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Putenfleisch: Umwelthilfe entdeckt antibiotikaresistente Keime

Resistent gegen Antibiotika  

Gefährliche Keime auf Discounter-Geflügelfleisch

24.08.2021, 14:18 Uhr | dpa

Putenfleisch: Umwelthilfe entdeckt antibiotikaresistente Keime. Geflügelfleisch (Symbolfoto): Durch den Einsatz von Medikamenten bei der Tierhaltung kann es zu antibiotikaresistenten Keimen kommen. (Quelle: imago images/bonn-sequenz)

Geflügelfleisch (Symbolfoto): Durch den Einsatz von Medikamenten bei der Tierhaltung kann es zu antibiotikaresistenten Keimen kommen. (Quelle: bonn-sequenz/imago images)

Immer noch werden bei der Nutztierhaltung viele Medikamente eingesetzt, um die Tiere gesund zu halten. Jetzt hat die Deutsche Umwelthilfe antibiotikaresistente Keime im Fleisch vieler Tiere entdeckt.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat bei Testkäufen in zwei deutschen Discount-Ketten in mehr als einem Viertel der getesteten Putenfleisch-Portionen antibiotikaresistente Keime entdeckt. In einer ganzen Reihe von Proben seien sogar Keime gefunden worden, die gegen Reserve-Antibiotika resistent waren, sagte die DUH-Agrarexpertin Reinhild Benning. Reserve-Antibiotika sollen eigentlich bei der Behandlung von Menschen als letztes Hilfsmittel im Kampf gegen Infektionen dienen, die durch multiresistente Bakterien ausgelöst werden.

Kritik an Verwendung von Medikamenten für Tiere

Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Montgomery, kritisierte bei der Präsentation der DUH-Untersuchung die breite Verwendung dieser Medikamente in der Nutztierhaltung und forderte schärfere Vorschriften der EU. "Wir brauchen die Beschränkung der Reserve-Antibiotika auf die Heilung bei Menschen." Stattdessen würden die Medikamente eingesetzt, um Mängel in der Tierhaltung auszugleichen.

Die DUH-Stichprobe ist nicht die ersten Untersuchung, die das Problem antibiotikaresistenter Keime in der Tierhaltung sichtbar macht. Auch andere Untersuchungen waren in der Vergangenheit bereits zu ähnlichen oder sogar schlechteren Ergebnissen gekommen.

Medikamenteneinsatz bei Nutztieren ist rückläufig

Nach einem aktuellen Bericht mehrerer europäischer Gesundheits- und Lebensmittelbehörden ist der umstrittene Medikamenteneinsatz in der Nutztierhaltung allerdings tendenziell rückläufig.

"Der Einsatz von Antibiotika ist zurückgegangen und bei zur Lebensmittelerzeugung genutzten Tieren erstmals geringer als beim Menschen", teilte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) Ende Juni mit.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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