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Seelenverwandte aus Pl├╝sch

Simone Bla├č

Aktualisiert am 20.01.2014Lesedauer: 6 Min.
Das Kuscheltier ist ein Begleiter in Freud und Leid.
Das Kuscheltier ist ein Begleiter in Freud und Leid. (Quelle: /imago-images-bilder)
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Fast jedes Kind hat ein Kuscheltier mit Sonderstatus. Es darf jeden Abend mit ins Bett, muss unbedingt mit auf Reisen und zum Arzt. Es kann Helfer und Tr├Âster sein und gerade Kinder, die starke Einschnitte und Krisen erleben m├╝ssen, bekommen von ihrem Kuscheltier Hilfe und Halt. Doch eine ausgepr├Ągte Liebe zu Teddy und Co. h├Ąngt nicht automatisch mit einem pers├Ânlichen Defizit zusammen, da ist sich Mechthild Seithe, Professorin f├╝r Sozialp├Ądagogik, sicher.

Seithe hat ein Forschungsprojekt in die Welt gerufen, das au├čergew├Âhnlich ist. Sie und ihre Studenten besch├Ąftigten sich mit Kuscheltieren, deren Funktion in der Kindheit und dem Beziehungsgef├╝ge Kind-Kuscheltier-Eltern. "In meinen Untersuchungen zeigten sich keinerlei Unterschiede bei Kindern aus so genannten vollst├Ąndigen Familien und Familien mit nur einem Elternteil, bei Kindern mit Geschwistern oder Einzelkindern, bei Kindern mit berufst├Ątigen M├╝ttern oder solchen, die zu Hause sind." F├╝r alle ist das Kuscheltier ein Begleiter in Freud und Leid. "Die Kuschels sind f├╝r die Kinder mehr als ein normales Spielzeug: Sie sind Personen mit Namen und Charakter, sie sind Wesen, die f├╝hlen und denken k├Ânnen. Sie sind einerseits Identifikationsobjekte und andererseits Partner. Wo sie sind, ist das Kind sicher und f├╝hlt sich zu Hause."

Kuscheltiere sind die erste selbstgew├Ąhlte Beziehung

Viele Eltern, das zeigen erste Forschungsergebnisse, empfinden die Kuscheltierbeziehung als hilfreich f├╝r die Entwicklung. Schlie├člich f├Ârdert der Umgang mit ihm die Fantasie und auch das Einf├╝hlungsverm├Âgen in andere. Soziales Verhalten wird genauso trainiert wie die F├Ąhigkeit, sich trotz einer ├ťberf├╝lle im Angebot f├╝r eine konkrete Beziehung zu entscheiden. "Bei einer kleinen Gruppe ist die Beziehung zu ihrem Lieblingskuscheltier sogar lebenswichtig: Es ist die ganz gro├če Liebe und man hat den Eindruck, dass hier wirklich heftige Gef├╝hle im Spiel sind", erkl├Ąrt die Professorin. Kein Wunder also, dass Kuscheltiere h├Ąufig in den Tagesablauf einer Familie mit einbezogen werden. Und, einmal erw├Ąhlt, manchmal f├╝r Monate, manchmal aber auch ein Leben lang, einen Sonderstatus erhalten und diesen immer noch innehaben, wenn sie bereits total abgegriffen und vielleicht auch kaputt sind. "Kuscheltiere sind meist die erste selbst gew├Ąhlte und selbst behauptete Beziehung in der Biographie von Kindern. Sie sind oft richtige Pers├Ânlichkeiten mit Vorlieben und Eigenschaften. Ihre Individualit├Ąt ist dem Kind wichtig", so Mechthild Seithe. "Es sind Freunde. Und Freunde schickt man eben nicht weg. Zu ihnen h├Ąlt man, auch wenn es ihnen schlecht geht."

