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Der Esel: störrisch und dumm? Im Gegenteil!

Von dpa
Aktualisiert am 21.07.2022Lesedauer: 2 Min.
Voll im Trend: Der Esel als Haustier liegt auf der Beliebtheitsskala im Jahr 2022 ganz weit vorne.
Voll im Trend: Der Esel als Haustier liegt auf der Beliebtheitsskala im Jahr 2022 ganz weit vorne. (Quelle: IMAGO / Hartenfelser/imago-images-bilder)
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Den meisten galt der Esel lange nur als Nutztier. Dumm ist das Tier aus der Familie der Pferde jedoch ganz und gar nicht – es wird nur oft missverstanden.

"Esel sind sehr, sehr nett und klug", sagt Verhaltensforscherin Carola Otterstedt von der Stiftung Bündnis Mensch & Tier, die den Esel zum "Haustier des Jahres" gekürt hat. "Wenn Menschen sie als dumm oder stur ansehen, liegt das daran, dass sie ihr Verhalten missverstehen." Sie seien völlig anders als Pferde, die flüchteten. "Ein Esel verharrt, analysiert die Situation, gleicht sie mit seinen Erfahrungen ab und entscheidet dann", erklärt Otterstedt.

Eines der ältesten Haustiere

Was störrisch daherkommt, ist also vorsichtig und überlegt. Angepasst an das gebirgige Gelände, in dem Esel ursprünglich zu Hause sind und wo es lebensgefährlich sein kann, einfach loszustürmen. Ihre Wildformen stammen aus Halbwüsten und Bergregionen Nordafrikas und Vorderasiens. Vor rund 6.000 bis 7.000 Jahren begannen die Menschen im Nahen und Mittleren Osten, sie zu domestizieren. Damit gilt der Esel als eines der ältesten Haustiere. Nach Europa kam er vor etwa 3.000 Jahren.

Esel werden immer beliebter

Und ist der Esel in Deutschland inzwischen tatsächlich als Haustier besonders angesagt? Die Stiftung Bündnis Mensch & Tier erkennt zumindest einen Trend: "Man geht nicht mehr nur mit dem Hund durch die Natur, sondern auch mit anderen Tieren wie Lamas oder eben Eseln", sagt Otterstedt. Dass Esel störrisch und dumm seien, ist längst widerlegt und die Vierbeiner mit meist braunem, grauem oder schwarzem Fell erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

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Anspruchsvolle Haustiere

Die Expertin warnt allerdings davor, sich leichtfertig Esel zuzulegen. Sie seien anspruchsvolle Haustiere, die viel Zeit, Aufmerksamkeit und Pflege bedürfen. "Ein Esel ist kein Kuscheltier", so die Verhaltensforscherin.

Die Tiere bräuchten mindestens einen weiteren Artgenossen. Sie pflegen "Sozialpartnerschaften", wie Otterstedt erklärt. "Wenn man einen Esel von seinem Freund trennt, ist das eine Katastrophe. Er ruft nach seinem Partner und vereinsamt."

Der Ruf des Esels hat viele Bedeutungen

Ein Esel ruft außerdem, wenn ihm langweilig ist, weil er nicht genügend Möglichkeiten hat, sich zu beschäftigen und sich nicht angemessen bewegen kann. Esel laufen gerne und viel, am liebsten auf Strecken mit verschiedenen Untergründen. Saftige Wiesen sind für die Haltung ungeeignet, da der Energiebedarf der Tiere an die karge Nahrung ihrer Herkunftsregionen angepasst ist.

Ein "Iah" bedeutet aber nicht immer schlechte Stimmung. Esel verwenden den an eine knarrende Tür erinnernden Laut auch zur Begrüßung und Kontaktaufnahme.

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