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Kakerlaken bekämpfen: Tipps gegen Schaben in Haus, Wohnung oder dem Urlaubsdomizil

Überträger von Krankheiten  

Kakerlaken vorbeugen, erkennen und bekämpfen

22.07.2018, 13:14 Uhr | t-online.de, lk

Kakerlaken bekämpfen: Tipps gegen Schaben in Haus, Wohnung oder dem Urlaubsdomizil. Tote Schabe auf dem Fußboden. (Quelle: Getty Images/anankkm)

Schaben: Die Insekten können ein Risiko für die Gesundheit darstellen. Ihre Bekämpfung aber auch. (Quelle: anankkm/Getty Images)

Schaben, oft auch Kakerlaken genannt, vermehren sich rasant und können Krankheiten übertragen. Umso wichtiger ist es, möglichst rasch gegen Kakerlaken im Urlaubsdomizil oder zu Hause vorzugehen. Wir erklären, woran Sie einen Schaben-Befall frühzeitig erkennen, wie das Ungeziefer ins Haus kommt und wie Sie Kakerlaken bekämpfen können. Zertreten sollte man eine entdeckte Schabe keinesfalls.

"Ein Schabenbefall stellt ein Gesundheitsrisiko dar", warnt das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN). Die Schädlinge können demnach Salmonellen und Schimmelsporen übertragen sowie Lebensmittel durch Anfraß oder Ausscheidungen ungenießbar machen. "Neben Infektionsrisiken wie Magen-Darm-Erkrankungen können die Ausscheidungen der Schaben auch Allergien auslösen", so die PAN-Experten. Laut Dr. Martin Felke vom Institut für Schädlingskunde seien auch Übertragungen von Tuberkulose, Ruhr, Typhus, Cholera, Kinderlähmung und Hepatitis B durch verschiedene Schabenarten dokumentiert.

Kakerlaken verstecken sich tagsüber

Der Befall von Kakerlaken passiert nicht wegen fehlender Hygiene oder Sauberkeit. Die Schädlinge werden hingegen , meist über Nahrungsmittelverpackungen, gebrauchte Küchengeräte oder mit dem Urlaubsgepäck eingeschleppt. Außerdem wandern sie von angrenzenden Bereichen, oft von Lebensmittel verarbeitenden Betrieben in der Nachbarschaft, in Haus und Wohnung ein, wissen die Experten vom PAN.

Einmal im Haus vermehren sich die Schaben rasant, weshalb es wichtig ist, einen Befall möglichst früh zu erkennen und entschlossen gegen das Ungeziefer vorzugehen. Allerdings verstecken sich Kakerlaken tagsüber in nicht einsehbaren Schlupfwinkeln. In der Regel findet die erste Begegnung zwischen Mensch und Schabe deshalb nachts statt. Bekommt man tagsüber eine Kakerlake zu Gesicht, ist bereits von einem sehr starken Befall auszugehen, dem nur noch ein professioneller Schädlingsbekämpfer Herr werden kann.

Kakerlaken-Befall erkennen

Es gibt mehrere Anzeichen, die auf einen Schaben-Befall hindeuten: In ihren Entwicklungsstadien häuten sich die Insekten mehrfach. Die alte Haut bleibt als durchscheinende Hülle meist in der Nähe der Nester liegen. Auch ihre Eipäckchen legen Kakerlaken meist in der Nähe ihres Unterschlupfs ab. Darüber hinaus können ihre Ausscheidungen einen Befall anzeigen. Experten zufolge sehen sie aus wie Krümel von Kaffeepulver und sind etwa einen Millimeter lang. An Wänden oder anderen vertikalen Flächen verlaufen die Kotpünktchen häufig in einer länglichen Spur.

Kakerlaken leben meist in größeren Populationen zusammen und kommunizieren und orientieren sich über chemische Duftstoffe, die für den Menschen bisweilen als penetranter, süßlicher Geruch wahrnehmbar sind und einen Befall anzeigen können. Fraßschäden an Lebensmitteln und Verpackungen deuten ebenfalls darauf hin, dass sich Schaben in der Wohnung breit gemacht haben, wie aufgefundene lebende oder tote Exemplare.

