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Broken-Escalator-Phänomen: Was kaputte Rolltreppen auslösen

Merkwürdiges Phänomen  

Rolltreppe fährt nicht: Darum wird Ihnen schwindelig

11.05.2020, 07:14 Uhr | t-online.de, sms, jeb

Darum ist es komisch, eine stehende Rolltreppe zu betreten

Dieses merkwürdige Gefühl kennt jeder: Betreten wir eine Rolltreppe, die sich wider Erwarten nicht bewegt, kommen wir kurz ins Schwanken, oder stolpern. Das schwer zu beschreibende Gefühl hat sogar einen Namen: "Broken-Escalator-Phänomen". (Quelle: Bitprojects)

Bekanntes Phänomen: Darum ist es komisch, eine stehende Rolltreppe zu betreten. (Quelle: Bitprojects)


Jeden Morgen benutzen Sie die Rolltreppe an der U-Bahn – doch plötzlich ist sie kaputt. Die meisten nutzen jetzt die normale Treppe, denn die Rolltreppe sorgt für Unsicherheit. Warum ist das so?

Wenn Menschen eine stehen gebliebene Rolltreppe betreten, breitet sich bei den meisten Irritation aus, denn sie geraten aus dem Tritt, stolpern oder fühlen sich zumindest unsicher. Dieses Phänomen bezeichnet man als Broken-Escalator-Phänomen (deutsch: Phänomen der kaputten Rolltreppe) oder Walker-Effekt.

Die Erklärung zu diesem Phänomen liefert das anschauliche Video oben diesem Text.

Broken-Escalator-Phänomen: Schuld ist das Gehirn 

Verantwortlich dafür ist das menschliche Gehirn. Genauer gesagt das Zusammenspiel von deklarativem und prozeduralem Langzeitgedächtnis. Im deklarativen Langzeitgedächtnis, dem Wissensgedächtnis, werden Tatsachen und Ereignisse gespeichert, die wir bewusst wiedergeben können. Das prozedurale Gedächtnis, das Verhaltensgedächtnis, hingegen speichert Handlungsabläufe wie das Fahrradfahren, Schwimmen oder auch das Tippen auf einer Tastatur. 

Das Langzeitgedächtnis kommt durcheinander

Auf einer funktionierenden Rolltreppe ist also im Wissensgedächtnis abgespeichert, dass wir von einer Maschine bewegt werden. Das Handlungsgedächtnis hat zusätzlich gespeichert, dass sich die Muskeln anspannen müssen, um das Gleichgewicht auf der fahrenden Rolltreppe zu halten.  

Bei einer stehenden Rolltreppe bewegt sich hingegen das, was sich sonst bewegt, nicht. Im Gehirn kommt es daher zu einem Widerspruch und das Gehirn muss diese gespeicherten Vorgaben ändern.

Hinzu kommt noch, dass sich am Anfang und am Ende einer Rolltreppe die Stufenhöhe verändert, was eine enorme Anpassungsleistung erfordert. Das irritiert vor allem dann, wenn Sie die Rolltreppe nach unten gehen und die Stufen immer niedriger werden. So treten Sie in eine Art Leere.

Verwendete Quellen:

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