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Karneval 2021: "Kölle alaaf" – was bedeutet der Narrenruf der Jecken?

Narrenruf mit Geschichte  

Welche Bedeutung steckt hinter "Kölle alaaf"?

12.02.2021, 12:17 Uhr | hs, sah, t-online

Karneval 2021: "Kölle alaaf" – was bedeutet der Narrenruf der Jecken?. Köln: Wegen Corona fällt der Straßenkarneval in Nordrhein-Westfalen aus. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Köln: Wegen Corona fällt der Straßenkarneval in Nordrhein-Westfalen aus. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Millionen Jecken schmettern den Narrenruf "Kölle alaaf" ausgelassen und voller Inbrunst in der Faschingszeit. Dabei hat der Ausspruch ursprünglich gar nichts mit Karneval zu tun.

In diesem Jahr läuft das närrische Treiben wegen Corona auf Sparflamme. Denn Straßenkarneval, Konzerte und Sitzungen wurden abgesagt. Doch üblicherweise erklingt "Alaaf!" bei jeder Prunksitzung und beim Straßenkarneval schallt es durch die Gassen von Köln, Leverkusen und Aachen. Aber woher kommt der Narrenruf eigentlich?

Was bedeutet Kölle alaaf?

Der Ruf "Kölle alaaf!" ist vorwiegend in der fünften Jahreszeit zu hören. Dabei hatte der Spruch ursprünglich gar nichts mit Karneval zu tun und lässt sich sprachgeschichtlich bis in das 16. Jahrhundert zurückführen.

Damals war "alaaf" ein Trinkspruch und Ausruf der Freude. Das zeigen Krüge aus der Zeit, die mit entsprechenden Inschriften versehen sind. Der in Köln geborene geheime Rat Metternich zur Gracht soll den Ausdruck im 17. Jahrhundert in einer Bittschrift an seinen Kurfürsten verwendet haben.

Heute verwenden Narren den Spruch "Kölle alaaf!" im Sinne von "Köln über alles". "Alaaf" ist aber nicht nur in Köln verbreitet, sondern auch in Bonn, Leverkusen, Aachen und umliegenden Kreisen.

"Kölle alaaf" im Kölner Liedgut

Der Narrenruf findet sich auch im Kölner Karnevalslied "Denn wenn et Trömmelche jeht" von der Mundartband "De Räuber".

De Räuber bei einem Auftritt: Die Musikgruppe hat ihren Ursprung im Kölner Karneval. (Quelle: imago images/Manngold)De Räuber bei einem Auftritt: Die Musikgruppe hat ihren Ursprung im Kölner Karneval. (Quelle: Manngold/imago images)

Das ist der bekannte Refrain:

Denn wenn et Trömmelche jeht
dann stonn mer all parat
un mer trecke durch die Stadt
un jeder hätt jesaat
Kölle alaaf, Kölle alaaf

Helau und andere Narrensprüche

Wer in anderen Karnevalshochburgen wie Düsseldorf oder Mainz feiern möchte, sollte kein "alaaf" auf den Lippen haben. Denn hier schmettern die Narren ihr "helau".

Woher der Begriff kommt, ist nicht bekannt. Es könnte sich um einen Hirtenruf vom Niederrhein gehandelt haben. "Helau" könnte auch eine Abwandlung des religiösen Ausrufs "Halleluja" sein.

Aber nicht nur "alaaf" und "helau" sind verbreitet. So vielfältig wie die Karnevalstraditionen sind, so mannigfaltig sind auch die Narrenrufe. In Berlin grüßen Karnevalisten beispielsweise mit "hei jo" und in der Pfalz und in einigen Gebieten in Norddeutschland schmettern sie "ahoi".

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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