Kakerlaken keinesfalls zertreten

Auch wenn man sich beim ersten Anblick meist sehr erschreckt, sollte man dem Impuls widerstehen, die Schabe zu zertreten. "Die Eier können mit der Schuhsohle verschleppt werden", warnt das PAN. Der Befall könnte sich also auf bislang noch nicht betroffene Bereiche ausweiten. Ist man nicht ganz sicher, ob wirklich Kakerlaken im Haus sind, könne man handelsübliche Klebefallen mit Lockstoffen aufstellen, um einen Befall nachzuweisen.

Auf den Einsatz von Gift verzichten

Im Handel gibt es zahlreiche Mittel zur Kakerlakenbekämpfung, darunter Köderdosen und Pulver, Borax und Naturprodukte mit Abamectin. Doch helfen diese Köder auch? Grundsätzlich gilt in Sachen Kakerlakenbekämpfung: "Selbst wenn in Eigenregie solche Maßnahmen durchgeführt werden, sollte auf eine vorherige professionelle Beratung nicht verzichtet werden", so das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) in einem Infoblatt über Schaben auf seiner Internetseite.

Lassen Sie von chemischen Insektenvernichtungsmitteln bei Schädlingsbefall am besten die Finger, denn diese bergen erhebliche Gesundheitsrisiken und belasten die Umwelt – "besonders für empfindliche Personengruppen wie Babys, Schwangere oder Kranke" sei es eine starke Belastung, so das PAN weiter. Ein Übergreifen auf Lebensmittel und Atemluft ist ebenso möglich wie eine Kontaminierung der Umwelt durch die belasteten Abfälle und Wasser, wenn diese in Böden und Gewässer gelangen.

Der richtige Köder: Beratung und Durchführung vom Fachmann

Auch Köder ohne chemisch-synthetische Substanzen sollten jedoch am besten immer von einem Profi ausgelegt werden. Denn selbst bei Produkten ohne Gift kann es bei Berührung zu Hautreizungen und anderen Nebenwirkungen kommen – Kinder und Haustiere sind hier besonders gefährdet. Lassen Sie sich daher am besten im Vorfeld ausführlich beraten und auch die Bekämpfung selbst von einem Experten durchführen. Dieser kennt alle Sicherheitsmaßnahmen und weiß, welche Mittel im individuellen Fall am besten eingesetzt werden – ob biologisch bei nur leichtem Befall oder synthetisch in akuten Fällen. 

Umgang mit Schädlingen im Urlaub

Auch wenn in Hotelzimmern oder Ferienwohnungen Spraydosen mit Insektenvernichtungsmitteln zur Verfügung gestellt werden, sollten Sie diese wegen der potentiellen Gefahren auch für den Menschen nicht verwenden. Sie sollten besser darum bitten, in ein anderes Apartment zu wechseln. Denn auf die Art der Schädlingsbekämpfung durch die Betreiber von Hotels und Ferienanlagen haben Sie wenig Einfluss. Wenn jedoch chemische Mittel während Ihrer Abwesenheit im Zimmer versprüht werden, sind Teile davon möglicherweise auch später noch in der Luft gelöst oder haben sich auf Flächen und Böden abgesetzt.

Wenn nichts hilft, muss ein professioneller Schädlingsbekämpfer ran

Für zu Hause gilt: Die genaue Art der gefangenen Tiere sollte von einem fachkundigen Schädlingsbekämpfer bestimmt werden. "Unterschiedliche Schabenarten brauchen unterschiedliche Bekämpfungsstrategien", erläutert das PAN. Von der Bekämpfung des Ungeziefers auf eigene Faust raten die Experten ab: "Der Ursprungsherd des Befalls befindet sich oft außerhalb der eigenen Wohnung – zum Beispiel im angrenzenden Gastronomiebetrieb, so dass die Beschränkung der Behandlung auf die Wohnung nicht Erfolg versprechend ist." Deshalb sollte man auch umgehend Vermieter oder Hausverwaltung informieren und im Urlaub den Betreiber der Unterkunft, wenn man eine Kakerlake entdeckt. Dann muss möglichst rasch ein Schädlingsbekämpfer gerufen werden.

