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"Bares für Rares": "Gigantisch" – Verkäufer profitiert von Auktionsfehler

"Bares für Rares"  

"Gigantisch": Verkäufer profitiert von einem seltenen Auktionsfehler

24.02.2020, 20:38 Uhr | sah, t-online

 (Quelle: teleschau)
"Bares für Rares": Zehn der kuriosesten Raritäten und Fundstücke

Viel älter als gedacht, viel wertvoller als geglaubt – in der beliebten ZDF-Trödelsendung "Bares für Rares" erleben sowohl Gastgeber Horst Lichter als auch Händler und Verkäufer oft kuriose Momente. Das Video fasst sie zusammen. (Quelle: teleschau)

"Bares für Rares": Das sind die größten und kleinsten Raritäten aus der Sendung. (Quelle: teleschau)


Diesmal findet eine Rarität den Weg zu "Bares für Rares", die eine ganz besondere Geschichte hat. Denn aufgrund eines Fehlers beschert sie dem Verkäufer einen unerwarteten Geldsegen.  

Bernhard Oberdieck, ein Kinderbuchillustrator aus Ramerberg, möchte ein Gemälde bei "Bares für Rares" verkaufen, das Moderator Horst Lichter direkt beeindruckt. "Junge, Junge, auf dem Bild ist aber mal richtig was los. Mein lieber Herr Gesangsverein", ruft er bei dem Anblick aus.

Seltener Auktionsfehler

"Ich habe es bei einer Auktion ersteigert, wo es unter falschem Namen angeboten wurde", erzählt Oberdieck die besondere Geschichte des Bildes. "Das ist aber selten", unterbricht Lichter den 70-Jährigen und möchte mehr darüber erfahren. "Es stand zwar Lindenschmit als Maler drin – aber der Ältere. Das ist jedoch ein Bild von Wilhelm von Lindenschmit dem Jüngeren", berichtet Oberdieck. "Der Ältere wäre teurer oder billiger gewesen?", möchte Lichter wissen.

"Der Jüngere ist der bessere", sagt Experte Albert Maier, der Maler und Gemälde kennt. "Es handelt sich hier um den Ablassstreit aus dem Jahr 1517. Es ist ein Interieur einer gotischen Kirche gemalt. Dieses Bild lebt durch die Emotionen, durch den Kampf. Am Hochaltar sitzen die Herren, die die Zettel verkaufen, mit denen du dir deinen Ablass kaufen kannst", erklärt Maier. "Die Sünden konnte man nicht verkaufen. Man konnte aber die Zeitstrafe, die man für die Sünden bekommen hätte, verkaufen. Die kosteten viel Geld", weiß der Experte, der unten im Bild sogar Martin Luther mit einem Schriftstück in der Hand entdeckt. 

Unerwartet hohe Expertise

"Es war ja nicht so, dass nur der Papst das Geld für den Ablass bekam, die Landesherren und die Kurfürsten haben alle ein bisschen mitverdient", sagt Maier weiter und auch Lichter weiß, dass sich das nur die Reichen leisten konnten. "Der Bauer wurde dann auf dem Sterbebett überredet, das Testament zu ändern und schon gehörte Grund und Boden der Kirche. Und dann durfte er aus der Hölle raus. Bin ich froh, dass wir das einigermaßen geklärt haben", sagt der Moderator.

Bei dem Bild handelt es sich laut Maier um eine Kohlezeichnung, die um 1880 gemalt wurde. Für den Verkäufer, der um die 800 Euro dafür haben möchte, hat er aber eine erschreckende Nachricht. "Das Blatt ist, wenn man so will, zerstört, weil es auf Holz aufgeklebt worden ist und dieses Blatt zu lösen, ist fast nicht möglich. Was wichtig wäre: Man müsste es hinter Glas machen, damit die Kohlezeichnung nicht weiter beschädigt wird." Dennoch liegt seine Expertise bei 1.500 bis 2.000 Euro. 

Oberdieck ist verblüfft. "Ich habe 280 Euro bezahlt", gesteht er. "Gratulation. Ja, man muss auch mal ein Näschen haben", sagt Lichter, freut sich für den 70-Jährigen und äußert selbst Gefallen an dem Stück. "Also ich finde das Gemälde ganz spannend. Ich hätte keinen Platz zu Hause, ich wüsste nicht, wo ich es aufhängen würde und meine Frau würde mich sowieso nicht verstehen, aber ich find's toll." Maier entgegnet: "Geht mir ganz genauso, ich könnte es auch nicht im Wohnzimmer über mein Sofa hängen. Das kannst du nicht den ganzen Tag anschauen", entgegnet Maier. Und Lichter scherzt: "Es sei denn, du sitzt mit dem Rücken dazu – das kann man machen."

"Es ist gigantisch"

Im Händlerraum stößt das Gemälde allerdings auf mehr Begeisterung. "Es ist schon Wahnsinn, wie detailliert das mit Kohle gezeichnet werden kann, das ist schon super beeindruckend", sagt Vintage-Kennerin Esther Ollick. Kunsthändler Daniel Meyer erklärt: "Der Auftraggeber bekam zuerst die Kohlezeichnung zu sehen – und das musste natürlich auch überzeugend sein."

"Seine Zeichnungen sind nahezu genauso teuer wie seine Ölgemälde", weiß auch Antiquitäten-Liebhaber Fabian Kahl und bietet als erstes 1.000 Euro. "Es ist nicht allzu pfleglich damit umgegangen worden", bemängelt er jedoch. Mit Schmuckexpertin Susanne Steiger liefert er sich ein Bieterduell, bis sie bei 2.000 Euro den Zuschlag erhält. "Es ist gigantisch, das schafft man nicht noch mal ebenso ein zweites Mal", schwärmt sie. Und auch der Verkäufer ist glücklich. "Es ist super gelaufen. Der Preis ist top, ich bin positiv überrascht."

Verwendete Quellen:
  • "Bares für Rares" vom 24. Februar 2020

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