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Daran erkennen Sie einen guten Wein

t-online, Benedikt Sauer

Aktualisiert am 12.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Perfekter Begleiter zum Essen: Nur wer auch mal hochwertige Weine bewusst trinkt, weiß, was schlecht bedeutet.
Perfekter Begleiter zum Essen: Nur wer auch mal hochwertige Weine bewusst trinkt, weiß, was schlecht bedeutet. (Quelle: Cavan Images/imago-images-bilder)
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Wenn Sie es lieben, Ihren Gaumen mit erlesenem Wein zu verwöhnen, dann sollten Sie auch die Suche danach beherrschen. FĂŒr das notwendige Basiswissen sorgt unser Ratgeber.

Das Wichtigste im Überblick


  • Erst das Essen, dann der Wein
  • Schritt 1: Die erste EinschĂ€tzung
  • Schritt 2: Optik und Geruch
  • Schritt 3: Der Geschmack
  • So werden Sie zum Weinkenner

Wie oft haben Sie schon vor dem Weinregal gestanden und sich bei der FĂŒlle an Weinflaschen gefragt, welcher Wein der beste ist?
Hand aufs Herz: Die Flasche, die es letztendlich in Ihren Einkauf schafft, ist mehr die Summe aus hĂŒbscher Aufmachung, wohlig klingenden Bezeichnungen und festgefahrener Gewohnheit.

Dabei ist es gar nicht so schwer, den perfekten Wein fĂŒr sich zu entdecken. Drei Schritte braucht es dafĂŒr: anschauen, riechen, schmecken. Wir erklĂ€ren Ihnen, wie das genau funktioniert.

Erst das Essen, dann der Wein

"Zuallererst sollten Sie wissen, dass selbst der beste Wein der Welt nichts taugt, wenn er zum falschen Essen serviert wird", sagt Weinakademiker Denis Duhme. "Überlegen Sie sich also, was am Abend auf den Tisch kommt, bevor Ihre Weinsuche beginnt. Er sollte den Geschmack der Speise ergĂ€nzen, ihn also weder ĂŒberdecken, noch darin untergehen."

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Ob Sie Ihren Wein lieber im Supermarkt, im Fachhandel oder direkt beim Winzer kaufen, bleibt Ihrem eigenen Anspruch ĂŒberlassen. Gute Weine gibt es auch im Supermarkt, ja. Im Fachhandel bekommen Sie jedoch meist ein erleseneres Angebot und die bessere Beratung.

Schritt 1: Die erste EinschÀtzung

Tipp: Achten Sie auf renommierte GĂŒtesiegel oder Auszeichnungen. Vielleicht haben Experten fĂŒr Sie quasi schon einmal probiert und den Tropfen fĂŒr gut befunden.

Besonders angesehen sind Auszeichnungen von "Mundus Vini", der "Sydney International Wine Competition" und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Auch sind Bewertungen des US-Kritikers Robert Parker eine absolute GrĂ¶ĂŸe im internationalen WeingeschĂ€ft.

Der Jahrgang eines Weins sollte fĂŒr Sie ebenfalls ein Indikator sein. "Nur sehr gute QualitĂ€ten sind lange lagerfĂ€hig, weshalb Sie vor allem im Supermarkt bevorzugt zu jungen Weinen greifen sollten. Das gilt in erster Linie fĂŒr Weißwein, der es recht zĂŒgig in den Handel schafft. Älter als zwei Jahre sollte er deshalb nicht sein. Rotwein muss hingegen lĂ€nger gelagert werden, eher er in die Flasche kommt. Das können schon mal bis zu fĂŒnf Jahre sein", erklĂ€rt der Weinakademiker.

Ob ein Wein einen Naturkork- oder Schraubverschluss hat, ist ĂŒbrigens kein GĂŒtezeichen. Sehr gute Weine gibt's mittlerweile mit beiden Varianten. Flaschen mit synthetischem Korken finden Sie in aller Regel jedoch nicht im Top-Segment, so der Experte.

Schritt 2: Optik und Geruch

Im Restaurant, bei der Weinprobe oder auf Einladungen können Sie weitere Sinne mit ins Spiel bringen. Schauen Sie als erstes die Farbe des Weines an. Je heller, desto leichter ist er. Je dunkler, desto krĂ€ftiger – oder Ă€lter.

Schwenken Sie den Wein nun im Glas. Lassen Sie ihn atmen, denn dadurch entfaltet sich das Aroma besser und ebnet den Weg fĂŒr den Geruchstest. Dabei gilt: Je lĂ€nger der Duft in der Nase anhĂ€lt, desto hochwertiger ist der Wein in der Regel.

Über das Schnuppern können Sie auch Weinfehler aufspĂŒren. Riecht es etwa modrig nach nassem Lappen, hat der Wein vermutlich Kork. Riechen Sie absolut nichts, ist der gute Tropfen vielleicht noch zu kalt. Falls nicht, halten Sie womöglich gerade Tankstellen-QualitĂ€t in Ihren HĂ€nden.
Guter Wein riecht – ganz einfach.

Schritt 3: Der Geschmack

Ihren ersten Schluck vermischen Sie mit viel Luft und lassen ihn dann einen Augenblick lang im Mund wirken. Verteilen Sie ihn – auch am Gaumen, der Sie etwa einen Chardonnay als besonders schmelzig wahrnehmen lĂ€sst. Die Zunge selbst ist gar nicht so entscheidend. Sie kann nur sĂŒĂŸ, sauer, salzig und bitter wahrnehmen. "Warum Wein letztendlich so vielseitig schmecken kann, liegt vor allem an der retronasalen Wahrnehmung. Also an dem, was Ihnen durch die Nase geht", erklĂ€rt Duhme.

Haben Sie sich einen ausgeprĂ€gten Eindruck gemacht, können Sie runterschlucken. Je lĂ€nger Sie den Wein dabei noch nachhaltig schmecken, desto besser ist seine QualitĂ€t. Was folgt ist die wohl wichtigste Frage: Schmeckt er Ihnen oder nicht? "Ihr subjektives Empfinden spielt die entscheidende Rolle", so der Experte. "Der Wein kann noch so hochwertig sein. Wenn er Ihnen aber nicht zusagt, vielleicht wegen zu viel SĂ€ure, dann ist er einfach nicht der richtige fĂŒr Sie".

So werden Sie zum Weinkenner

Je mehr Weine Sie dabei probieren, desto besser. Seien Sie experimentierfreudig. Nur wer auch mal hochwertige Weine bewusst trinkt, weiß, was schlecht bedeutet. Und vernachlĂ€ssigen Sie nicht die Theorie. Wo sind die besten Weinanbaugebiete? Welche Eigenarten haben die verschiedenen Sorten?

All das sind Infos, mit denen Sie kĂŒnftig Ihre Trefferchance beim Griff ins Weinregal stark verbessern können. Praktisches Weinwissen gibt es von unserem Experten Denis Duhme auch in seinem Buch "Weinkompakt". Einen Auszug daraus haben wir Ihnen in unserem kleinen Weinglossar zusammengestellt.

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