Die Schädlinge werden vom Profi gezielt bekämpft

Der Profi werde zunächst den Befallsherd lokalisieren und untersuchen, wie ausgeprägt der Befall schon ist, um darauf die notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen abzustimmen. "In der Regel ist eine großflächige Anwendung von Insektenvernichtungsmitteln überflüssig", so das PAN. Statt dessen würden Köderdosen und spezielle Gele gezielt in der Nähe oder direkt an den Schlupfwinkeln der Schaben angebracht. Insbesondere von chemischen Bekämpfungsmitteln sollten ungeschulte Personen die Finger lassen. "Neben Gesundheitsrisiken kann der falsche Einsatz solcher Mittel zu Resistenzen bei den Schaben führen oder sie werden in noch unbelastete Räume vertrieben", warnt das PAN.

Nach der Bekämpfung sollte eine Erfolgskontrolle stattfinden. Je nach Art schlüpfen die Nymphen aus den Eiern erst nach ein oder zwei Monaten. Danach kann man sich durch das erneute Auslegen von Klebefallen vergewissern, dass wirklich keine Schaben mehr in der Wohnung sind. Anderenfalls würde es nicht lange dauern, bis sich die verbliebenden Tiere wieder vermehrt hätten und sich erneut ein problematischer Befall einstellen würde. Die häufigsten in deutschen Wohnungen vorkommenden Schaben-Arten zeigen wir in der Foto-Show.

Einem Befall durch Kakerlaken und Schaben vorbeugen

Weil die Schädlinge oft von einem benachbarten Befallsherd aus einwandern, kann man durch kleinere bauliche Maßnahmen verhindern, dass sie in die eigene Wohnung gelangen. Kakerlaken dringen vor allem durch Türspalten oder Ritzen an Verserklären die Schädlings-Experten von Rentokil. Als vorbeugende Maßnahmen sollten all solche Zugänge dicht verschlossen und isoliert sein. "Besonders die Nymphen der Schaben sind sehr beweglich und können sich durch kleinste Spalten von nur 0,5 Millimetern zwängen", berichtet das PAN.

Alle Fugen und Ritzen von Mauerwerk, Wänden und Abschlussleisten sollten ebenfalls verschlossen werden, um den Schaben keine Versteckmöglichkeiten zu bieten. Weil die Tiere feucht-warmes Klima lieben, beugt regelmäßiges Stoßlüften einer Besiedlung des Wohnraums vor. "Vermeiden Sie zudem Staunässe wie zum Beispiel durch tropfende Wasserhähne", rät das PAN. Auch in Eimern, Waschbecken oder Gießkannen sollte möglichst kein Wasser über Nacht stehen.

Keine Kakerlaken ins Haus einschleppen

Auch gebraucht gekaufte Elektroartikel wie Waschmaschinen oder Kühlschränke sollten genau auf Befall untersucht werden, damit man nicht selbst versehentlich Kakerlaken in die Wohnung einschleppt. "Schaben verstecken sich sehr gerne an warmen Plätzen", so das PAN. "Sogar im Elektroteil von Kaffeemaschinen können sie vorkommen."

Beim Einkauf solle man darauf verzichten, seine Waren in gebrauchten Verpackungen wie Bananenkartons nach Hause zu transportieren. "Solche Verpackungen, zumal aus südlichen Ländern, bieten gute Verstecke und Eiablageplätze für Schaben." Auch im Urlaubsgepäck brächten Reisende Schaben immer wieder mit nach Hause. Koffer und Taschen sollten deshalb sorgfältig nach "blinden Passagieren" abgesucht werden.

So wird die Wohnung nicht zum Lebensraum für Kakerlaken

Außerdem sollte man dem Ungeziefer in der eigenen Wohnung keine Lebensgrundlage bieten. Dreckiges Geschirr bleibt besser nicht über Nacht in der Spüle stehen. Organische Abfälle bringt man am besten täglich aus der Wohnung. Lebensmittelrückstände sollten sofort aufgewischt werden. Das gilt für Arbeitsflächen ebenso wie für schwer erreichbare Ecken neben, hinter oder unter wärmeerzeugenden Elektrogeräten wie Backofen oder Kühlschrank. Vorräte sollten geschlossen und möglichst in Glas-, Kunststoff-, Keramik- oder Porzellangefäßen verstaut werden. "Vorräte in Tüten aus Papier, Pappe oder Zellophan bieten den kauenden Mundwerkzeugen der Schaben keinen ausreichenden Widerstand", so das PAN.

