• Home
  • Leben
  • Familie
  • Familienleben
  • Ostern
  • Kein Feiertag: Als die DDR den Ostermontag abschaffte


Nachrichten
Ratgeber-Artikel

FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Als die DDR den Ostermontag abschaffte

  • Ron Schlesinger
Von Ron Schlesinger

Aktualisiert am 05.04.2021Lesedauer: 2 Min.
Schoko-Osterhasen: Sie wurden im VEB Görlitzer SĂŒĂŸwarenfabrik "Bergland" Niederoderwitz produziert.
Schoko-Osterhasen: Sie wurden im VEB Görlitzer SĂŒĂŸwarenfabrik "Bergland" Niederoderwitz produziert. (Quelle: Ulrich HĂ€ssler/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextRegierung rĂ€t zu Notstrom-AggregatenSymbolbild fĂŒr einen TextMassenschlĂ€gerei auf "Karls Erdbeerhof"Symbolbild fĂŒr einen TextNeuer Corona-Ausbruch in WuhanSymbolbild fĂŒr einen TextHanni HĂŒsch verlĂ€sst die ARDLive: 3. Freies F1-Training Symbolbild fĂŒr einen TextSenioren in Wohnung brutal ĂŒberfallenSymbolbild fĂŒr einen TextIgelrettung fordert vier VerletzteSymbolbild fĂŒr einen TextSchauspieler Joe Turkel ist totSymbolbild fĂŒr einen TextAustralierin missbrauchte 14-JĂ€hrigenSymbolbild fĂŒr einen TextYouTube-Star stirbt mit 23 JahrenSymbolbild fĂŒr einen TextEinlass-Chaos bei Festival: "EnttĂ€uschend"Symbolbild fĂŒr einen Watson TeaserSerien-Star merzte peinliche Fehler ausSymbolbild fĂŒr einen TextErdbeersaison auf dem Hof - jetzt spielen

1967 war der Ostermontag in der DDR

Es war ein recht kĂŒhler, wolkiger Ostermontag, damals am 27. MĂ€rz 1967. Mancherorts tröpfelte es sogar ein wenig. Und das Thermometer kam ĂŒber die 14-Grad-Marke nicht hinaus. Einige DDR-BĂŒrger, die schon einen Fernseher besaßen, machten es sich deshalb zu Hause bequem und schauten – beim Klassenfeind – die "Rudi-Carrell-Show".

Ostermontag kein arbeitsfreier Feiertag

Was die meisten nicht ahnten: Dieser Ostermontag sollte zum vorerst letzten Mal ein gesetzlicher, also arbeitsfreier Feiertag in der DDR sein. Der Grund war aber weniger die Skepsis der SED-FĂŒhrung gegenĂŒber christlichen Festen wie Weihnachten, Pfingsten oder eben Ostern. Vielmehr wurden wenige Wochen spĂ€ter, auf dem VII. Parteitag, die Weichen fĂŒr einige wirtschaftspolitische Neuerungen gestellt.

Diese betrafen auch die Wochenarbeitstage der DDR-BĂŒrger. Bereits Ostern 1966 hatte die Ost-Berliner Regierung die Arbeitszeit von 48 auf 45 Wochenstunden gesenkt. Jeder zweite Sonnabend blieb fortan arbeitsfrei.

FĂŒnf-Tage-Woche statt fĂŒnf Feiertage

WĂ€hrend des SED-Parteitages zwischen dem 17. und 22. April 1967 in Berlin prĂ€sentierte Staats- und Parteichef Walter Ulbricht den nĂ€chsten Sozial-Coup: Neben der Erhöhung des Mindesturlaubs, der Mindestbruttolöhne, der Mindestrenten und des Kindergeldes fĂŒr das vierte sowie jedes weitere Kind, schlug Ulbricht die FĂŒnf-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich vor.

Leipziger FrĂŒhjahrsmesse 1967: Walter Ulbricht (4. v. r.) besuchte am 5. MĂ€rz die Produktschau.
Leipziger FrĂŒhjahrsmesse 1967: Walter Ulbricht (4. v. r.) besuchte am 5. MĂ€rz die Produktschau. (Quelle: Zuma/Keystone/imago-images-bilder)
ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Putin hinter Gittern
Wladimir Putin ist im Westen isoliert.


Den Wirtschaftslenkern war aber klar, dass gerade letzterer Vorschlag nicht ohne Abstriche finanzierbar war. Ulbricht formulierte es damals so:

"Mit EinfĂŒhrung der durchgĂ€ngigen FĂŒnf-Tage-Arbeitswoche mĂŒsste unter den gegenwĂ€rtigen Bedingungen die tĂ€gliche Arbeitszeit um etwa eine halbe Stunde verlĂ€ngert werden. Das wĂŒrde fĂŒr viele WerktĂ€tige eine Mehrbelastung darstellen. (...) Wir schlagen deshalb der Regierung vor, die volle 5-Tage-Arbeitswoche einzufĂŒhren und (...) die Arbeitszeit und Feiertage neu zu regeln."

Das hieß im Klartext: FĂŒr den arbeitsfreien Samstag mussten einige gesetzliche, arbeitsfreie Feiertage geopfert werden. Die Wahl fiel am Ende auf fĂŒnf Feiertage, davon vier kirchliche. Was den DDR-Oberen sicher nicht ganz ungelegen war. Neben dem Tag der Befreiung (8. Mai), Christi Himmelfahrt, dem Reformationstag (31. Oktober) sowie Buß- und Bettag wurde auch der Ostermontag gestrichen.

1990 letzter Ostermontag in der DDR

Zudem legte man fest, dass der Karfreitag und Pfingstmontag an den folgenden Samstagen als Arbeitstage nachgeholt werden. Diese Regelung wurde allerdings wenige Jahre spĂ€ter wieder aufgehoben. Schon am 3. Mai 1967 beschloss der Ministerrat die neue FĂŒnf-Tage-Arbeitswoche. Sie galt ab dem 28. August 1967.

DDR-Eierbecher "Huhn": Der Kunststoffbecher aus den 1970er-Jahren gilt heute als Designklassiker.
DDR-Eierbecher "Huhn": Der Kunststoffbecher aus den 1970er-Jahren gilt heute als Designklassiker. (Quelle: Sabine Gudath/imago-images-bilder)

Erst nach der politischen Wende 1989/90 wurde der Ostermontag in der DDR als gesetzlicher Feiertag wieder eingefĂŒhrt. Das Wetter an diesem 16. April 1990 war ĂŒbrigens genauso durchwachsen wie 23 Jahre zuvor: wolkig mit etwas Regen oder sogar Schnee. Einige Dinge Ă€ndern sich halt nie.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Weihnachten
Ratgeber

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website