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Verhütungsring: Welche Vor- und Nachteile gibt es?

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Empfängnisschutz  

Wie funktioniert der Verhütungsring?

14.09.2018, 18:46 Uhr | t-online.de, lk

Verhütungsring: Welche Vor- und Nachteile gibt es?.  (Quelle: imago/imagebroker/begsteiger)

(Quelle: imagebroker/begsteiger/imago)

Der Verhütungsring oder Vaginalring ist eine Alternative zum hormonellen Empfängnisschutz beispielsweise mit der Antibabypille oder der Dreimonatsspritze. Er setzt Hormone frei. Wie der Ring funktioniert und welche Vor- und Nachteile er hat, erfahren Sie hier.

So funktioniert der Verhütungsring

Der Verhütungsring besteht aus durchsichtigem, weichem, sehr biegsamem Kunststoff und wird in die Scheide eingeführt. Sein Durchmesser beträgt 5,6 Zentimeter. Er hat vom Prinzip die gleiche Wirkungsweise wie die Antibabypille. Die Hormone Östrogen und Gestagen werden von der Vaginalschleimhaut aufgenommen und gehen in den Organismus über. Die Dosierung, die auf den Körper wirkt, entspricht der einer Mikropille. Auf diese Weise wird der Eisprung der Frau verhindert. Zudem wird der Gebärmutterschleim verfestigt - Spermien können ihn nun nicht mehr durchdringen.

Handhabung des Verhütungsrings

Der Verhütungsring wird meist am ersten Tag der Regelblutung bis in das obere Ende der Vagina eingeführt. Auf einen exakten Sitz kommt es dabei jedoch nicht an. Nach 21 Tagen wird er wieder entfernt und entsorgt. Es wird empfohlen, den Ring in der Originalverpackung im Hausmüll zu entsorgen. Nach sieben Tagen Pause kann ein neuer Vaginalring eingesetzt werden. 

Während der Unterbrechung besteht der Empfängnisschutz aber weiter, denn die abgegebenen Hormone finden sich in ausreichender Konzentration im Körper. Durch die Pause wird eine Blutung ausgelöst, ähnlich der Regelblutung - die sogenannte Hormonentzugsblutung.

Wichtig ist, dass der Ring am gleichen Wochentag, möglichst zur gleichen Uhrzeit eingeführt wird. Nach kurzer Übung gelingt das leicht. Es gibt ihn in einer Standardgröße, weil er sich der Scheide der Frau anpasst.

Wie sicher ist der Verhütungsring?

Der Pearl-Index, der die Sicherheit von Verhütungsmitteln angibt, liegt bei 0,4 bis 0,65 – es lässt sich damit also fast so sicher wie mit der Pille verhüten.

Der Pearl-Index:

Damit die Sicherheit von Verhütungsmethoden vergleichbar ist, wurde der sogenannte Pearl-Index entwickelt. Der US-amerikanische Biologe Raymond Pearl (1879–1940) hat ihn ins Leben gerufen. Die Skala bestimmt die Zuverlässigkeit der verschiedenen Verhütungsmethoden. Neue Verhütungsmittel und -methoden werden auch heute nach diesem Index eingestuft. Die wissenschaftliche Formel dazu lautet: Wenn 100 Frauen ein Jahr lang auf die gleiche Art verhüten, entspricht die Anzahl der Frauen, die in dieser Zeit dennoch schwanger werden, dem Pearl-Index. Werden fünf Frauen trotzdem schwanger, liegt der Pearl-Index der gewählten Methode bei 5. Je niedriger dieser Wert ist, desto sicherer ist die Verhütungsmethode.

Empfängnisschutz: Die sichersten Verhütungsmethoden

Vorteile des Verhütungsrings

Besonders geeignet ist der Vaginalring für Frauen, die mit der regelmäßigen und pünktlichen Einnahme der Pille Schwierigkeiten haben oder unter chronischen Krankheiten im Magen-Darm-Bereich leiden. Im Gegensatz zur Pille ist die Wirksamkeit der Verhütung nämlich auch bei Durchfall und Erbrechen garantiert.

Weil der Verhütungsring nur einmal im Monat eingeführt werden muss, ist das Problem des Vergessens, wie es bei der täglich einzunehmenden Antibabypille besteht, deutlich verringert. Ein weiterer Vorteil des Verhütungsrings liegt darin, dass die Regelblutung wie auch bei anderen hormonellen Verhütungsmethoden schwächer oder kürzer ist. 

Nachteile und Nebenwirkungen des Verhütungsrings

Wie alle hormonbedingten Verhütungsmittel kann auch der Verhütungsring Nebenwirkungen hervorrufen wie Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Brustspannen oder eine verringerte Libido. Auch Juckreiz und verstärkter Ausfluss können auftreten. Außerdem steigt, ähnlich wie bei der Pille, das Risiko von Thrombosen, insbesondere bei Frauen über 30 Jahren und Raucherinnen.

Einige Medikamente können die Wirkung der abgegebenen Hormone beeinträchtigen. So kann es ähnlich wie bei der Pille zu Wirkverlusten kommen, wenn Antibiotika eingenommen werden.

Bei manchen Frauen kann es aufgrund der anatomischen Verhältnisse auch sein, dass der Ring nicht an der richtigen Stelle liegen bleibt. Ob das der Fall ist, kann ein Frauenarzt beurteilen.

Gelegentlich kann es auch vorkommen, dass Paare den Ring beim Geschlechtsverkehr spüren, was aber in der Regel nicht als störend empfunden wird. Falls dem doch so sein sollte, besteht die Möglichkeit, den Ring täglich für drei Stunden herauszunehmen, ohne dass es zu einer verringerten Schutzwirkung kommt.

Kosten des Verhütungsrings

Der Vaginalring ist wegen seiner hormonellen Wirkung verschreibungspflichtig. Die Kosten liegen zwischen 60 und 90 Euro für sechs Monate. Frauen bis zu einem Alter von 20 Jahren bekommen den Verhütungsring von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet.

Verwendete Quellen:

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