Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Freizeit > Haustiere >

Marderhund: Das sollten Sie über den Allesfresser wissen

Pelzige Einwanderer  

Marderhund: Das sollten Sie über den Allesfresser wissen

27.04.2020, 16:12 Uhr | sah, t-online, dpa

Marderhund: Das sollten Sie über den Allesfresser wissen. Marderhund: Als Lebensraum bevorzugt das Tier ebene Feuchtgebiete und deckungsreiche Mischwälder. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Marderhund: Als Lebensraum bevorzugt das Tier ebene Feuchtgebiete und deckungsreiche Mischwälder. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Nachts wuseln sie heimlich durch die Wälder. Sie stammen aus Ostasien und sind Allesfresser: Marderhunde. Wir erklären, warum sie nur selten zu sehen sind und was sie mit dem Coronavirus zu tun haben.

Der Marderhund stammt aus Ostasien und hat sich seit den Sechzigerjahren in Deutschland ausgebreitet. Das seit 1928 systematisch als Pelztier im Westen der damaligen Sowjetunion angesiedelte Tier machte sich von dort auf den Weg Richtung Atlantik. 1962 wurde der erste Marderhund in der Bundesrepublik geschossen, nicht weit von Osnabrück. 

Marderhund: Die wichtigsten Merkmale

Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides) wird auch Enok oder Tanuki genannt und ist nicht nur nachtaktiv. Der Allesfresser wird bis zu zehn Kilogramm schwer. Obwohl der Marderhund in jedem Jahr einen Fellwechsel durchmacht, gleichen sich Winter- und Sommerfell. Meist ist das Tier auf dem Rücken schwarz oder braun und an den Flanken beige-grau.

Kopf und Rumpf des Marderhundes sind zwischen 50 und 68 Zentimeter lang, der Schwanz misst zusätzlich noch einmal rund 18 Zentimeter – die Körperhöhe beträgt etwa 20 bis 30 Zentimeter. Wegen seiner Gesichtsmaske mit der dunklen Augenbinde ähnelt er dem Waschbären, kann aber nicht klettern. Er gehört zur Familie der Hundeartigen.

Darum ist der Marderhund selten zu sehen

Marderhund: Die Tiere sind sehr scheu. (Quelle: imago images/blickwinkel)Marderhund: Die Tiere sind sehr scheu. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Obwohl der Marderhund mittlerweile in Deutschland heimisch ist, bekommt man ihn nur selten zu Gesicht. Das liegt daran, dass die Tiere sehr scheu sowie meist nachtaktiv sind und sich oft im Unterholz der Wälder verstecken. Sie übernehmen oft alte Dachs- oder Fuchsbaue. Zudem halten sie Winterruhe.

Sie knurren, winseln und miauen, denn Marderhunde sind Hundeartige, die nicht bellen können. Im Februar beginnt die Paarungszeit. Nach etwa neun Wochen kommen sechs bis acht Welpen zur Welt, manchmal sind es auch doppelt so viele. Die Allesfresser sind bescheiden und anpassungsfähig. Als Lebensraum bevorzugt das Tier ebene Feuchtgebiete und deckungsreiche Mischwälder.

Was fressen Marderhunde?

Marderhund: Er wird auch Enok genannt. (Quelle: imago images/Reiner Bernhardt)Marderhund: Er wird auch Enok genannt.

Seine gute Nase hilft dem Marderhund, Beute zu finden. So vertilgt der Allesfresser Beeren und Früchte, Amphibien und Fische, Nüsse und Mais, aber auch Aas sowie Vögel und Eier von Bodenbrütern. 

Hierzulande ist die Zahl seiner Feinde gering, nur Jäger, Autos und Parasiten können ihm gefährlich werden – manchmal schlägt auch ein Uhu zu. 

Marderhunde und das Coronavirus

Der Virologe Christian Drosten hat die Vermutung geäußert, dass das Coronavirus eventuell vom Marderhund oder einer Schleichkatze auf den Menschen übergesprungen sein könnte

"Marderhunde sind ein großer Markt in China", sagte der Experte der Berliner Charité im Interview mit dem britischen "Guardian". "Für ihre Felle werden sie auf Farmen gezüchtet oder wild gefangen." Wenn es darum ginge, den Ursprung des Zwischenwirts zu finden, "dann würde ich mit der Suche dort anfangen, wo Marderhunde gezüchtet werden".

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Leben > Familie > Freizeit > Haustiere

shopping-portal