diesen Bürsten vom Staub befreien.
  • Leichter Schmutz: Wenn Schuhe, Kleidung und Möbel etwas mehr verschmutzt sind, helfen sogenannte Nubukradierer aus dem Fachhandel. Sie entfernen leichten trockenen Schmutz und stellen die Fasern wieder auf.
  • Starker Schmutz: Ist das Wildleder stärker in Mitleidenschaft gezogen, sollte eine Spezialbürste mit Messingborsten verwendet werden. Deren harte Borsten reinigen intensiv und rauen zudem die Lederfasern auf.


Unser Tipp
Es empfiehlt sich, nach jedem Tragen die Schuhe trocken zu reinigen. Das verhindert, dass trockener Schmutz mit dem nächsten Regen ins Wildleder eindringt.

Ist eine Trockenreinigung aufgrund einer zu starken Verschmutzung nicht mehr möglich, empfiehlt sich eine Feuchtreinigung mit Wildleder-Farbpflege aus dem Fachgeschäft. Hierbei drücken Sie den sich oben befindlichen Reinigungsschwamm leicht auf das Wildleder und verteilen die Pflegeflüssigkeit gleichmäßig auf dem Schuh. Danach lassen Sie ihn trocknen.

Wie imprägniert man Rauleder?

Sowohl Velours- als auch Nubukleder saugen mehr Wasser auf als Glattleder. Deshalb ist eine regelmäßige Imprägnierung besonders wichtig. Sogenannte Imprägniersprays bieten Schutz vor Wasser, Nässe sowie Schmutz und Farbpflege in einem. Und so gehen Sie beim Imprägnieren von Schuhen vor:

  • Sprühen Sie das Imprägnierspray in einem Abstand von mindestens zwanzig Zentimetern auf den Schuh. Achten Sie hierbei zusätzlich auf die Gebrauchanweisung des Herstellers.
  • Verteilen Sie das Spray danach mit einem Mikrofasertuch auf dem Schuh.
  • Bürsten Sie mit den Gummiborsten der Veloursbürste das Imprägniermittel in das Wildleder ein, um es gleichzeitig aufzurauen.


Wie reinigt man Lackleder?

Lackleder ist ein narbenfreies hochglänzendes Leder, das auf der Oberfläche versiegelt, lackiert – daher der Name – oder mit einem glänzenden Film überzogen ist. Es wird sowohl für Schuhe als auch für Kopfbekleidung wie Mützen, Kappen und Hüte verwendet. Zudem wird Lackleder zu Jacken und Hosen sowie Geldbörsen und Handtaschen verarbeitet.

Wenn Sie Lackleder reinigen möchten, können Sie es mit Wasser abspülen oder mit einem feuchten Lappen, den Sie vorher mit Neutralreiniger getränkt haben, abwischen. Für die Pflege sind nur spezielle Lackleder-Pflegeprodukte geeignet. Diese können den Lack durchdringen und das darunterliegende Leder pflegen. Waschen ist bei Lackleder nicht möglich.

Info
Helles Lackleder ist besonders empfindlich und hat die Eigenschaft, Farbstoffe aufzunehmen. Diese dringen zumeist tief in das Material ein und sind dann nicht mehr wegzuwischen.

Wie entfernt man Flecke auf Leder?

Bei den verschiedenen Lederarten gibt es keine Garantie, dass jede Reinigung erfolgreich ist und dem Leder nicht schadet. Testen Sie daher immer an einer versteckten Stelle, ob eine Behandlung dem Leder nicht schadet. Bei besonders hartnäckigen Flecken auf Leder sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Kaugummi, Kerzenwachs, Kleber: Sprühen Sie Eis- oder Kältespray darauf und lösen Sie den erstarrten Fleck vorsichtig mit einem Messerrücken.
  • Flüssigkeit: Saugen Sie diese immer umgehend mit Küchenpapier auf. Falls Ihnen Flüssigkeit auf saugfähiges Leder tropft, drücken Sie sofort ein Papiertaschentuch auf den Fleck. Damit verhindern Sie, dass die Flüssigkeit ins Leder eindringt.
  • Wasserfleck: Sind nach dem Trocknen weiße Ränder sichtbar oder hat sich die Farbe verändert, sprühen Sie die gesamte Fläche mit Wasser ein und lassen Sie alles trocknen.
  • Kaffee, Saft oder Tee: Tupfen Sie solche Flecken mit einem weißen Tuch auf, das Sie zuvor mit Essig angefeuchtet haben. Bei Glattleder dürfen Sie mit dem Tuch reiben, bei Rauleder nur tupfen.
  • Fettfleck: Streuen Sie Backpulver darauf. Lassen Sie es eine Stunde einwirken. Danach geben Sie einige Tropfen Wasser darauf. Warten Sie, bis das Pulver wieder trocken ist, bevor sie es vorsichtig abbürsten.

Am Ende noch einmal das Wichtigste kurz zusammengefasst:

Glatt- und Lackleder können Sie immer durch Abwaschen und Abspülen reinigen. Rauleder verträgt diese Behandlung nicht. Bis auf Lackleder können Sie jedes Leder mit Lederwaschmittel waschen. Nasses Leder ist empfindlich und muss schonend ohne Wärmezufuhr trocknen. Das getrocknete Leder wird durch Bewegung weich. Verwenden Sie für jede Lederart ein spezielles Pflegemittel. Wenn Sie das alles beachten, wird das Leder lange schön und geschmeidig bleiben.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Leder-Info.de – Das Lederlexikon
  • Lederpflege.de
  • Collonil.de: "Alles Wildleder? – Schuhe aus Nubuk und Velours reinigen"
  • TwoForFashion: "Leder pflegen"
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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