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Eine Runde Wasserkarussell ist manchmal notwendig

Die meisten Lieblingskuscheltiere erwecken bei genauerem Betrachten sofort den Wunsch nach Wasser und Waschmittel. Und dar├╝ber nachdenken, was sich alles im Fell eines Wesens befindet, das von A nach Z geschleppt wird, sollte man ebenfalls besser nicht. Aber Kuscheltiere haben auch einen wichtigen Eigengeruch, etwas, das das Kind als heimelig empfindet und das ihm Trost spendet. Doch selbst wenn man auf zu h├Ąufiges Waschen z├Ąhneknirschend verzichtet, bisweilen ist es doch notwendig. M├Âglichst bei 60 Grad, damit Keime und Bakterien keine Chance haben. Man sollte dabei aber behutsam vorgehen. "Das Waschen des Kuscheltieres liegt ausschlie├člich im Interesse der Eltern und wird von Kindern nur mit Vorbehalt toleriert. Sie sitzen besorgt vor den Waschmaschinen und verfolgen dort den Leidensweg ihrer Lieblinge. Und wenn der Teddy dann an den Ohren an der W├Ąscheleine aufgeh├Ąngt wird, gibt es heftigen Protest." Die Professorin r├Ąt in einem solchen Fall dazu, das Kind in die Waschpl├Ąne mit einzubeziehen und mit ihm zusammen einen m├Âglichst schonenden Weg f├╝r diesen schwierigen Prozess zu finden. Und manches Kuscheltier f├Ąhrt sogar ganz gern mal Wasserkarussell.

Den Status eines Lebewesens

Ein Kuscheltier einfach auszutauschen oder sogar wegzuwerfen ist f├╝r das Kind ein gro├čer Vertrauensbruch, unter dem es seelisch ziemlich zu leiden hat. Schlie├člich wird ihm so ein Freund, auf den immer Verlass war und der alle Gef├╝hle geduldig mit einem geteilt hat, entrissen. "Auch wenn Kinder ├Ąlter sind und nat├╝rlich theoretisch wissen, dass ein Kuscheltier nichts ist als ein St├╝ck Fell mit F├╝llung, auch dann haben sie Hemmungen mit ihm wie mit einer ausgedienten Sache umzugehen. Schlie├člich ist das Kuscheltier f├╝r ein Kind wie ein Lebewesen." Doch die meisten Eltern respektieren das besondere Verh├Ąltnis zwischen Kind und Kuscheltier. "Und sie finden sich eher in der Situation wieder, ein verloren gegangenes oder verlegtes Kuscheltier stundenlang zu suchen, heimlich Ersatzexemplare bereit zu halten und weite Wege zur├╝ckzulegen, weil das Kuscheltier im Kindergarten oder bei der Oma versehentlich zur├╝ckgelassen wurde." Manchmal haben auch die Eltern selbst noch ein eigenes Exemplar aus ihrer Kindheit, das in solchen F├Ąllen vor├╝bergehend "einspringen" kann, um Tr├Ąnen zu vermeiden.

Beim Kauf auf Qualit├Ąt achten

Kuscheltiere sind ein beliebtes Mitbringsel und Geschenk. Beim Kauf sollte man aber unbedingt darauf achten, dass es gut verarbeitet ist und m├Âglichst aus einem ├Âkologisch unbedenklichen Material gefertigt wurde. Schlecht verarbeitete N├Ąhte oder leicht zu l├Âsende Kleinteile wie Augen oder Barthaare stellen n├Ąmlich eine ziemliche Gefahrenquelle f├╝r das Kind dar. Doch leider sind es nicht immer der handgen├Ąhte Teddy oder die mit geruchfreiem ├ľkomaterial gef├╝llte Katze, die erw├Ąhlt werden, sondern manchmal auch ein quietschgelbes Etwas vom Jahrmarkt oder ein in unseren Augen h├Ąssliches Entlein, das das Kind beim Kindertr├Âdel erstanden hat. "In meinen Untersuchungen wurde immer wieder deutlich, dass Kinder ihre Lieblingskuscheltiere nicht nach Sch├Ânheit, Preis oder Marke aussuchen. Selbst noch bei Grundschulkindern zeigte sich, dass das Kuscheltier f├╝r ein Kind kein Prestigeobjekt ist, mit dem es angeben kann. Das einzige Kriterium, das immer wieder genannt wird, wenn gefragt wird, warum gerade dieses Kuscheltier der Liebling ist: Es ist weich und anschmiegsam." Und manchmal ist es eben Liebe auf den ersten Blick, da spielt der Rest keine gro├če Rolle mehr. "Die Beziehung zum Kuscheltier scheint weitgehend frei von den Merkmalen unseres antrainierten Konsumverhaltens. Es ist eine echte Beziehung. Vielleicht ist sie deshalb gerade heute so wichtig und vielleicht liegt genau darin auch ihr Reiz."

