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Pfingstochse: Altes Brauchtum für Mensch und Tier

Festumzug  

Pfingstochse: Was hat es mit dem Brauch auf sich?

05.08.2014, 15:39 Uhr | lc (CF)

Pfingstochse: Altes Brauchtum für Mensch und Tier. Zum Almauftrieb festlich geschmückte Kuh.  (Quelle: imago images/K-P Wolf)

Zum Almauftrieb festlich geschmückte Kuh. (Quelle: K-P Wolf/imago images)

In vielen ländlichen Regionen war es früher Brauch, zu Pfingsten einen Ochsen feierlich zu schmücken. Dieser Pfingstochse führte dann einen Festumzug an. Dass Pfingstochsen jedoch durchaus auch menschlich sein können, beweisen weitere althergebrachte Traditionen.

Der Pfingstochse: Brauch und Tradition

In der Landwirtschaft war es viele Jahrhunderte lang üblich, dass das Vieh zu Pfingsten erstmals auf die Weide getrieben wurde. Die Bauern suchten dann den kräftigsten Ochsen aus und schmückten ihn festlich mit Bändern, Stroh und Blumen. So herausgeputzt führte der Pfingstochse entweder den Zug der Tiere auf die Weide an oder nahm an einer feierlichen Prozession durch den gesamten Ort teil. In vielen Regionen Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz hat sich der Brauch erhalten, einen Pfingstochsen zu schmücken.

Festessen zu Pfingsten

Lange Zeit war es dabei auch üblich, dass der Pfingstochse anschließend geschlachtet und am Spieß gebraten wurde. Dies geht möglicherweise auf traditionelle Opferhandlungen zurück, die vor allem im Mittelmeerraum verbreitet waren. Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, gibt es im norddeutschen Raum jedoch zu Pfingsten auch heute noch verschiedene Feste, bei denen das Grillen eines Ochsen im Mittelpunkt steht.

Junge Männer als "Pfingstochsen"

In Teilen Bayerns und Österreichs hat die Bezeichnung "Pfingstochse" auch noch eine ganz andere Bedeutung, die sich nicht auf das Vieh, sondern den Menschen bezieht: Als Pfingstochse gilt derjenige, der am Pfingstsonntag am längsten schläft. Zum Spaß wird der Langschläfer in manchen Regionen in eine Schubkarre gesetzt und durch den ganzen Ort gefahren.

Vor allem unter jungen Männern, die in der Landwirtschaft tätig waren, war diese Tradition lange verbreitet. Von dem Brauch, an Pfingsten einen Ochsen besonders zu schmücken, leitet sich auch die spöttische Bemerkung ab, jemand sei "geschmückt wie ein Pfingstochse" – also übertrieben fein angezogen und herausgeputzt.

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