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Hunde könnten multiresistente Keime verbreiten: Futter-Trend als Auslöser?

Hundefutter-Trend möglicher Auslöser  

Studien: Hunde könnten multiresistente Keime verbreiten

11.07.2021, 12:35 Uhr | Natalie Handel, AFP

Hunde könnten multiresistente Keime verbreiten: Futter-Trend als Auslöser?. Hund: Eine bestimmte Art Hundefutter könnte laut Studie die Ausbreitung resistenter Bakterien fördern. (Quelle: Getty Images/manushot)

Hund: Eine bestimmte Art Hundefutter könnte laut Studie die Ausbreitung resistenter Bakterien fördern. (Quelle: manushot/Getty Images)

Multiresistente Keime werden von der Weltgesundheitsorganisation als eine der größten globalen Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit bezeichnet. Zwei Studien zeigen nun: Sie verbreiten sich möglicherweise ausgerechnet durch den besten Freund des Menschen.

Zwei Studien aus Portugal, die auf dem derzeitig online stattfindenden European Congress of Clinical Microbiology & Infectious Diseases vorgestellt werden sollten, warnen vor dem Familienhund als Quelle resistenter Krankheitskeime. Laut einer am Sonntag veröffentlichten Pressemitteilung fand ein Forscherteam der Universität Porto in rohem Hundefutter Erreger, die Antibiotika widerstehen können. "Der Trend, Hunde mit rohem Futter zu füttern, könnte die Ausbreitung von resistenten Bakterien begünstigen", warnten sie.

55 Proben von Hundefutter untersucht

Für ihre Studie untersuchte das Team 55 Proben von Hundefutter von insgesamt 25 verschiedenen Marken auf Enterokokken, die zur normalen Darmflora des Menschen und zahlreicher Säugetiere gehören, aber schwere gesundheitliche Schäden verursachen können, wenn sie aus dem Darmbereich verschleppt werden. Sie können gegen Antibiotika resistent sein.

Die Forscher fanden heraus, dass alle 14 Proben von tiefgekühltem Rohfutter antibiotikaresistente Enterokokken enthielten – darunter auch Erreger, die gegen das als letztes Mittel eingesetzte Antibiotikum Linezolid resistent waren. Einige der Keime entsprachen demnach den Erregern, die bei Krankenhauspatienten in Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden gefunden wurden.

"Der enge Kontakt von Menschen mit Hunden und die Kommerzialisierung der untersuchten Marken in verschiedenen Ländern stellt ein internationales Risiko für die öffentliche Gesundheit dar", warnte die Forscherin Ana Freitas. Sie forderte die Behörden in Europa auf, das Bewusstsein für die potenziellen Gesundheitsrisiken von rohem Futter für Haustiere zu schärfen. Hundebesitzern empfahl sie, sich jedes Mal nach dem Umgang mit Tiernahrung oder der Entsorgung von Kot die Hände zu waschen.

Übertragung zwischen Haustier und Besitzer 

In einer weiteren Studie, die noch bei keiner medizinischen Fachzeitschrift zur Veröffentlichung eingereicht wurde, untersuchte ein anderes Forscherteam aus Portugal Haustiere und ihre Besitzer aus 80 Haushalten auf Bakterien mit dem mcr-1-Gen, das ihnen eine Resistenz gegenüber dem Reserveantibiotikum Colistin verleiht – einem der wenigen verbliebenen Antibiotika, das gegen Infektionen mit multiresistenten Erregern aus der Familie der Enterobakterien noch wirkt.

Während alle 126 Menschen gesund waren, wiesen 102 der untersuchten Tiere Haut- oder Harnwegsinfektionen auf. Vier Menschen und acht Hunde wurden positiv auf Bakterien getestet, die das Resistenzgen mcr-1 tragen, und in zwei Haushalten wurde das Gen sowohl beim Hund als auch bei seinem Besitzer gefunden.

"Die genetische Analyse der Proben deutet darauf hin, dass in einem dieser beiden Fälle das Gen zwischen Haustier und Besitzer übertragen wurde", erklärten die Forscher in ihrer Pressemitteilung. Sie vermuteten, dass das Gen vom Hund auf den Menschen übertragen wurde. Sie warnten, es gebe Anlass zur Sorge, wenn Haustiere Resistenzen gegen die Antibiotika verbreiten könnten, die als letztes Mittel eingesetzt werden.

Laut WHO-Schätzungen sterben derzeit jährlich rund 700.000 Menschen weltweit an resistenten Krankheitserregern. Bis 2050 könnten demnach weltweit jedes Jahr zehn Millionen Menschen an nicht zu kontrollierenden Infektionen sterben, wenn keine Maßnahmen gegen die Antibiotikaresistenz-Krise ergriffen werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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