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Wie können Familien die gemeinsame Zeit meistern?

Von dpa-tmn
Aktualisiert am 23.04.2020Lesedauer: 2 Min.
Kinderbetreuung: Helfen kann auch, sich vor Augen zu fĂŒhren, dass die Zeit dieser besonderen Lebenssituation begrenzt ist.
Kinderbetreuung: Helfen kann auch, sich vor Augen zu fĂŒhren, dass die Zeit dieser besonderen Lebenssituation begrenzt ist. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn-bilder)
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Kinderbetreuung und Homeoffice lassen sich kaum vereinen, denn Kinder brauchen BeschÀftigung. Die Belastung von Familien steigt mit dem Stress. Doch was können Sie tun, wenn Sie und ihre Kinder leiden?

Daheim bleiben, womöglich bis ein Impfstoff gegen das Coronavirus gefunden ist? Das wĂŒrde noch viele Monate einen Spagat zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung bedeuten. Einigen Eltern treibt der bloße Gedanke daran TrĂ€nen in die Augen – aus Verzweiflung und Überforderung. Wie kann man damit umgehen?

Björn Enno Hermans, Familientherapeut aus Essen, stellt klar: "Die psychische Belastung fĂŒr Eltern ist und bleibt enorm. Keiner darf von sich erwarten, Kinder und Homeoffice gut unter einen Hut zu bekommen. Das ist einfach kaum möglich." Kinder brĂ€uchten Ansprache und könnten sich gerade im Kindergartenalter höchstens phasenweise selbst beschĂ€ftigen.

Realistisch bleiben und kreativ werden

Hermans Tipp, um das Beste aus der Situation zu machen: den Alltag gut strukturieren und das Wochenende bewusst anders gestalten als den Rest der Woche. Das helfe auch den Kindern, besser klarzukommen.

Außerdem böten sich neben den BeschĂ€ftigungsideen, die Kitas herumschicken oder auf den Websites der TrĂ€ger zur VerfĂŒgung stellen, AktivitĂ€ten mit Bewegung im Freien an. "Die Kinder können sich durch den Gartenzaun mit den Nachbarskindern unterhalten oder mit dem Fahrrad fahren, wo genug Abstand ist", schlĂ€gt Hermans vor.

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Susanne Mierau ist Diplom-PĂ€dagogin in Berlin, bloggt ĂŒber Familienthemen und hat selbst drei Kinder. Sie rĂ€t, gegen den KrĂ€ftemangel zwar eine Tagesstruktur zu haben, aber auch bewusst loszulassen von frĂŒheren GlaubenssĂ€tzen wie "Unter der Woche darf mein Kind nicht fernsehen". Zeiten einzufĂŒhren, in denen die Kinder – natĂŒrlich je nach Alter – etwas gucken oder Konsole spielen dĂŒrfen, gibt Eltern die Zeit, in der sie selbst runterkommen können.

Auch Eltern können Hilfe annehmen

Helfen kann auch, sich vor Augen zu fĂŒhren, dass die Zeit dieser besonderen Lebenssituation begrenzt ist – auch wenn sie sich aktuell weiter zieht. "Man sollte auch das ehrlich den Kindern kommunizieren", rĂ€t Familientherapeut Hermans. Wenn sie fragen, wann sie wieder in die Kita dĂŒrften, könne man etwa sagen "Nicht sehr bald" oder "Ich weiß es nicht, aber ich hoffe noch vor dem Sommer".

Fakt ist fĂŒr Hermans: "Es wird eine Entlastung der Eltern in Form von Betreuung geben mĂŒssen, denn so geht es auf Dauer fĂŒr Familien nicht weiter." Familien, in denen sich die Lage so zugespitzt hat, dass hĂ€usliche Gewalt droht oder eine große Verzweiflung besteht, rĂ€t Hermans dringend dazu, sich an eine Beratungsstelle zu wenden.

Das bundesweite Elterntelefon des Kinderschutzbundes ist zum Beispiel unter der Nummer 0800/111 05 50 zu erreichen, montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr. Die "Nummer gegen Kummer" fĂŒr Kinder und Jugendliche lautet 116 111. "Niemand muss sich dafĂŒr schĂ€men, Hilfe anzunehmen, schon gar nicht in dieser Ausnahmesituation", stellt Hermans klar.

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  • Silke Ahrens
Von Silke Ahrens
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