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Gemeinsam auf Toilette – ist das gut für die Beziehung? Das sagen Experten

Das raten Experten  

Gemeinsam auf die Toilette – gut für die Beziehung?

15.11.2020, 15:24 Uhr
Gemeinsam auf Toilette – ist das gut für die Beziehung? Das sagen Experten. Intimität: Einige Paare haben kein Problem damit, vor ihrem Partner auf Toilette zu gehen.  (Quelle: Getty Images/Charday Penn)

Intimität: Einige Paare haben kein Problem damit, vor ihrem Partner auf Toilette zu gehen. (Quelle: Charday Penn/Getty Images)

Morgens kurz auf das stille Örtchen gehen, während sich der Partner gleich daneben die Zähne putzt? Für viele Paare ist dies angeblich kein Problem. Stimmt das wirklich? Ist es für eine Beziehung gesünder, offen über das Tabuthema Toilettengang zu sprechen? Das sagen Experten.

Intimität ist in Deutschland nicht nur auf das Schlafzimmer reduziert. Laut einer Umfrage haben 46 Prozent der Paare damit kein Problem, in Anwesenheit des Partners auf die Toilette zu gehen. 16 Prozent von ihnen machen dabei nicht einmal einen Unterschied, ob es sich um das "kleine" oder "große" Geschäft handelt. Doch ist so viel Offenheit wirklich gut für eine Beziehung?

Vertrautheit oder Respektlosigkeit?

Moritz Freiherr Knigge, Autor, Redner und ein Nachfahre von Adolph Freiherr Knigge, sieht das kritisch. Man könne das Verhalten sowohl als eine Form der Vertrautheit als auch ein Nachlassen der Höflichkeit deuten, so der Benimm-Experte: "Eine gewisse Distanz ist Voraussetzung für ein höfliches Miteinander. Ich kann nur empfehlen: Nicht zu viel offenlegen – intime Dinge für sich zu behalten, das fördert die Höflichkeit. Aber wenn Menschen sich daran nicht stören, warum nicht?"

Für die Hälfte der Befragten (51 Prozent) ist der Toilettengang voreinander hingegen ein Zeichen von Vertrautheit und deshalb in Ordnung, "wenn man eine Weile zusammen ist". Dies wirklich praktizieren wollen hingegen nur 46 Prozent. Vor allem, wenn die Beziehung frisch ist, möchten viele ihre Intimsphäre in diesem Bereich lieber noch bewahren.

Allerdings gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede darin, wie offen jemand mit dem Thema umgeht: 12 Prozent der befragten Frauen sehen es nicht als problematisch an, sowohl ihr "kleines" als auch ihr "großes" Geschäft vor dem Partner zu erledigen. Bei den männlichen Befragten sind es hingegen 19 Prozent.

Und auch das Alter spielt bei der Freizügigkeit auf der Toilette eine Rolle: Lediglich sieben Prozent der 14- bis 19-Jährigen gehen voreinander auf die Toilette. Bei den 50- bis 59-Jährigen ist es knapp jeder Fünfte.

Toilettentür geöffnet lassen?

Doch selbst, wenn bei vielen Paaren der geteilte Toilettengang kein Problem ist, gibt es auch Frauen und Männer, für die dieses Thema weiterhin ein großes Tabu ist und bleiben soll – daher sollte auch sowohl beim kleinen als auch beim großen Geschäft des anderen die Tür möglichst geschlossen bleiben (31 Prozent).

Was raten Paartherapeuten?

Prof. Dr. Ludwig Schindler, Psychotherapeut und Entwickler des Online-Coaching-Portals PaarBalance, sagt gegenüber t-online: "Es kommt immer darauf an, wie jeder von den beiden gestrickt ist. Wenn beide unkompliziert sind und es als natürlich ansehen, dann macht das Paar beides voreinander. Wenn beide die sozialen Gepflogenheiten in der Öffentlichkeit auch in der Beziehung pflegen wollen, ist das genauso nachvollziehbar und in Ordnung." Kritisch sieht der Experte es, wenn beide ein unterschiedliches Bedürfnis haben. "Dann ist es wichtig, sich zu einigen. Dazu sollte sich jeder darüber bewusst werden, was für einen passt und was nicht. Bei Themen, die mit Scham und Intimsphäre zu tun haben, sollte sich derjenige, der empfindlicher ist als der andere, nicht überrannt fühlen", rät Schindler. "Hier geht es dann um das, was wir als 'respektiert werden‘ empfinden“. Wichtig sei dabei, um kleine Verhaltensänderungen zu bitten und nicht Persönlichkeitsänderungen vornehmen zu wollen. "Das große 'Umerziehungsprogramm‘ funktioniert ja ohnehin nie. Aber Rücksichtnahme und Kompromissbereitschaft sind für eine gut funktionierende Beziehung mit das Wichtigste." 


Verwendete Quellen:

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