Kuscheltiere f├╝r Jungs gesellschaftlich akzeptiert

Die Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Kuscheltiere f├╝r Jungs genauso wichtig sind wie f├╝r M├Ądchen und sie sich auch nicht scheuen, das zuzugeben. "Dem Kuscheltier gegen├╝ber F├╝rsorge und Z├Ąrtlichkeit zu zeigen, scheint auch gesellschaftlich f├╝r Jungen erlaubt und respektiert zu sein. Selbst Grundschulkinder hatten keine Hemmungen, sich zu ihren Kuscheltieren zu bekennen und ihre Beziehungen und Gef├╝hle zu ihnen zu outen - auch ihren Klassenkameraden gegen├╝ber nicht. Das hat uns selber ├╝berrascht." Ganz anders ist es mit Puppen. Die sind f├╝r die meisten Jungs auch heute noch ein Tabu. Die Professorin, die selbst drei inzwischen erwachsene Kinder hat und auf deren Dachboden sich nach eigener Aussage mehrere S├Ącke mit Kuscheltieren stapeln, sieht im Umgang mit dem Pl├╝schfreund gerade f├╝r Jungs gro├če Chancen, zu lernen, f├╝rsorglich und z├Ąrtlich mit anderen Wesen umzugehen. "Hier werden die Voraussetzung f├╝r die neuen V├Ąter gelegt!"

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├ťbergangsobjekt im Abgrenzungsprozess

Psychologisch gesehen gibt es mehrere Erkl├Ąrungsans├Ątze, warum Kuscheltiere f├╝r Kinder so wichtig sind. Eine Erkl├Ąrung besteht darin, dass die Schmusetiere meist bereits ab dem S├Ąuglingsalter neben den Kindern liegen und durch den Dauerkontakt einen besonderen Status erhalten. Hierbei sollte man aber, nebenbei gesagt, darauf achten, dass das Kuscheltier nicht zu gro├č und volumin├Âs ist, damit eine Erstickungsgefahr ausgeschlossen werden kann. Ein weiterer Ansatz: Kinder gehen oft etwa im Alter von zwei Jahren ihre erste feste Kuscheltierbindung ein, also genau in einem Alter, in dem sie einen der gro├čen Abgrenzungs- und Abl├Âseprozesse von den Eltern durchmachen und zus├Ątzlichen Halt gut gebrauchen k├Ânnen. Das Kuscheltier hat dann die Funktion eines ├ťbergangsobjekts. Und ist dabei zus├Ątzlich ein dankbarer Partner f├╝r fiktive Rollenspiele.

Kuscheltier ist nie ein Ersatz f├╝r echte N├Ąhe

Kuscheln und Schmusen ist f├╝r Kinder und deren Entwicklung, Gesundheit und psychische Stabilit├Ąt ├Ąu├čerst wichtig. Aber nicht immer hat jemand daf├╝r Zeit. Da kann ein Kuscheltier vor├╝bergehend auch mal ein guter Ersatz sein. Allerdings wirklich nur vor├╝bergehend zum Beispiel als Einschlafhilfe, die W├Ąrme gibt und ├ängste nimmt. Das Schmusen mit den Eltern sollte aber dar├╝ber nicht vernachl├Ąssigt werden - das Kuscheltier ist, auch wenn es eine wichtige Bedeutung f├╝r das Kind hat, ein Ersatzobjekt, das m├Âglichst oft durch "echten" K├Ârperkontakt und N├Ąhe ersetzt werden sollte.

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