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Möbel aus dem Auktionshaus

Einrichten mit Echtheitsgarantie

13.01.2014, 15:01 Uhr | Peter Steinhauer, dpa

Möbel aus dem Auktionshaus. Eine unbequeme Liege aus Aluminium des australischen Designers Marc Newson. (Quelle: imago images/Raimund Müller)

Eine unbequeme Liege aus Aluminium des australischen Designers Marc Newson. (Quelle: Raimund Müller/imago images)

Auch Möbel können eine Wertanlage sein. Neben Investoren und Kunstliebhabern finden aber auch alle, die sich teure Designklassiker eigentlich nicht leisten können, in Galerien und Auktionshäusern besondere Stücke - Second-Hand-Ware berühmter Entwürfe.

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Nicht nur Autos und Immobilien, auch Möbel können eine Wertanlage sein. Auktionshäuser und Designgalerien bieten Einrichtungsgegenstände, die deutlich wertstabiler sind als Produkte aus dem konventionellen Handel. Käufer sollten aber gute Kenntnisse mitbringen und der Beratung von Experten vertrauen. Denn der Markt ist unübersichtlich, und das Interesse an den Stücken steigt. Das zeigt sich auch am Publikum: Auf der Messe "Design Miami Basel" tauchte im Dezember 2013 unverhofft der US-Star Kanye West auf. Der Rapper gilt als Sammler und Liebhaber modernen Designs. Er ist deshalb regelmäßig in Galerien, bei Auktionen oder Messen zu Gast - oft in Begleitung seines Musiker-Kollegen Pharrell Williams.

Aber nicht nur die Präsenz der Prominenten hat dem Markt für exklusive Einzelstücke und für historisches Design eine neue, bislang ungekannte Aufmerksamkeit in den Medien verschafft. Auch die dort mittlerweile erzielten Preise sorgen für Schlagzeilen: >>

Eine unbequeme Liege aus Aluminium des australischen Designers Marc Newson erhielt beim Auktionshaus Phillips de Pury & Company im Jahr 2009 den Zuschlag bei 1,1 Millionen US-Dollar, rund 805.160 Euro.

Möbel mit Sammlerwert für Kunstliebhaber

Das derzeit in den Medien transportierte Bild ist allerdings nur eine Seite des Marktes für Möbel mit Sammlerwert. In Auktionshäusern und Designgalerien kaufen nicht nur Stars und reiche Kunstliebhaber. "Bei uns gehen die Preise bei 200 bis 300 Euro los", sagt Askan Quittenbaum, Inhaber des gleichnamigen Auktionshauses in München. "Deshalb haben wir auch Kunden, die einfach einen Esstisch oder eine schöne Schreibtischlampe suchen."

In den Auktionen bei Quittenbaum findet man viele faszinierende Einrichtungsgegenstände. Im Angebot sind Designikonen von Arne Jacobson, seltene Leuchten des Italieners Gino Sarfatti, ebenso wie zeitgenössisches Design von Stefan Diez oder Sebastian Wrong. Bei den angebotenen Möbeln handelt es sich nicht nur um teure Sammlerstücke, sondern auch um Schnäppchen. Da die Möbel immer in Gebrauch waren, findet man beispielsweise "Soft Pad"-Stühle von Charles Eames zu einem deutlich günstigeren Preis als im Laden.
Als Grund für das gestiegene Interesse nennt der Galerist Hans-Peter Jochum aus Berlin den Wunsch der Kunden, sich individuell und exklusiv einzurichten. "Ich will mein Leben interessant gestalten, habe Lust und Freude dran, mich immer wieder neu zu erfinden und zu unterscheiden", beschreibt Jochum das Ansinnen seiner Kunden.

Auf Experten vertrauen

In den auf Design spezialisierten Auktionshäusern arbeiten Experten, die den Zustand der Stücke sorgfältig analysieren und bewerten. Der Käufer hat so die Gewissheit, dass die Möbel Qualitätsstandards genügen und einen gewissen Wert garantieren. "Wenn ein Käufer bei uns ein Möbel ersteigert, kann er das im besten Fall nach drei Wochen wieder verkaufen und bekommt dann sein Geld zurück", sagt Askan Quittenbaum. "Wartet er ein paar Jahre, kann es sogar sein, dass das Möbel das Doppelte oder Zehnfache des ursprünglichen Preises erzielt." Neben Auktionshäusern sind Designgalerien eine Quelle für Einrichtungen abseits des konventionellen Handels. Hans-Peter Jochum betreibt in Berlin seit den frühen 80er Jahren eine solche Galerie für Möbel- und Leuchten-Design. Bei Jochum findet man vor allem seltene Einzelstücke. Im Programm sind immer mal wieder Möbel wie ein vom italienischen Architekten Franco Albini gestalteter Loungesessel. Einzigartig und umwerfend schön macht den Sessel der Bezug mit aufwendigem floralen Muster.

Der Markt für seltene Möbel mit historischer Relevanz findet zunehmend auch im Internet statt. Seit 2010 bietet zum Beispiel das Unternehmen Auctionata die Möglichkeit, sich online an Auktionen zu beteiligen. Firmenchef Alexander Zacke möchte aber keinesfalls den traditionellen Handel ersetzen: "Wir runden das Geschäft ab. Das Internet sehe ich vor allem als Vertriebskanal und Kommunikationsplattform."
Für unerlässlich hält Zacke die Begutachtung der Möbel. Sein Unternehmen arbeitet deshalb mit einem Expertennetzwerk zusammen, das die Werke bewertet, bevor sie in eine Auktion gehen. "Sie bekommen als Käufer eine schriftliche Echtheitsgarantie, die aussagt, dass das Objekt vom Experten im Original begutachtet wurde, erklärt Zacke. Die Erklärung gilt 25 Jahre." Das Internet hat vor allem sehr viel mehr Transparenz auf den Markt gebracht. Plattformen wie Artnet veröffentlichen die Preise sämtlicher Auktionen weltweit.
Trotzdem ist der Kauf von Objekten, die tatsächlich auch Werte garantieren, nicht einfacher geworden. Seit einiger Zeit durchsuchen die Möbelhersteller ihre Archive und fluten den Markt mit Neuauflagen von Klassikern, den sogenannten Re-Editionen. "Das Vorgehen ist oft ungeordnet und schadet der Wertentwicklung der Original-Objekte", kritisiert Auctionata-Chef Zacke. Neben den Re-Editionen gibt es immer mehr Einzelauflagen, die die ebenfalls gestiegene Nachfrage nach Exklusivität bedienen wollen. Auch das Problem der zahlreichen Fälschungen und billigen Kopie macht den Markt immer komplizierter.
Daher sollten Verbraucher nicht einfach so in teure Stücke investieren. Denn nur Käufer mit ausgezeichneten Kenntnissen des Marktes können auch Stücke identifizieren, die tatsächlich ihren Wert steigern - und so sogar eine Wertanlage darstellen.

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