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Kinder nicht zu Kommunion oder Konfirmation zwingen

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Freiheit im Glauben  

Kinder nicht zu Kommunion oder Konfirmation zwingen

02.03.2016, 13:50 Uhr | Sophia Weimer, dpa-tmn

Kinder nicht zu Kommunion oder Konfirmation zwingen. Die erste Heilige Kommunion ist für viele Kinder ein wichtiges Ereignis. Eltern sollten sie aber nicht dazu zwingen - sondern sie mit den Themen Religion und Werte vertraut machen. (Quelle: imago/epd)

Die erste Heilige Kommunion ist für viele Kinder ein wichtiges Ereignis. Eltern sollten sie aber nicht dazu zwingen - sondern sie mit den Themen Religion und Werte vertraut machen. (Quelle: epd/imago)

Manche Kinder freuen sich sehr auf Erstkommunion oder Konfirmation - andere können damit gar nichts anfangen. Sollten sie überhaupt selbst entscheiden dürfen, ob sie an diesem Ritual teilnehmen möchten?

"Ich würde raten, erstmal darüber zu sprechen: Was sind die Gründe, wenn ein Kind nicht teilnehmen will?", sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Vielleicht liegt es nur am Zeitpunkt der Vorbereitung, weil diese mit einem Hobby kollidiert. Oder das Kind hat bislang einfach keinen Bezug zur Religion.

Wenn Kinder zur Erstkommunion gehen, sind sie etwa acht Jahre alt. "Was es bedeutet, einer Kirche oder Religion anzugehören, können sie dann meistens noch nicht abschätzen", sagt Große Perdekamp. Bei der Konfirmation sind sie etwa 14 und können das eher verstehen.

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Religion sollte schon vorher eine Rolle spielen

In beiden Fällen gilt: Möchten Eltern, dass ihr Kind an Vorbereitungen und Feier teilnimmt, dann sollten sie es vorher damit vertraut machen. "Wenn es in der Familie so gar keine religiöse Kultur gibt, wie Besuche des Gottesdienstes oder der Messe, ist es für Kinder schwierig, sich damit zu identifizieren."

Bei der Entscheidung für oder gegen die Erstkommunion oder Konfirmation tragen letztlich die Eltern die Verantwortung. Beim Konfirmationsunterricht kann man sich beispielsweise darauf einigen, dass das Kind es versucht - und immer noch aufhören kann, wenn es sich nicht damit identifiziert.

Eltern sollten den Wunsch des Kindes unterstützen

Manchmal ist es aber auch andersherum: Kinder möchten am Vorbereitungsunterricht teilnehmen, obwohl die Eltern mit Religion nichts am Hut haben. Das kann daran liegen, dass Freunde mitmachen, dass der Religionsunterricht in der Schule das Interesse geweckt hat oder dass das Kind sich einfach mit Religion beschäftigt. "In allen Fällen sollten Eltern das unterstützen", rät die Expertin. Wichtig sei, dass diese sich dann auch mit den Themen beschäftigen.

Egal wie die Kinder sich entscheiden: Die Erziehungsberaterin findet es wichtig und wertvoll, wenn die Kinder - nach Gesprächen mit den Eltern - eine mündige Entscheidung treffen. Das kann auch Anlass sein, über andere Religionen zu sprechen. "Da sollte man sich nicht abkapseln." Religion sei immer eine wichtige Sinn- und Wertefrage.

"Dass Kinder und Jugendliche Werte haben, das ist ganz wichtig." Wie sollen Menschen miteinander umgehen? Was passiert nach dem Tod? Bei solchen Fragen bräuchten Kinder Orientierung und Halt. Das sei eine gute Grundlage, sie später vor unangemessenem Verhalten zu schützen. Deshalb können Gespräche über die erste Heilige Kommunion und die Konfirmation ein Anlass sein, sich mit solchen Themen zu beschäftigen.

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