Auch Tierfutter sollte nicht den ganzen Tag über offen in der Wohnung stehen: "Deswegen ist es sinnvoll, die Haustiere an feste Fütterungszeiten zu gewöhnen", raten die Experten. Hinterher sollten die Näpfe unverzüglich gereinigt, Katzen- oder Hundeklos gegebenenfalls über Nacht weggeräumt werden. Wer alle vorbeugenden Maßnahmen ergreift und darauf achtet, keine Schaben in die Wohnung einzuschleppen, der hat gute Chancen, dauerhaft von den unangenehmen Mitbewohnern verschont zu bleiben.

Sind Kakerlake und Schabe Synonyme?
Quelle: Gesellschaft für Deutsche Sprache e. V. (GfdS)

Gibt es einen Unterschied zwischen einer Kakerlake und einer Schabe oder sind das bloß synonyme Bezeichnungen für das gleiche Tier?

In der Tat scheinen viele Personen die Ausdrücke Kakerlake und Schabe quasi als Synonym füreinander zu verwenden. Doch bei einem – gewiss nur mentalen und nicht physischen – genaueren Blick auf diese Tiere werden ein paar Unterschiede in der Sprach- und Tierwelt deutlich.

Zunächst zur Schabe: Biologisch betrachtet handelt es sich bei den Schaben um eine Gruppe der Insekten mit 3500 bekannten Arten und 28 Familien. Die Schaben sind eine der ältesten Ordnungen der Insekten und im Laufe der Zeit vom tropischen Urwald, dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, bis zu menschlichen Behausungen (Hausfauna) vorgedrungen (vgl. http://www. spektrum.de/)

Schabe kommt von Schwabe:

Bei der Suche nach der etymologischen Herkunft der Bezeichnung Schabe wird deutlich, dass handfeste Nachbarschaftsstreitigkeiten auch vor Jahren bereits allgegenwärtig waren. Denn unseren Recherchen zufolge war es eine alte Gepflogenheit, bisher unbekannte Ungezieferarten nach den "lieben" Nachbarn zu benennen. Den Begriff Schabe haben wir den Bayern zu verdanken, denn sie haben die heutige Bezeichnung von dem Ausdruck s’ciavo (›Slave‹, Bezeichnung für die Schabe) aus der venezianischen Mundart entlehnt. S’ciavo modifizierten die Bayern in Anlehnung an die (sprach-)geographischen Nachbarn zu Schwabe um, woraus wiederum der heutige Ausdruck Schabe entstanden ist (vgl. Lüdtke, Helmut: "Zur Etymologie von Schabe – ›blatta orientalis, blatta germanica, periplaneta‹", in: Betz, Werner (Hg.): "Zeitschrift für Deutsche Wortforschung" (17), Berlin 1961, S. 187–188).

Der Begriff Kakerlake ist spanischen Ursrpungs:

Die Kakerlake, auch Küchenschabe genannt, ist die am weitesten verbreitete Schaben-Art. Bei den Kakerlaken handelt es sich demnach um eine Untergruppe der Schaben, was bedeutet, dass jede Kakerlake auch eine Schabe ist, doch nicht jede Schabe ist synchron auch eine Kakerlake (vgl. www.biologie- schule.de/). Die Wortherkunft des Ausdrucks Kakerlake hat hingegen eine wesentlich unspektakulärere Vergangenheit als die der Schabe. Die heutige Bezeichnung Kakerlake ist vermutlich von dem gleichbedeutenden niederländischen Wort kakkerlak entlehnt. Dieser Ausdruck wiederum geht auf den spanischen Begriff cuca (›Wurm‹, ›Raupe‹) zurück (vgl. "Duden. Das große Fremdwörterbuch", 4. Aufl. Mannheim 2007).

Zwischen Schabe und Kakerlake besteht also durchaus ein sprachlicher und biologischer Unterschied. Die Unkenntnis darüber führt in der Umgangssprache jedoch häufig zu der kongruenten Verwendung der Begriffe, die jedoch nur teilweise korrekt ist.                                                                                                                         

Verwendete Quellen:

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